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The First Run Episode 5

von Thomas K. Carpenter

 

Als die Night Stalker, Burnetts Schiff, in die Andockstation taumelte, echote der Klang von Metall, welches aneinander koppelte, durch das Schiff. Sofort war schwache Musik durch den äußeren Stahl hörbar.

Aus dem Backbordfenster blickend, reflektierte der von Meteoriten vernarbte Hafen der Stardevils das rötliche Licht des Gasgiganten. Die Basis sah aus wie zwei oder drei alte Starfarer, die aus dem Trümmerfeld geschleppt und dann zusammen geschweißt worden waren.

„Zu Hause ist es am schönsten,“ sagte Burnett hinter mir.

Er zeigte mir alle seine Zähne und ich kehrte dazu zurück, die Stardevil-Basis anzustarren.

„Warum tun sie das?“ fragte ich.

„Warum tue ich was?“

Ein Schraubenschlüssel oder ein anderes schweres Gerät pochte gegen die Luftschleuse. Es war uns erlaubt worden die Station zu betreten.

Burnett ging auf die Tür zu, also trat ich vor. „Warum stehlen sie? Sagen sie mir wenigstens das, bevor sie mich verkaufen. Sie schulden mir wenigstens das.“

„Nein tu ich nicht,“ antwortete er und blickte mich mit finster Augen an.

„Nun, kosten tut es sie auch nichts.“

Burnett machte ein knurrendes Geräusch in seinem Hals. „Na gut. Es ist ja nicht so als würde es lange eine Rolle spielen. Die UEE stinkt nach Korruption, jede verdammte Firma betrügt und wenn du versuchst das richtige zu tun, wirst du beschissen. Eines Tages bist du es einfach leid und nimmst dir was dir zusteht.“

Er legte beide seiner massiven Hände an die Türgriffe und ergriff sie für einen Moment so fest, dass seine Knöchel knackten. Er schüttelte seinen Kopf, als würden seine Erinnerungen ihn einholen.

Als er zurückblickte, versuchte ich nicht zurück zu zucken.

„Während wir hier sind erwarte ich nichts als Ruhe von dir. Wenn du brav bist, sag ich ihnen, dass du ein paar Fähigkeiten hast die ihnen nützen könnten. Wenn du mir auf die Nerven gehst, sag ich ihnen, dass du nur für eine Sache zu gebrauchen bist, und ich denke du kannst erraten, was das ist. Verstanden?“

Ich nickte.

„Gut,“ sagte er und schlug den Code in die Luftschleuse.

Musik flutete in die Night Stalker, zumindest wenn du mit der Definition von Musik liberal umgehst. Ein regelmäßiger Bass, der nach einer Note klang die auf Wiederholung stand und auf hirnschmelzende Lautstärke aufgedreht worden war. Da waren andere kreischende Instrumente oben trüber, aber es war schwer zwischen ihnen zu unterscheiden. Es klang, als würden die Instrumente auseinandergenommen, während sie gespielt wurden. Das ganze Durcheinander  hätte eine Hintergrundmusik für eine Roboterunterwelt sein können.

Burnett stieß mich zuerst raus, als ich mir die Ohren mit meinen Fingern zuhielt. Die künstliche Schwerkraft war sehr hoch und meine Beine sackten mit jedem Schritt. Burnett schien es zu gefallen.

Das Innenleben der Basis lies das willkürliche Äußere der Basis geradezu geplant erscheinen. Rohre und andere zufällige Formen von Metall waren an die Wände geschweißt worden. In der Mitte des Ganges war ein großes phallisches Objekt aufgestellt worden, gemacht für einen Riesen.

Ich sah das Begrüßungskomitee der Stardevils nicht, bis der Mann aus dem Schatten trat. Er hatte Haare wie Gummibänder, ein anormal langes Gesicht und tintenschwarze Strähnen in seinen Armen und Nacken – Anzeichen eines schwer WIDoW-Abhängigen.

„Wera issa deina Bruda, Schwesta,“ sagte der zugedröhnte Stardevil mit den Gummihaaren, bevor er mich am Arm packte und begann mich den Gang runter zu zerren. Ich wehrte mich gegen ihn, aber er war mehr an die hohe Gravitation gewöhnt und meine Stiefel rutschten auf dem metallenen Gitter mit kümmerlichen Klängen.

Burnett trat vor und stieß den Stardevil zurück, der meinen Arm los ließ.

„Lass deine verdammten Finger von ihr,“ sagte Burnett.

Ich rieb meinen Arm. „Danke.“

„Sie haben noch nicht für dich bezahlt,“ sagte er und sah weg.

Die Stimme einer Frau rief über die Musik hinweg. „Nun, Burnett, hast du uns mehr als ein paar Dechiffrierungs-Geschäfte mitgebracht?“

Die Frau war lang und geschmeidig wie eine Tänzerin, mit schwarzen und weißen Dreads und trug einen schwarzen Lederoverall. Sie war nicht hübsch, aber hatte das Selbstvertrauen eines Models.

„Frischfleisch, Synthia, wenn du magst,“ sagte er schulterzuckend. „Aber wenn nicht kann ich es woanders verkaufen. Ich muss nur diese Datei geöffnet bekommen. Das Mädchen ist ein Bonus.“

Synthia gab mir einen musternden Blick. „Folgt mir.“

Der Durchgang war mehr wie ein verdrehter Traum eines wahnsinnigen Künstlers. Wenigstens die Musik war weniger ohrenbetäubend im nächsten Teil des Schiffes.

Synthia brachte uns zu etwas, dass eine Bar zu sein schien, wenn man es genoss auf spitzen Dingen zu sitzen. Ich beäugte den Hocker, der aus gebogenen Gewehren gefertigt war und blieb stehen. Burnett lehnte sich wohlweißlich gegen die Bar, während Synthia auf einen klobig verschweißten  Stuhl mit scharfen Nägeln, die die Lehne bildeten, Platz nahm.

„Lass mal sehen,“ sagte Synthia an einem schwarzen Fingernagel feilend.

Burnett zog das gestohlene MobiGlas mit zwei Fingern aus seiner Brusttasche und warf es lässig zu Synthia. Ich musste ein Geräusch mit meinem Hals gemacht haben, weil Burnett seinen Blick verfinsternd in meine Richtung lenkte und mich so erinnerte meine Klappe zu halten.

Ihr Lippen leckend tippte Synthia fachmännisch für eine Minute auf dem Gerät herum, bevor sie aufsah.

„Also?“ fragte er.

„Es ist machbar,“ sagte sie und ihre Lippen machten einen Schmollmund, „für das doppelte des normalen Preises.“

Die Vene in Burnetts Nacken pulsierte angeschwollen. Das musste ich ihn zugestehen, er schluckte es runter und, nachdem er seinen Nacken gestreckt hatte, gab er seine Antwort.

„Eins-fünfzig und du kriegst sie.“ Er nickte in meine Richtung.

Synthias Mund erschlaffte ein wenig. „Sie? Du machst Witze, richtig? Sie sollte lieber mit verbundenen Augen eine Avenger  kurzschließen können, um das wert zu sein.“

Das Grummeln begann in Burnetts Brust. Als seine Stirn erschlaffte, wusste ich er würde nachgeben.

Wenn man mich später fragen würde warum ich zu sprechen begann, würde ich sagen, es war schnelles Denken, aber das wär eine Lüge. In Wirklichkeit war es Stolz und ich wusste nicht einmal um wie viel Credits sie stritten.

„Ich bin doppelt so viel wert,“ sagte ich, gerade als Burnett anfangen wollte zu sprechen.

Weite Augen und Schock waren auf Synthias Gesicht zu sehen wie bei einem Erdbeben, was wahrscheinlich das Einzige war, dass sie davon abhielt zu sehen, wie Burnett nach mir greifen wollte um mich zu erwürgen.

Ich bin ein ausgebildeter Chemiker,“ platzte ich heraus. „Ich kann die Effizienz ihrer WIDoW-Herstellung verdoppeln. Und kein Gestrecke mit Müll. Nur top Qualität. Weniger Nebenwirkungen und bessere Verkaufsraten.“

„Burnett?“ fragte Synthia. „Warum so verschlossen? Ich bin interessiert wie eine Honigpuppe, aber verarsch mich nicht. Wenn sie lügt und meine Zeit verschwendet dann sind´s zwei-fünfzig.“

Wenn zu diesem Zeitpunkt die Vene auf Burnetts Nacken geplatzt wäre, hätte es mich nicht gewundert.

Ich spuckte die Wörter aus bevor er es vermasseln konnte: „Mein Vater besaß eine Bar und wir haben unser eigenes Bier gebraut und wenn die Zeiten hart wurden, braute er anderes Zeug.“

„Du könntest lügen, Mädchen.“ sagte Synthia, und tippte sich mit dem schwarzen Fingernagel gegen ihre Unterlippe.

„Es ist auf meinem MobiGlas, hinten im Schiff. Brauzertifikate, Chemische Texte, die ganze Arbeit. Sie werden schon sehen. Lassen sie es mich holen und ich werde es ihnen zeigen.“

Sobald ich mich Richtung Tür bewegte griff Burnett nach meinem Arm. Seine Finger sanken in die Muskeln und ich musste einen Schmerzschrei unterdrücken.

„Ich. Hohl. Es.“ In jedem Wort lag so viel Drohung, dass ich bereits fühlte, wie meine Knochen brachen. Er würde mich nicht nur aus der Luftschleuse werfen, er würde mich Stück für Stück auseinander nehmen.

„Du bleibst hier,“  und deutete mit seinen fleischigen Fingern auf einen passenden Stuhl gegenüber Synthia.

Nachdem Burnett gegangen war, verschränkte Synthia ihre Arme, legte ihren Kopf zur Seite und leckte ihre Lippen in Erwartung.

„Du lügst, nicht wahr?“

Ich spielte eines Spacers Spiel ohne einen Plan ich Sicht, aber die Art und Weise wie sie mich ansah, die Art wie ihre Augenwinkel sich falteten und ihre Augen mit einem bösartigen Licht funkelten, sagten mir, dass ich mir ziemlich schnell etwas einfallen lassen sollte.

Meine Schläfen reibend versuchte ich an etwas zu denken. Was immer es war, es musste schnell geschehen. Burnett würde bald mit meinem MobiGlas zurück sein und dann wäre ich tot.

Mein MobiGlas.

„Er hat mich entführt,“ sagte ich. „Ich bin ein Kurier. Der Kurier der das MobiGlas transportiert hat. Er wollte mich aus der Luftschleuse werfen, aber ich habe im über den Sender aufgeklärt, welcher die Firma uns zur Sicherheit injiziert hat. Also hat er sich entschieden mich bei euch zu lassen, um seine Spuren zu beseitigen von dem was auf dem anderen MobiGlas ist.“

„Und warum sollte ich dir glauben?“ fragte Synthia.

„Sie müssen mir nicht glauben. Glauben sie ihm. Ich habe alles aufgenommen was er gesagt hat.“ Oder ich hoffe es zumindest ich habe es. „Es ist auf meinem MobiGlas. Ich werde es für sie wiederholen sobald er zurück ist.“

Synthia streckte ihren Nacken und sammelte ihre Dreads, die sie über ihre Schulter hing. Danach flüsterte sie einige Befehle, ich vermute um für Verstärkung zu sorgen und gab mir dann einen Warten-Wir´s-Ab-Blick.

Als Burnett zurückkehrte, warf er mir mein MobiGlas zu. Seine Lippen waren dünn und seine Nasenflügel flatterten zuckend.

„Zeig ihr deine Dateien.“

Ich tippte auf dem Glas, still jubelnd als ich es immer noch aufnehmend vorfand und reichte es zu Synthia rüber. Sie legte das andere auf den Tisch ab und begann die Wiederholung anzusehen.

Als ein halbes Duzend Mitglieder der Stardevils mit Bleirohren und Brecheisen rein schlenderten, jeder um Stufen bösartiger aussehend als Synthia, wich Burnett zur Bar zurück und fletschte seine Zähne. Seine Augen huschten durch den Raum. Er wusste, dass etwas passieren würde.

„Uns der UEE überlassen?“ fragte Synthia. „Keine nette Sache die man mit Geschäftspartnern macht. Vielleicht stecke ich dir dieses MobiGlas, sobald ich die Daten davon habe, weit hinten rein und werfe dich aus der Luftschleuse.“

Ich trat von Burnett weg als die anderen sich näherten. Er knackte mit den Knöcheln und sah für einen Kampf bereit aus. Obwohl er in Unterzahl war, wirkte er nicht eingeschüchtert. Tatsächlich sah er geradezu bereit aus seine Fäuste schwingen zu lassen.

„Ich wollte deinen Arsch zum Teufel jagen,“ sagte Synthia, „aber ich habe entschieden, dass die Gang erst ein wenig Spaß haben soll. Sie bekommen nicht so oft die Möglichkeit dazu.“

Sobald Burnett sich verzweifelt auf Synthia stürzen wollte, griffen die anderen an. Der Kampf übertrug sich schnell in stumpfe Waffen und Fäuste, und Burnett, in Unterzahl und unbewaffnet, hielt sich überraschend gut. Ich nutzte die Ablenkung um das Firmen-MobiGlas  zu ergreifen und aus dem Raum zu flitzen, wobei ich leider mein persönliches Glas zurücklassen musste.

Ich war nicht sicher ob sie mich gesehen hatten, aber ich rannte weiter als hätten sie. Glücklicherweise war jeder Korridor so einzigartig, dass ich leicht meinen Weg zurück zur Night Stalker fand.

Mit der Luftschleuse verschlossen, rannte ich zum Cockpit und begann auf Knöpfe einzuschlagen, in der Hoffnung dass Burnett seine Systeme nicht verschlüsselt hatte.

Als ich die richtige Sequenz traf und die Night Stalker von der Basis der Stardevils gelöst worden war, wies ich das Schiff an Richtung Oya III zu fliegen, so schnell wie möglich. Mich selbst anschnallend, bereitete ich mich auf die Beschleunigung vor, als plötzlich eine Explosion das Schiff erschütterte.

 

Fortsetzung folgt…

 

Übersetzung: Cyan

von www.star-citizen-news-radio.de

Original: RSI

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