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The Lost Generation Episode 8

Übersetzung: Hirnchirurg Korrektur: Zarr
Quelle:
http://www.starcitizen-wiki.de/index.php/The_Lost_Generation_-_Ausgabe_8

Violett war wahrscheinlich keine fröhliche Farbe. Xenobiologen konnten nicht bestimmen, ob das Aufleuchten der Bioluminizenz eine Art der Kommunikation zwischen den Osoianern war oder schlicht ein äußerlicher Hinweis auf ihre Stimmung.
Gegenwärtig neigte Tonya zum Letzteren. Das gesamte Dorf Osoian hatte seine Waffen auf sie gerichtet, während ihre Stirne mit dem gleichen aufgewühlten Violett pulsierten.
Tonya prüfte ihre Optionen für einen Moment. Die guten Ideen schienen auszubleiben, also entschied sie sich für eine dämliche.
„Ich bin zurück gekommen!“ Sagte sie während sie ihre Arme in bester Messias-Manier in die Luft warf. Die Osoianer wichen zurück und versteckten sich hinter ihren erhobenen Waffen. Sie schauten sich gegenseitig an und die gesamte Bioluminizenz wechselte zu einem blasseren Blau. Eine wurde kurz grün bevor sie hastig verschwand.
Ein Osoianer der einfachen Schmuck trug, drückte einige Speere beiseite und ging auf Tonya zu. Er machten ein leichtes Klickgeräusch, welches einem Knacklaut ähnelte und fuchtelte mit seinem Stock in ihre Richtung.
„Ich bin es…Kenlo!“ Sie hoffte das Nachahmen des Chefingenieur der Artemis würde etwas bewirken. Der Stammesälteste/Schamane erhob sich leicht. Er lehnte seinen Kopf zur Seite und klickte sie wieder an.
„Uh…kennt ihr meinen Ruhm? Sie schaute sich um. Die Osoianer schienen Blicke auszutauschen. Sie drehte sich um und schritt stolz in die Höhle.
Der Schamane folgte Tonya behutsam. Der Rest des Dorfes betrat die Höhle, einige vorsichtiger als andere.
Sie versuchte nicht daran zu denken was für einen Schaden sie dieser Kultur zufügte. Doch war sie nicht der Erstkontakt. Diese Auszeichnung gebührte der echten Artemis.
In der Vorkammer mit dem Antrieb der Artemis fand Tonya ein Piktogramm mit Kenlo. Sie drehte sich zum Schamanen um, der sie nur anstarrte. Ein mattes Rot pulsierte um seine Gesichtszüge. Sie mimte die Haltung an der Wand nach.
Plötzlich wurde der Schamane grün. Er wirbelte zu den anderen Osoians herum und begann fieberhaft zu klicken. Sie klickten untereinander bevor sie sich auf ihre Zehenspitzen stellten und zu einer Art von Ehrenbezeugung streckten.
Der Osoianer, welcher sich vorher noch davon gemacht hatte, kam hastig zurück. In seinen vier Händen hielt er sich windende Würmer, die Tonya vorher im Wald gesehen hatte. Er drückte sie auf Tonya’s Blende.
„Oh…großartig. Vielen Dank.“ Tonya winkte sie fort. Immerhin wollten sie sie nicht mehr umbringen.
Der Schamane schien sich in einer Art von Trance zu befinden, schwankte vor und zurück und klickte dabei rhythmisch. Die anderen Osoianer wiederholten seine Klicks und strömten um Tonya herum, begierig ihre Hände auf einen Gott zu legen.
„Immer ruhig bleiben Jungs.“ Tonya versuchte freizukommen, wurde aber weiter umschwärmt. Sie drehte an der Lautstärke des äußeren Lautsprechers. „Stopp!“
Die Stimme dröhnte durch die Höhle. Die Osoianer zerstreuten sich in ihre Schlupfwinkel. Einer der größeren erhob seinen Speer und wartete darauf, dass sie angriff.
Der Gedanke an Wegrennen schoss ihr durch den Kopf, aber in Anbetracht der erhöhten Gravitation realisierte sie schnell, dass „Rennen“ eine Übertreibung wäre. Wenn sie die Osianer verärgern würde, gab es keine Chance ihnen zu entkommen, und noch weniger hatte sie eine Chance gegen alle zu kämpfen.
So musste sie einfach den richtigen Augenblick abpassen. Der Schamane war in eine kniehende Haltung zurück gesprungen und versteckte seinen Kopf vor ihr. Tonya beugte sich herunter und streichelte ihn behutsam, sie hatte keine Ahnung was sie sonst hätte machen können.

Während der nächsten Stunden bereiteten die Osianer ein riesiges Festessen vor. Der Schamane wieselte umher und gab den Aliens Anweisungen. Von ihrem Stein der Ehre hatte Tonya ein wachsames Auge auf alle Kochtöpfe, um sicher zu gehen, dass nicht sie selbst als Zutat eingeplant wurde. Ihr wurden zappelige Alienbabys gezeigt und Schmuck wurde für sie hergestellt.
Die größere Wache, welche sich behauptet hat als Tony brüllte, lauerte im Schatten einer naheliegenden Hütte und schaute sie an. Sie konnte sehen das er nicht begeistert war von dem was passierte.
Tonya stimmte dem zu. Sie wollte nichts mehr, als diesen Ort so schnell als möglich zu verlassen. Sicherlich war Senzen schon weg und mit vollem Schub in Richtung Kallis System unterwegs. Sie ging ihr Wissen über das System durch und versuchte herauszufinden warum die Artemis dorthin gegangen sein sollte.
Astronomisch gesehen, war es relativ nah bei Oso. Vielleicht hatte der echte Janus und die Maschienencrew ihre Scanner verbessert/modifiziert und sahen etwas was sie nicht erkennen konnte, etwas was auf einen bewohnbaren Planeten hinwies. Das Problem war, da Kallis in seiner Entwickelung jünger war als alle anderen bekannten Systeme der UEE (und darüber hinaus), hätte es unter fast ständiger Beobachtung von Forschern stehen müssen, um die Entstehung von Planten aus der Nähe studieren zu können. Bestimmt hätte einer von ihnen Hinweise der Artemis Besiedelung entdeckt. Sehr wahrscheinlich würde sich Tonya damit zufrieden geben müssen weitere Hinweise auf ihrem Weg zu finden.
Das war alles nur Spekulation. Sie müsste dorthin gehen, die Situation abschätzen und die Fakten aufarbeiten. Wenn das das Ziel der Artemis war, wären neun Planten in diesem System. Das war also ein Vorteil für sie — Senzen musste ein wirklich großes Gebiet abdecken.
Ein Knall hallte durch die Schlucht. Die Osoianer schauten zu den Wipfeln der Bäume, die den Himmel abschirmten und gingen zurück an ihre Arbeit. Tonya kannte dieses Geräusch von irgendwoher.

Jemand hatte gerade die Atmosphäre durchbrochen.
Ein Funke von Optimismus regte sich in ihr. Vielleicht war Senzen doch gerade erst los geflogen. Möglicherweise war sie doch nicht zu weit hinterher.
Der Optimismus erlosch schnell als aus allen Richtungen sechs weitere Knalls durch die Bäume hallten.
Das war nicht gut. Es konnte nur ein bedeuten…
Das Militär war angekommen.
Tonya stieg langsam von ihrem steinernen Thron und fixierte den Himmel. Sie hörte das Grollen der schweren Schubdüsen näher kommen. Die gewaltigen Bäume begannen im brausenden Wind an zu schwanken. Sehr wahrscheinlich hat Senzen ihnen die exakte Position gegeben als er das System verließ.
Der Schamane kam schnell zu ihr und versuchte sie respektvoll hinter den Felsen zu geleiten. Die große Wache hob ihre Waffen und war sichtlich zwischen Tonya und dem Himmel hin und her gerissen.
„Danke, aber ich muss euch jetzt wirklich verlassen.“ Sie begann sich von den Osoianer zu entfernen. Viele von ihnen starrten jetzt in Richtung des eigenartigen Geräusches jenseits der Baumwipfeln.
Die Wache stellt sich Tonya in den Weg, beide Waffen zielten auf sie. Der Schamane trat hastig zwischen sie, klickte fieberhaft in Richtung der Wache und schlug die Steinschwerter mit seinem Stock zur Seite.
„Stopp!“ rief eine schallverstärkte Stimme vom oberen Rand der Schlucht bei der Höhle. Tonya schaute hoch. Es war ein UEE Soldat in einem Kampfanzug. Mehr und mehr Soldaten tauchten am oberen Rand der Schlucht auf. Die Osoianer zerstreuten sich beim Anblick der fremdartigen neuen Monster in schwarzer Militärrüstung in verzweifelter Panik . „Sie verstoßen gegen das ‚Fair Chance‘ Gesetz -“
Ein Stein prallte am Helm eines Soldaten ab. Er gab einen gellenden Schrei von sich, mehr aus Überraschung den aus Schmerz und duckte sich hinter der Felskante. Einige der Osoianer fingen an ihre Speere und Steine auf die anderen Soldaten zu schleudern. Die wenigen einfachen Waffen die ihr Ziel fanden prallten harmlos von dem modernen Panzerung ab.
Tonya nutze die Ablenkung, um so schnell sie konnte in dem dichten Wald zu verschwinden.
Wellen von panischen Außerirdischen flohen vor dem donnernden Geräusch der Triebwerke. Tonya bahnte sich ihren Weg durch das dichte Blätterwerk. Sie hörte Schüsse von Betäubungswaffen im Dorf hinter ihr.
„Hey, du!“ brüllte eine Stimme von rechts. Ihre Augen fanden einen Soldaten ein paar dutzend Meter von ihr entfernt. Der Rest seiner Einheit befand sich in einer gestaffelten, vorgerückten Position, die auf das Dorf ausgerichtet war.
Tonya begann zu ‚rennen‘. Der Soldat ebenso, jedoch mit dem Plan sie abzufangen. Gerade als ihre Gliedmaßen von den angestrengten Bewegen anfingen zu schmerzen, bemerkte sie wie bizarr diese Verfolgungsjagd für externe Beobachtern sein musste; so stark wie sie sich auch anstrengten, beide sahen aus als würden sie sich in Zeitlupe bewegen.
Plötzlich zischte ein Energiestrahl an Tonya vorbei und brannte sich in einen Baumstamm.
„Stopp, verdammt!“ schrie der Soldat und zielte für einen zweiten Schuss.
Tonya blieb stehen. Sie konnte nicht mehr weiter gehen und hasste es betäubt zu werden. Sie drehte sich um und nahm ihre Hände hoch. Schweiß lief an ihrem Gesicht herunter und der Helm kämpfte damit das Visier vom Nebel frei zu halten.
Sie konnte hören wie der Soldat schwer durch seine Lautsprecher atmete. Er musste sich sogar anstrengen das Gewehr gerade zu halten als er näher auf sie zu kam.
„Blackbriar-Zwei-Neun hier, ich habe die verdächtige Person in Gewahrsam,“ sagte er über Funk. „Sende Position –“
Plötzlich sprang der osoianische Schamane aus dem dichten Unterholz. Er schwang seinen Stock und ließ ihn auf den Bauch des Soldaten krachen.
„Was zur Hölle?“ Der Soldat begann auf den Schamanen zu zielen als die Wache auf der anderen Seite auftauchte und nach der Waffe griff. Alle drei stürzten zu Boden und kämpften um die Waffe.
Tonya schaute für eine Sekunde in die Augen der Wache. Sie gab ihm ein Nicken und ein Lächeln und verschwand.
Nach vierzig Minuten extremer Anstrengung und einigen Litern Schweiß, erreichte Tonya den Ort an dem die Beacon II versteckt war. Sie stapfte in die Luftschleuse und versiegelte sie. Die Vorkammer begann den Druck aufzubauen, während die Düsen den Dekontaminationsnebel versprühten. Sie konnte es gar nicht erwarten ihre Schutzanzug auszuziehen. Sie sollte ihn eigentlich verbrennen bei all dem Schweiß.
Endlich sprang die innere Tür auf. Tonya trat in ihr Schiff. Sie griff sich ein Handtuch und wischte sich über ihr Gesicht als sie in Richtung der Ladebucht ging.
„Hey Janus, hast du Lust ein bisschen zu fliegen? Ich glaube ich schlafe erst mal für eine Woche.“
Keine Antwort. Tonya stieg hinauf in Richtung Pilotenkanzel. Sie wurde langsamer und stoppte. Ein UEE Soldat schlummerte im Pilotensitz.
Sie hörte Schritte auf dem Bodengitter hinter ihr. Tonya schaute zurück. Noch zwei Soldaten. Einer steckte sich ein paar von ihren Snacks in den Mund. Der andere Soldat zielte lässig mit seinem Gewehr auf Tonya.
Der Soldat im Pilotensitz wachte vom Geräusch des essenden Soldaten auf. Er streckte seine Arme und gähnte bevor er sie ansah.
„Keine Bewegung“

Fortsetzung folgt…..

Überarbeitet von Mera Luna

Original:
https://robertsspaceindustries.com/comm-link/spectrum-dispatch/12914-The-Lost-Generation-Issue-8

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