SCNR Interview mit Pedro Camacho

Guten Tag liebe Zuhörer von Star Citizen News Radio. Dieses Mal haben wir Pedro  Camacho, seines Zeichens Komponist für die Musik in Star Citizen, zu Gast bei SCNR. Pedro nahm sich die Zeit, um uns einen Einblick in seine Welt der Musik zu gewähren. Das ganze Interview dauert 1 Stunde und 17 Minuten, dazwischen hören wir immer wieder ein paar Stücke, die er live für uns spielt und uns erklärt wie dies zustande kommt. Am Anfang erzählt er uns, wie es dazu gekommen ist, dass er Chris Roberts kontaktierte. Er komponierte den Song „Majestyof Space“, welches ein sehr persönliches Stück für ihn ist, in dem er viele kleine Nuancen seiner selbst mit einbindet. Als er dann den ersten Herzschlag seines Sohnes hörte als er noch nicht geboren war, sagte etwas in ihm, dass er sich bei Chris Roberts melden sollte mit dem einen Stück. Es war ein Schuss ins Blaue aber es war es wert getan zu haben. Chris Roberts war sehr positiv erfreut über das Stück und so kam es, dass er die Stelle als Komponist bei CIG bekommen hat. Auf die Frage hin, ob er denn eher der klassische Komponist ist oder der Moderne, erklärt er uns die Geschichte der Musik der Renaissance und die Ära Bachs als die Regeln der Harmonie geschrieben wurden. Er versucht beide Welten, die Renaissance, als die Regeln der Harmonie noch nicht galten und die Bachs miteinander zu vereinen in seinen Stücken. Er sieht sich eher als ein Mix der Beiden. Er versucht auch die neuen Sachen in seinen Stücken mit einzubinden die Hans Zimmer bekannt gemacht haben. Etwas außerhalb der Regeln die Musik mit neuen Einheiten zu verbinden. Komponisten, die ihm sehr gefallen und ehrt sind zum Beispiel: Claude Debussy, John Williams, Ennio Morricone, Dario Marianelli.

Wie schon erwähnt ist auch Hans Zimmer eine große Inspiration was Sachen anbelangt, die mehr in Actionszenen angesiedelt sind. Obwohl Komponisten eher das gar nicht mögen was Hans Zimmer macht, da er sozusagen außerhalb der Regeln der Musik arbeitet. Doch Pedro ist mehr der klassische Komponist und spielt aber auch in einer live Jazz Band. Was er aber meiden möchte mit der Musik in Star Citizen, ist der Weg der Trailer Komponisten wie Thomas Bergensen, die die epischen Stücke aus dem klassischen zu einer Kürze zusammen fassen um ein überwältigendes Stück zu kreieren. Das würde zu sehr das Ambiente stören. Es würde fast zu sehr im Vordergrund sein. Er ist mehr bedacht darauf, dass ein Stück zuerst gefühlt wird und danach gehört. Bei guten Komponisten hört man die Musik nicht, man spürt sie nur. Nur wenn es der Komponist so will, dann hört man sie auch. Somit versucht Pedro die Musik zu komponieren als ob es ein Kind ist, das wächst und am Ende auf seinen eigenen Beinen steht und sich selber verteidigen kann. Zu vergleichen auch, wie ein Samen den man sät und der danach zu einem Baum heranwächst. Ganz falsch wäre es hier, Musik zu komponieren wie es bei den Arkaden Spielen der Fall war: Game Over und ein Jingle dahinter der einschlägig mit gesummt werden konnte nach dem x-Mal sterben.

Die Frage kam wie das Amen in der Kirche. „Welche Instrumente nutzt Du um deine Musik zu erschaffen?“ Wie alle Moderne Midi Komponisten, nutzt er ein Keyboard und simuliert damit alle Instrumente die man als sogenannte VST Libraries kennt. Er nutzt dabei Cubase und Kontakt. Dabei spielt er grad live etwas vor um zu demonstrieren wie es sich anhört. Sehr interessant um rein zu hören.

Danach geht das Gespräch etwas softer weiter, da sein Sohnemann gerade ins Bett gebracht wurde. Zur Zeit ist Pedro nicht nur an Star Citizen dran, sondern komponiert auch Stücke für ein Projekt, das er im Moment nicht näher erklären darf. Doch es ist auch ein Spiel, dass aus einer sehr, sehr bekannten Fernsehserie aus entstand. Kürzlich hat er auch noch an Whitcher 3 mitgearbeitet und ein paar Musikstücke dazu komponiert. Auch ist er dabei sich für einen Film vorzubereiten und ein großes klassisches Konzert, das im Jahre 2018 dann stattfinden wird. Auch hat er immer wieder Aufträge von TV Werbungen die seine Musik in Anspruch nehmen. Er liebt die Vielfalt der Angebote und kann sich somit immer weiter entwickeln. Die Arbeiten macht er meistens von seinem Studio von Zuhause aus. Er war bis jetzt erst einmal in Manchester bei einem großen Treffen von CIG. Ansonsten geht alles über digitale Kommunikation. Bei den orchestralen Aufnahmen ist er dann in Tschechien im Cinematic Concert Hall und arbeitet dann dort mit dem Dirigent Petr Pololanik. Dieses Orchester ist speziell darauf ausgerichtet  solche Musikstücke aufzunehmen. Pedro konzentriert sich auch mehr auf die Musik selbst und nicht auf die Sound Effekten des Spieles. Selbst die Musik an sich braucht schon viel Energie und man kann da nicht noch zusätzlich die Sound Effekte machen. Denn man sollte die Sound Effekte nicht unterschätzen, sie brauchen genau so viel Liebe und Zeitaufwand wie ein Musikstück selbst.

Der Status der Musik Implementation in Squadron 42 und Star Citizen selbst ist zur Zeit nicht groß messbar, da Squadron 42 gerade im Feinschliff ist und es sehr cinematisch, ist es noch nicht angegangen worden. Doch sobald dort das grüne Licht kommt um die Stücke zu komponieren, macht er sich alsbald daran, diese umzusetzen. Im Moment macht er mehr die generellen Stücke von Star Citizen selbst. Auch die Werbungen von dem neuen Stretch Goal, die wir Spieler freigeschalten haben, sind im Moment noch nicht angegangen worden. Doch wenn er gefragt wird für diese ein Stück zu komponieren, wird er es mit Freude tun. Aber er glaubt, dass sie erst die anderen Werbungen fertig machen an denen sie gerade arbeiten, bevor sie die Stretch Goals angehen. Doch mehr will er da nicht verraten, denn es kommt ja noch die Gamescom und da werden wir auch ein paar Sachen zu sehen bekommen. Normalerweise klappt es meistens beim ersten oder zweiten Versuch, dass die Musik stimmig ist zu den Arbeiten und manchmal braucht es einen dritten Anlauf. Bei der Freelancer Werbung hat er es schon aufgegeben mitzuzählen wie viel Anläufe da gemacht wurden. Chris Roberts hatte genau vor Augen was er haben wollte und das lustige war, dass ein Europäer US Country Musik komponieren musste. Das ist etwas, was Pedro bis anhin noch nicht in seinem Portfolio hatte. Etwas was außerhalb seiner Komfort Zone war. Aber dennoch hatte Chris das Vertrauen in Pedro, dass er es schaffen würde. Das Resultat kennen wir alle und man kann da mit Sicherheit sagen, dass es sehr gut geworden ist. Auch hat Pedro dem Stück seine Stimme geliehen. Dies hört man im ersten Augenblick nicht heraus, doch als Pedro das Stück in seine Einzelteile auseinander nimmt und uns dies vorspielt, ist es klar zu erkennen. Dies sind die kleinen Nuancen, die er gerne in seinen Stücken mit einflechtet. Sozusagen der Hitchcock der Musik.

Er sieht es auch als eine große Verantwortung bei solch einem Projekt mitmachen zu dürfen, in dem jeder versucht sich mit einzubringen. Da Chris Roberts sehr talentierte Leute um sich hat, macht es das Ganze nicht einfacher. Er setzt einen sehr hohen Standard an das Spiel und an seine Leute.  Doch ist Pedro indes nicht mehr so nervös wie am Anfang. Er versucht das Beste daraus zu machen und auch Spaß zu haben bei dem ganzen Prozess. Das Spiel ist nicht nur ein Traum von Chris Roberts indem wir versuchen ihn zu unterstützen, es ist auch ein Traum vieler Leute wie Pedro oder anderen Spielern. Und somit ist die Herausforderung da, immer besser zu werden und auch nur das Beste abliefern zu wollen.

Somit kommen wir auch schon zum Schluss des Interviews und er verabschiedet sich, indem er noch ein Stück auf seinem Keyboard vorspielt.

Bitte bedenkt, dass die deutsche Übersetzung eine Zusammenfassung des Interviews ist mit den wichtigsten Informationen. Wir haben in dem Interview sehr viel über Musik geredet und auch etwas gefachsimpelt, was hier nicht übersetzt wurde. Dies würde den Rahmen etwas sprengen.

Das MP3 Audio File zu diesem Interview findet ihr hier

Interview und Übersetzung:

Semi aka Fughal

von www.star-citizen-news-radio.de


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