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The Lost Generation Episode 10

Übersetzung: Hirnchirurg Korrektur: Zarr
Quelle:
http://www.starcitizen-wiki.de/index.php/The_Lost_Generation_-_Ausgabe_10

Die Luftschleuse in Nagias Schiff summte, als sie den Druckausgleich begann. Tonya hatte gute Sicht auf die zerstörte andere Luftschleuse, welche er zu benutzen versuchte um an Board der Beacon II zu gelangen.
Die Beacon II…sie schaute durch das schmale Fenster auf die zwei Hälften ihres Schiffes die in der Leere schwebten. Sie musste wohl anfangen über eine Beacon III nachzudenken.
Eine Tür an der inneren Luftschleuse surrte und glitt auf, zeigte Nagia, einen Handlanger und einige Lasergewehre, die auf sie gerichtet waren.
„Ist das nicht eine Freude,“ sagte Tonya, als sie ihre Hände hob. „Ich bin ein bisschen enttäuscht, lauern am Sprungpunkt scheint selbst unter deinem Niveau zu sein.“ Der Handlanger legte ihr Handschellen an, ohne dass sie ihren Anzug ausziehen konnte. Sie blickte über ihre Schultern auf den Handlanger. „Wärst du so nett meine Luftzufuhr auf den Filter umzustellen? Das Zeug ist nicht gerade billig.“
Der Handlanger starrte sie einen Moment an.
„Du denkst wohl du bist lustig,“ sagte der Handlanger schließlich. Er zog sie zu einem Stuhl und ließ die Handschellen in einen Haken an der Wand schnappen.
„Deine Jungs scheinen mich nicht allzu sehr zu mögen,“ erwiderte sie.
„Lem ist nur ein bisschen übereifrig.“ Nagia glitt in seinen Pilotensitz und widmete sich der Steuerung. „Turov will mit dir reden bevor wir dich umbringen.“
Der Handlanger, Lem, ließ seine Waffe geladen und bewachte sie.
Tonya sank in den Sitz zurück und versuchte es sich gemütlich zu machen. Es würde ein sehr langer Flug werden.

Die anderen Gauner auf Nagias Gehaltliste gingen in eine lose Formation hinter seinem Schiff auf dem Weg in Richtung Kallis IX.
Das System war voller Aktivitäten. Erkundungsteams und -schiffe umkreisten die anderen acht Planeten. Senzen musste wirklich beeindruckt gewesen sein von den primitiven Malereinen auf Oso, um so viele Ressourcen in diesem System zusammen zu ziehen. Tonya hatte keine Ahnung wozu Senzen einen orbitalen Bergbaulaser brauchen könnte, aber er hatte einen und dieser bohrte Löcher durch die Wolken des kleinen Planeten. Sie würde es liebend gerne sehen, wie Senzen das den Behörden erklären wollte, die nicht unter seiner Herrschaft standen. Wie Oso war dieses System noch jung und es war eigentlich verboten es zu erkunden und Bergbau zu betreiben. Er musste sich also darauf verlassen die Artemis zu entdecken, um die Politiker so glücklich zu machen, dass sie diese Tatsache ignorieren würden.
Nagia tauchte in die Atmosphäre ein und wurde von einem starken Schneesturm umgeben. Das Schiff wurde durchgeschüttelt als es die stürmischen Wolken durchschnitt. Als sie schließlich hindurch waren und die ersten flüchtigen Blicke auf die Planetenoberfläche werfen konnten, sahen sie eine eisige Steppe soweit das Auge reichte. Entlang des Horizontes warfen Vulkane riesige Mengen von gefrorener Magma in die Atmosphäre.
Das Schiff begann mit dem Sinkflug und sie passierten kollidierende Luftmassen, die Nagias robustes Schiff wie ein Spielzeug durch die Luft wirbelten. Sie konnte kleine Teams von Bergarbeitern sehen, die um die von den Laser gebohrten Löchern standen. Sie hoben Suchbojen auf AntiGrav Schlitten und ließen sie in den Schacht runter.
„Gibt es eine Chance das Senzen an Bord kommt um sich zu brüsten? Ich hasse die Kälte.“
Nagia lachte. Lem blieb seiner bisherigen Stimmung treu und starrte sie an.
Schließlich erreichten sie die Oberfläche. Nagia und Lem zogen ihre Anzüge an und brachten Tonya in die Luftschleuse. Die äußere Tür zischte auf und ließ einen Schwung Schnee und Eis in die Vorkammer wirbeln. Ihr HUD an ihrem Anzug zeigte Informationen zur Atmosphäre an, etwas Sauerstoff, hauptsächlich Ammoniak. Netterweise gab er den Rat den Anzug nicht auszuziehen.
Mit einem Satz sprangen sie alle raus. Lem bohrte einige Löcher in das Eis um das Schiff mit Haken vor dem Rutschen zu bewahren. Jede Hoffnung Nagia zu überwältigen verschwand als der Rest seiner Mannschaft aus dem dichten Schneegestöber auftauchte und sie umringte. Immerhin nahmen sie ihr die Handschellen ab.
Nagia überprüfte mit seinem Scanner fortwährend die Richtung, in die sie durch den Schnee stapften. Tonya konnte das Licht von entfernten Laserbohrungen in den Wolken aufleuchten sehen. Das war aber schon alles was sie irgendwie sehen konnte; der Schnee schlug ihnen unerbittlich entgegen und der Sturm heulte laut. Sie musste ihre äußeren Mikrophone runter drehen.
Plötzlich flaute der Sturm ab. Tonya, Nagia und der Rest der Gauner zögerten und tauschten ratlose Blicke. Nagia zuckte mit den Schultern und ging weiter.
Jetzt, als sich die Sicht aufklarte, hatte Nagias Tablet sie zu einem kleinen Bergbauteam geführt, welches einen Scan in einen kürzlich gebohrten Schacht vorbereitete.
„Turov!“ rief Nagia. Senzen drehte sich um als sie ihn erreichten. Er hämmerte einige Anweisungen in sein Tablet bevor er aufschaute.
Die Scanner auf den Antigravitationsschlitten begannen herabzusinken.
„Hey, Tonya,“ grüßte sie Senzen, fast enttäuscht. „Ich bin ein bisschen überrascht wie du es geschafft hast der UEE so schnell zu entkommen.“
„Übrigens, danke das du sie gerufen hast.“
„Hey, ich war besorgt darüber was die Osoianer mit dir machen würden. Ich dachte ich würde dir helfen.“
„Ich bin mir sicher das du das gedacht hast…“
Senzen seufzte und schaute sie einen Augenblicke an.
„Ich weiß nicht was wir mit dir machen sollen,“ sagte er kopfschüttelnd. „Ich würde es wirklich vorziehen dich nicht zu töten aber du machst es wirklich furchtbar schwierig.“ Er schwieg und dachte für ein paar Sekunden nach. “ Ich schätze wir könnten dich für ein paar Monate in einer Stasis Kapsel festsetzen“
„Du hast gesagt —“ Nagia wollte zu protestieren beginnen.
„Ich sagte, sie umzubringen wäre eine Option,“ unterbracht Senzen ihn. Bleib locker, du wirst so oder so entlohnt.
Nagia verstummte und schmollte. Senzen wandte sich wieder Tonya zu und dachte weiter. Schließlich zuckte er mit den Achseln und warf seine Hände hoch.
„Tut mir Leid Tonya, aber mir fällt nichts ein.“ Er wandte sich an Nagia. „Macht mit ihr was ihr wollt.“
Das war nicht gut. Nagia grinste. Einer der Strolche packte ihren Arm.
„Warte, wenn du mich umbringst verliert ihr die beste Möglichkeit das nächste Stück der Artemis zu finden.“ Tonya riss sich vom Gauner los. Er sprang vorwärts um sie zu greifen, aber Senzen hielt ihn mit einer schnellen Handbewegung ab. Tonya blieb frei. „Du bist bestimmt neugierig wie ich von Oso weggekommen bin.“
Tonya wusste das er es war. Sie war sich nicht sicher ob Janus Nagias Angriff überlebt hatte, aber es war ihr einziger Trumpf. Nachdem er ihr bei der Flucht von der UEE Militärplattform geholfen hatte hoffte sie, dass Janus wieder eine glänzende Idee hatte sie hier heraus zu holen.
„Erzähl,“ sagte Senzen schließlich. Sie wusste, sie hatte ihn neugierig gemacht, jetzt musste sie es durchziehen.
„Ich habe Janus.“
„Wie?“ fragte er nach einem kurzen Moment. Er konnte seine brennende Neugier in seiner Stimme nicht verbergen.
Ich bekam eine Kopie von seinem Originalprogramm und ließ ihn eine Simulation des Artemisfluges durchlaufen. Er war keine exakte Kopie, führte mich aber nach Oso. Wir haben uns bereits unterhalten was die Mannschaft in Kallis gewollt haben könnte…“
„Nein.“
Tonya stockte für eine Sekunde.
„Hmm?“
„Nein Tonya,“ wiederholte Senzen. “ Auch wenn das wahr wäre, du führst schon wieder was anderes im Schilde. Früher wäre ich vielleicht in der Annahme darauf eingegangen, dass ich dein unvermeidliches doppeltes Spiel vorhersehen könnte. Aber nicht dieses mal, ich beiß nicht an.
Tonya wurde still. Das war wirklich schlecht. Ihre Gedanken rasten, suchten nach einer Alternative.
„Das wirst du noch bereuen, Senzen,“ war alles was sie heraus brachte. Es klang unbeholfen, so als hätte sie es von einem Blatt abgelesen.
„Ja, vielleicht, aber ich werden meinen Scans vertrauen,“ Senzen tippte auf sein Tablet, nickte zu Nagia und drehte sich weg. Der Pirat ging auf sie zu und zückte seine Waffe. Tonya griff nach Senzen und drehte ihn so, dass er als Schutzschild diente.
Nagia und die andere Gauner begannen zu lachen.
„Tonya, wirklich,“ sagte Senzen. „Was soll das werden?“
„Klappe.“
„Du solltest auf ihn hören, Tonya“. Nagia lud sein Gewehr. Der Rest der Gruppe schwärmte aus um jede Fluchtmöglichkeit zu verhindern. „Du hast keine Waffe und kennst nichts wohin du fliehen könntest.“
Da lagen sie falsch, sie wusste wohin sie fliehen könnte.
Tonya schnappte sich Senzens Tablet, stieß ihn auf Nagia und sprang in den Schacht.
Sie taumelte für einige Sekunden im freien Fall, bevor sie in einen der AntiGrav Schlitten knallte. Hektisch suchten ihre Hände nach Halt, während sie in Richtung Rand rutschte.
Nur Nanosekungen bevor sie gefallen wäre schlossen sich ihre Finger um einen Griff. Tonya schaute nach oben. Sie konnte Umrisse erkennen, die sich am Rand versammelten und runter schauten. Trotz des Windes konnte sie hören wie Senzen brüllte.
Der Schlitten sank weiter, automatische Kompensatoren passten sich der neuen Masse an. Sie zog sich hoch und schaute sich um. Blitze der Scanner strahlten über die vielen Eisschichten. Sie konnte ein Netzwerk aus Spalten sehen, die sich überkreuzten und in der Ferne verloren.
Ein Laserstrahl zischte an ihr vorbei. Tonya konnte sehen wie die Umrisse begannen sich fluchend in den Schacht abzuseilen.
Ein weiterer Schuss traf den Schlitten selbst.
Das ganze Gerät begann zur Seite zu schlingern und versuchte sich selbst wieder zu stabilisieren. Tonya konnte einige Meter unter sich einen der Risse in der Wand sehen, groß genug um sich hinein zu quetschen. Sie prüfte Senzen’s Tablet. Es hatte noch die Kontrolle über den AntiGrav Schlitten.
Sie verlangsamte die Plattform und sprang in den Riss, kurz bevor eine weitere Salve von Schüssen den Schlitten trafen. Das System gab schließlich auf und verschwand polternd in der Dunkelheit.
Tonya quetschte sich durch den engen Spalt im Eis. Etwas weiter voraus konnte sie sehen, wie sich der Spalt mit einem größeren Höhlensystem kreuzte. Ein Aufschrei hallte durch den Spalt hinter ihr. Irgendjemand schwang sich fluchend in die Öffnung.
Sie ließ sich in den Tunnel fallen und schaute sich um. Ein paar tausend Meter entfernt brannte sich ein Orbitallaser durch die Oberfläche, sein Licht durchflutete die gesamte Höhle.
Tonya überprüfte Senzen’s Tablet. Neben dem Kontrollfenster des toten Schlittens erstellte ein Programm im Hintergrund eine Zusammenstellung der verschiedenen Scans, die auf dem Planeten liefen. Anomalien im Eis wurden erfasst und katalogisiert, es wurde aber auch eine grobe Karte des Tunnelsystems erstellt, welches sich unter dem Eis geformt hatte.
Sie wusste, die Karte würde unschätzbar wertvoll sein, aber Nagia hatte Senzen mit Hilfe des Tabletts gefunden und so musste sie davon ausgehen, dass auch sie damit gefunden werden konnte. So hatte sie die Wahl, entweder die Karte nutzen aber Nagia die Möglichkeit geben sie zu Orten, oder blind zu gehen und eventuell in ein Loch zu fallen.
Ein Klettergeräusch aus dem Loch in der Decke beschleunigte ihre Entscheidung. Sie ließ es an und begann zu rennen.
Sie hörte wie jemand durch das Loch in der Decke rutschte und in den Tunnel fiel.
„Tonya!“, brüllte Senzen, wütender als sie ihn jemals erlebt hatte. Er gab einen Schuss ab. Er ging weit daneben und schmolz ein Loch in die Wand.
Es wurde dunkel als der Strahl des Orbitallasers erlosch. Tonya knipste ihre Stirnlampe an und rannte weiter. Sie überprüfte das Tablet um sicher zu gehen, dass sie auf keinen Abgrund zulief.
Sie rannte und rutschte durch die gewundenen Gänge. Senzens Schritte hallte hinter ihr.
Tonya schaute zurück; nach dem Licht seiner Stirnlampe zu schließen war Senzen etwa dreißig Meter hinter ihr und durch die Eiswände sah sie vage das Flackern der Lichter von Nagia’s Mannschaft. Sie brauchten mehr Zeit um sich an den rutschigen Boden zu gewöhnen.
Senzen’s Tablet begann leicht zu summen. Sie prüfte es während sie rannte. Eine der Anomalien die durch die Scans erfasst wurden kam näher. In diesem Moment prallte sie in eine Wand.
Der Aufprall riss sie von den Füßen. Sie knallte auf den Boden und rutschte einige Meter. Ihre Sicht wurde für einen Moment unscharf. Das Tablet schlitterte weiter den Weg hinab. Bis sie sich wieder orientiert hatte stand Senzen bereits über ihr.
Verdammt, Tonya…“ keuchte er außer Atem. Er hob sein Gewehr.
Der Orbitallaser bohrte ein weiteres Loch in die Oberfläche und schmolz alles auf seinem Weg. Der spiegelnde Tunnel wurde in Licht getaucht. In diesem Moment sah es Tonya, eingeschlossen im Eis… hinter Senzen.
Senzen konnte das Erstaunen in ihrem Gesicht sehen. Er zögerte zuerst, trat dann aber zurück und drehte sich um, um zu sehen, auf was Tonya geschaut hatte.
Es war ein Körper. Mitten in der Bewegung erstarrt. Es sah unwirklich aus im reflektierten Laserlicht.. Was immer es war, es schaute so aus, als wenn es schockgefroren wäre. Vielleicht war es in einem Ausbruch der Cryo-Vulkane erwischt worden. Aber was auch immer geschehen war, seine Haltung und seine geschlossenen Augen erweckten den Anschein, dass er es erwartet hatte.
Tonya stand auf und ging an Senzen vorbei. Dabei hatte sie völlig ihre Auseinandersetzung vergessen. Es war menschlich oder menschenähnlich. Es hatte einen Kopf, zwei Arme, zwei Beine. Die Haut war leicht grau, fast marmorartig blass. Ein dunkles, fast schwarzes Geflecht von Linien verlief unter der Haut. Sie sahen beinahe aus wie Schaltkreise die parallel zum Nervensystem verliefen. Es hätten auch Tätowierungen sein können. Tonya wusste es nicht.

Sie hatte keine Ahnung auf was sie da blickte.
Senzen trat neben sie, genauso verblüfft wie sie selbst.
„Schau dir die Kleider an,“ murmelte er mit einem Nicken seines Kopfes.
Tonya ging näher ran. In den dunklen, ausgefransten Resten des Hemdes war schwach ein Wort zu erkennen.
Kenlo.
Tonya Herz setzte für einen Schlag aus. Sie könnte vor Begeisterung weinen. Fast siebenhundert Jahre später schaute sie nun auf ein Crewmitglied der Artemis.
Plötzlich wurde der Tunnel von einer seismischen Entladung erfasst und heftig geschüttelt. Tonya und Senzen schlitterten herum und versuchten ihr Gleichgewicht zu halten. So schnell wie es gekommen war, verschwand es wieder. Sie schauten sich gegenseitig an. Ein weiteres, viel stärkeres Beben als das Letzte traf sie.
„Das ist nicht gut,“ sagte Senzen leise.
„Du meinst mit einem Orbitallaser Löcher in einen Planeten zu bohren ist keine so gute Idee?“
„Wir müssen hier weg.“ Senzen sprang an seinen Kommunikator. „Nagia, wo bist du?“ Stille. „Nagia!“
Tonya versuchte sich aufzurichten. Sie sah wie sich gewaltige Risse durch das Eis ausbreiteten. Weiter unten im Tunnel begannen sich Eisblöcke zu verschieben und einzustürzen.
„Die ganze Höhle stürzt ein,“ sagte Tonya. Ein Laserstrahl löste sich.
Senzen schenkte ihr keine Aufmerksamkeit. Er schoss um Kenlo’s Körper herum, um ihn frei zu bekommen. Es funktionierte nicht.
„Steh nicht rum, hilf mir.“
„Wir müssen hier raus.“ Tonya konnte kaum glauben was sie gerade sagte. Der Lohn ihrer gesamten Arbeit, eine beispiellose Errungenschaft war nur paar Meter entfernt. Ruhm und Ehre, eingefroren im Eis. Eigentlich aber war es der Tod. Sie konnten es nicht frei bekommen, es nicht tragen. Es würde nur ihr Tod sein. Das begann sie einzusehen.
Senzen’s Gewehr feuerte mit voller Stärke. Ein weiterer gewaltiger Stoß des Planeten entlud Strahlen von Gas und Dampf in den Tunnel.
Tonya wankte hin und her und versuchte ihr Gleichgewicht zu halten, sie trat in ein Pfütze. Die Höhle begann aufzutauen.
„Der Laser hat den Kern erreicht, wir müssen hier raus!“ Sie griff seinen Arm und zog ihn mit. Senzen schleuderte sie von sich. Sie schlug auf den Boden auf und rutschte.
„Was ist los mit dir, Tonya?“ sagte er fast wahnsinnig. Senzen schoss weiter bis das Gewehr sich neu aufladen musste. „Das ist die Entdeckung des Jahrhunderts. Ich wäre ein Idiot wenn ich mir das entgehen lassen würde.“
„Du musst es zurück lassen.“
„Zurück lassen?!“ Er schüttelte seinen Kopf.“ZURÜCK LASSEN?“ Er hämmerte besessen mit dem Kolben des Gewehrs auf das Eis und riss Stücke mit den Händen raus.
Plötzlich riss der Boden auf und gab nach. Senzen verschwand in einer Wolke aus Dampf im dunklen Abgrund des Planeten.
Tonya starrte wie gelähmt in die Leere. Als sie aufschaute bemerkte sie, dass das letzte Beben Kenlo’s Körper aus seinem Eis Grab herausgebrochen hatte. Er lag tauend auf der Seite.
Vielleicht konnte sie ihn mitnehmen. Vielleicht würde sie es schaffen ihn an die Oberfläche zu bringen. Diese Gedanken wirbelten an ihrem rationalen Gewissen vorbei und brachten die Visionen von Ruhm und Ehre wieder in den Vordergrund.. Alles was sie tun musste war über den Abgrund zu hüpfen in den Senzen gefallen…
Tonya bemerkte das Kenlo sie anschaute. Seine Augen, ein blasser Schatten von blau, waren direkt auf sie fokussiert. Er sah überrascht aus…. verblüfft. So muss sie auch ausgesehen haben als sie ihn zuerst sah. Seine Lippen formten schwach ein Wort.
„Renn…“
Seine Augen schlossen sich und sein Körper sank nieder.
Ihn hinter sich lassen begann Tonya zu rennen.
Tonya rannte wie auf Autopilot durch den zusammenstürzenden Tunnel und wich den sich verschiebenden Rissen aus. Ihre Gedanken waren betäubt von dem was sie gerade erlebt hatte. Sie erinnerte sich gerade noch wie sie an die Oberfläche kletterte und sich auf einen der Minentransporter zog.
Erst als der Transporter von Kallis IX abgehoben hatte und sie vom All die tumultartigen Wolken wirbeln sah versuchte sie nachzuvollziehen was passiert war.
Ausnahmsweise hatte sie keine Ahnung.

Erde, Sol System.
2 Monate später.
Melvin Hartley Junior schlurfte eifrig durch das Foyer des Museums. Mit Staubwedel und Wischlappen in der Hand war er auf der Jagd nach Resten von Schmutz oder Staub, welche seiner energischen Reinigung entgangen waren.
Eine Uhr piepte. Hartley räusperte sich und gab dem Raum einen letzten abschätzenden Blick. Er verstaute seine Reinigungsutensilien im Putzraum und prüfte seine Arbeitskleidung im nahe gelegenen Spiegel.
„Wirklich sehr fein,“ sagte er und setzte sein Verkäuferlächeln auf. Er ging stolz zur Eingangstür. Seine Schuhe quietschten auf dem Marmorboden.
Er drückte einen Knopf bei der Eingangstür. Ein Transparent entrollte sich über dem Eingangsbereich: „Die Artemis; Eine neue Entdeckung. Präsentiert von Shubin Interstellar.“
Er lächelte als er es zum tausendsten Mal las und entriegelte die Tür.
Ein Menschenmenge wartete draußen. Erwachsene, Kinder, Reporter, Mitglieder der Wissenschaftsgemeinde wartete begierig darauf eintreten zu können und ihre Ticket zu zeigen.
Tonya sah wie Hartley Eintrittskarten verkaufte. Sie hatte eine Vereinbarung mit Gavin Arlington getroffen: Die Überreste der Artemis aus Stanton im Museum von Hartley auszustellen.
Hartley sah sie in der Menge. Seine Augen füllten sich mit Tränen. Er nickte ihr zu.
Tonya lächelte und nickte zurück.

Kallis System
2 Wochen später
Die zwei Hälften der Beacon II schwebten im Weltall. Tonya schaute sich das Wrack aus der Pilotenkanzel ihrer Beacon III an, welche dankbarerweise von ihrer liberalen Versicherungspolice gedeckt wurde.
Die Spur war tot. Sie war nach Kallis IX zurückgekehrt um nach Kenlo oder anderen Zeichen der Artemis zu suchen, aber wurde enttäuscht. Als sie ihren Abschlussbericht bei Arlington ablieferte, erwähnte sie den Körper nicht. Er würde ihr nicht glauben. Niemand würde dies. Sie hatte selbst Schwierigkeiten es zu glauben.
Das bedeutete, dass sie noch erfinderischer werden musste, um weitere Anhaltspunkte zu finden. Bestimmt gab es da draußen welche und sie würde nicht aufhören nach ihnen zu suchen.
Eine Nachricht erschien auf ihrem Bildschirm. Übertragung komplett. Tonya lehnte sich zurück und wartete.
„Hallo Tonya,“ sprach Janus über die Lautsprecher.
„Willkommen zurück.“
„Danke.“…. Pause…. „Hast du einen Kurs in Planung?“
„Sicher doch.“ Tonya gab ihn in den Navigationscomputer ein.
„Verstanden,“ sagte Janus. Die Systeme begannen sich zu aktivieren, stoppten jedoch wieder. „Willst du fliegen?“
Tonya dachte einen Augenblick nach.
„Nein, flieg du.“

ENDE

Überarbeitet von Mera Luna

Original:
https://robertsspaceindustries.com/comm-link/spectrum-dispatch/12930-The-Lost-Generation-Issue-10

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// End Transmission

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