Operation: False Flag Teil 5 – von SEV –

Teil – 5
Zwischen den Fronten

Betreff: Voller Erfolg
ABS: Richard Nolan

Operation: False Flag war ein voller Erfolg. Unsere Agenten bestätigen schwere Gefechte im Hades-System.

Die Verwirrung zwischen Typhon und der Ceades ist groß. Beide Seiten gehen von einem gegenseitigen Verrat aus. Unsere in den Clans eingesetzten Undercover-Agenten werden zur weiteren Desinformation beitragen.

Ersten Berichten zufolge kam es kurz nach dem Hades-Zwischenfall, bereits zu ersten Übergriffen zwischen den Gruppierung in anliegenden Systemen.

Director der EDA

RE: Voller Erfolg
ABS: XXX

Welche Erkenntnis liegt zum Verbleib des Whistleblowers vor?

Es ist immer noch davon auszugehen, dass er am Leben und in Besitz der Informationen ist bzw diese bereits an die Piraten weiter gegeben hat.

Ich hoffe, die Delta-Einheit kann nach ihrer Rückkehr diesen Umstand klären.

Abteilung-51

XXX

Hades-System

Es hatte nicht lange gedauert, ehe die Exodus einen sicheren Abstand zu Hades-4 und den andauernden Gefechten gewonnen hatte. Sie waren nun außer Gefahr und unterwegs zum Terra-Sprungloch. Sev saß regungslos im Sitz des Kapitäns während er verträumt aus den Fenstern blickte.
Die Vorwürfe ließen sich nicht abschütteln auch wenn er wieder und wieder alles durchging um letztendlich immer zum Schluss zu kommen, dass er keine andere Wahl gehabt hatte. Er musste nach vorne blicken, sein Ziel im Auge behalten.
Nesaja.
Er würde ihn suchen und finden.
In Gedanken vertieft merke er nicht, wie Nero sich ihm mit kaum hörbaren Schritten genähert hatte und Sev darauf hin ansprach:
„Wir tun was wir tun. Es gibt kein warum oder wieso. Lenke deine Gedanken auf das was wirklich wichtig ist.“
Sev schielte zu ihm hinüber und fragte sich für einen Moment, ob ein Phantom imstande war Gedanken zu lesen, ehe er nüchtern antwortete:
„Und das wäre?“
„Konsequenz. Wir alle erfüllen unsere Aufgabe, damit andere ihr Leben führen können. Wir sind das exekutive Glied in einem System, das vor der eigenen Meinung beschützt werden muss. DAS ist unsere Aufgabe. Nicht mehr und nicht weniger. Wir formen nicht. Wir führen lediglich aus. Es macht keinen Sinn, den Platz den man in diesem Universum einnimmt anfechten zu wollen. Wir leben, erfüllen unseren Zweck und dann sterben wir. So einfach ist das.“
Sev schnaubte verärgert:
„Schicksal… Ja? So einfach machst du dir es?“
Nero schüttelte den Kopf und erklärte ruhig:
„Nein, kein Schicksal. Befehle. Zum Wohle der UEE.“
Keuchend lachte Sev auf, ehe sein Ton aggressiver wurde:
„Befehle…. Solange man andere für sein Handeln verantwortlich machen kann, hat man die Freiheit alles zu tun? Ist das dein Motto?“
„Nein. Niemand kann sich davon frei sprechen, für das eigene Handeln einzustehen. Doch haben wir nicht den Überblick, um zu entscheiden welche Kollateralschäden akzeptabel sind.“
erklärte Nero weiter. Sev keuchte kurz auf und fragte mit einem sarkastischen Tonfall:
„Und andere haben diesen Überblick?“
Nero nickte:
„Wenn du das bezweifelst…. Warum hast du dann den Feuerbefehl gegeben?“
Sev blieb Stumm. Auch Nero lies einige Sekunden verstreichen ehe er sich ihm nochmal ein Stück näherte und mit leiser Stimme erläuterte:
„Es ist an der Zeit… ALLE losen Enden zu kappen.“
Langsam blickte Sev wieder auf, während ein unwohles Gefühl aus seinem Magen aufstieg und sich als erboster Ausdruck auf seinem Gesicht nieder legte:
„Was? Du fängst schon wieder damit an?!“
Nero wich zurück:
„Wann denn sonst? Während es Gefechts? Während der Vorbereitungen? Das hätte dich unnötig abgelenkt und deine Effektivität gemindert.“
Das grollende Drücken in Sevs Magengegend wurde stärker. Nero betrachtete ihn offensichtlich nur als Werkzeug und Sev wusste nicht ob der Zorn von der Vorstellung kam, dass sie mehr verband als bloße Zweckmäßigkeit oder Nero weiterhin einem Zivilisten nach dem Leben trachtete und sich über seine Anordnung hinweg setzen wollte. Und so wurde er lauter:
„Effektivität?! Ja? Schieb dir deine Effektivität sonst wo hin!“
Sev wollte davon stürmen, doch drückte ihn Nero mit festen Griff wieder zurück in den Kapitäns Sitz. Es bereitete Nero keine Mühe, doch trotzdem fühlte sich seine Hand wie die eines Roboters an, die sich in sein Fleisch grub. Verärgert lies Sev es über sich ergehen, dachte nicht daran auch nur für einen Moment zu zeigen wir sehr Neros Griff schmerzte und starrte mit festem Blick zurück, als Nero monoton erklärte:
„Es ist leichter wenn man nicht selbst den Abzug betätigen muss…. Du hast bereits den Befehl dazu gegeben, die Geiseln zu opfern. Du musst es nur nochmal tun….“
Sevs Herz pochte auf und wie eine platzender Luftballon breitete sich die Wut in ihm aus. Fauchend stürmte er auf Nero zu:
„Du mieses Arschloch!!!“
Sev holte aus, hatte alle seine Wut in diesen einen Schlag gepackt doch wich Nero zügig aus und griff seinen Arm. Der Schmerz durchzog seine Sehnen, die Welt schien sich in Windeseile auf den Kopf zu drehen und die bittere Lektion aus dem Training schien sich schmachvoll zu wiederholen, als er krachend auf dem Rücken landete. Doch hatte Nero in einem Zug seine Waffe gezogen und richtete diese nun auf Sev.
Die restliche Delta-Einheit sprang auf, während ihre Hände zu ihren Waffen wanderten. Doch blieb es beim festen Griff um diese. Niemand zog sie und die angespannten Gesichter verrieten, dass niemand so recht wusste wie er handeln sollte.
Doch Nero wich zurück, richtete sich auf und blickte zwischen der Delta-Einheit umher:
„Euer Squadleader ist handlungsunfähig. Er behindert aktiv den Erfolg dieser Operation. Er hat nun nicht länger das Kommando. Sie werden nun meine Befehle befolgen.“
Sevs Gesicht wurde wütender. Mit entflammten Augen starrte er Nero an, der sein Blick wieder auf Sev richtete während er befahl:
„Delta-2, Delta-4! Die Zivilistin an Bord muss ausgeschaltet werden. Führen sie diesen Befehl unverzüglich aus!“
Eine beklemmende Stille erfüllte den Raum, während Nox und Ray zögernd zwischen den beiden hin und her blickten. Beide schienen sich nicht sicher zu sein und Sev machte keinen Anstand nicht zu zeigen wie wütend er war.
Es ging nicht länger um die Geiseln oder die Zivilistin an Bord. Oft hatte er unbequeme Entscheidungen treffen müssen. Viele Menschen in den Tod geschickt. Doch nur wenn er keine andere Wahl mehr gehabt hatte. Das war der einzige Trost. Die einzige Entschuldigung der er vorzuweisen hatte und überhaupt ermöglichte mit dieser Last umzugehen.
Er würde nicht zulassen, das ihm jemand diese Entschuldigung nimmt und vergebens suchte Sev nach einem Ausweg. Nero hatte seine Pistole wieder ins Holster gesteckt, doch legte sich seine Hand noch immer um dessen Griff, bereit diese sofort zu ziehen.
„Gibt es ein Problem? Delta-2?“
fragte Nero nach, ohne den Blick von Sev abzuwenden. Nox blickte ziellos umher ehe sein Blick Sev traf, den er für einige Sekunden erwiderte und sich fluchend äußerte:
„Verdammte Scheiße! Wieso muss ich immer mit geisteskranken Idioten unterwegs sein?“
Seicht schüttelte er den Kopf ehe er gedämpft fort fuhr:
„Scheiße! Befehl wird ausgeführt…… Phantom.“
Sevs Gesicht verfinsterte sich, als er sah wie Nox und Ray die Brücke verließen. Nero rührte sich nicht und wandte sich nicht für eine Sekunde von Sev ab. Wie eine Statue die ihn unentwegt anstarrte und Sev war sich sicher, dass er ihn sofort töten würde, wenn er auch nur daran dachte, ihm in den Weg zu kommen. Denver und Kody rührten sich ebenfalls nicht während sie das Geschehen schockiert beobachteten und Sev fragte sich, ob sie eingreifen würden. Doch obwohl sie bereits 2 Jahre zusammen dienten, konnte er diese Fragen nicht beantworten. Nüchtern gestand er sich ein, dass seine Kameraden auf Abstand zu halten, ein voller Erfolg gewesen war.
Die Momente verstrichen und noch ehe Sev den Entschluss fassen konnte, den Versuch zu starten es mit Nero aufzunehmen, schallten die Lautsprecher der Brücke los, über die Noxs kratzige Stimme zu hören war:
„Sie ist weg! Verdammte Scheiße! Sie ist durch den Lüftungsschacht geflohen!“
„Findet sie!“
befahl Nero und richtete sich an Kody und Denver:
„Delta-3, Delta-5! Nehmt Delta-1 in Gewahrsam! Das ist ein Befehl!“
„Verstanden!“
bestätigte Kody prompt und zog seine Gewehr vom Rücken, das er in eine lockere Haltung vor seiner Brust nahm. Denver tat es ihm gleich und trat auf Sev zu.
Trotzig blickte er die beiden an, während Nero noch ein Stück näher an ihn heran trat und flüsterte:
„Die UEE ist alles was zählt. Nichts anderes. Weder du, noch ich, oder sie. Wehre dich nicht dagegen!“
„Die UEE? Was ist die UEE für dich? Das Wappen? Die Politiker? Das System?“
fragte Sev zornig und erklärte sich weiter, nachdem Nero für einige Sekunden nicht antwortete:
„Das Volk ist die UEE und jeder Mensch der diesem angehört. Wenn du sie tötest, tötest du somit auch ein Stückchen des Imperiums.“
Nero blickte ihn für einige Sekunden weiterhin tief in die Augen, ehe er sich kommentarlos abwandte und mit zügigen Schritten die Brücke verlies.
Sevs blick richtete sich wieder auf Denver und Kody. Doch noch ehe er auch nur ein Wort sagen konnte quasselte Denver los:
„Mensch, Boss! Da hast dich aber in eine Scheiße rein geritten. Man man man. Nicht schlecht!“
„Halt die Klappe Denver!“
schnaubte Sev verächtlich, doch Denver beließ es nicht dabei:
„Ich sag’s ja nur. Und alles wegen so ner Tusse. Ein Opfer mehr oder weniger…..“
Er machte eine kurze Pause und betonte seine nächsten Worte:
„ ….ist doch scheiß egal!“
Sev blickte ihn zornig an, das bestätigte Kody mit einem leichten Lächeln:
„Er hat Recht. Es ist scheiß egal.“
Verwirrt blickte er die beiden an. Denver ließ sich locker in einen Sitz fallen und erklärte:
„Jupp. Scheiß egal. Ob sie drauf geht…. ob sie lebt…. also mir ist das Schnuppe.“
Sev lockerte sich verdutzt und wieder musste er sich eingestehen das er seine Kameraden nicht ansatzweise kannte. Kody setzte sich ebenfalls während er sich ruhig äußerte:
„Jeder hat seinen Weg den er gehen muss. Jede Entscheidung ist die Entscheidung des einzelnen. Ich werde dir bei deiner nicht im Wege stehen.“
Denver lachte:
„Naja, so hätte ich es nicht formuliert…. aber mach das du weg kommst! Ist dein beschissenes Leben das du in die Scheiße reitest!“
Sev lächelte dezent und verdutzt schüttelte er den Kopf ehe er sich versicherte:
„Seid ihr euch sicher?“
Kody nickte:
„Ja, und bist du dir sicher?“
er beugte sich weiter nach vorne und bekräftigte:
„Du kennst sie nicht einmal… und doch tust du das alles für sie?“
Sevs Lächeln schwand und hinterließ einen verträumten Gesichtsausdruck als er flüsternd antwortete:
„Nein, nicht für sie.“
Genervt sprang Denver wieder in die Höhe und fuchtelte mit einen Armen herum, die zum Ausgang zeigten:
„Ja ja! Die Wege des Sevs sind unergründlich. Mach das du weg kommst, bevor Nero den Hangar dicht macht und du nicht mehr flüchten kannst.“
Sev stiefelte los, griff seinen Helm und fragte beiläufig:
„Was werdet ihr Nero sagen?“
Lachend erwiderte Denver:
„Leider bin ICH ja hier. Das du uns überrumpelt hast fällt dann somit aus! Aber uns fällt da schon was ein. Du weißt ja, ich bin ein Meister der Schauspielkunst.“
„Als Pirat wirst du nicht weit kommen….. Danke Denver!“
Erklärte Sev spöttisch, machte ein Schritt zur Tür, doch blickte er noch einmal über seine Schulter und richtete sich an Kody:
„Danke….. Chen!
Kody nickte gelassen:
„Bedanke dich nicht zu früh, mein Freund!“
Sev erwiderte diese Geste und eilte zur Tür hinaus.

Vorsichtig tastete Melody sich einen engen Gang entlang. Sie wusste weder wo sie war, noch wo sie hin musste. Sie wusste nur das sie so schnell wie möglich runter von dem Schiff wollte, das gespickt mit Leichen war. In den Gängen, in den Räumen. Überall lagen tote Piraten. Und doch schien niemand anderes hier zu sein.
Doch nach einigen Minuten, in denen sie weitere Räume voller Tod passiert hatte, erreichte sie ein Schott, mit der Aufschrift „Evakuierung“.
„Ja!“
stieß sie begeistert aus und klatschte in die Hände. Sofort betätigte sie das Bedienfeld und das Schott schob sich unter einem zischen auf. Dahinter ein gut ausgeleuchteter Raum. Dutzende runde Schotten zierten die Wände und Melody war sich sicher, dass das die Rettungskapseln sein mussten.
Hastig eilte sie zu einem Schott, daneben ein Bedienfeld das sie zügig zu untersuchen begann. Darauf lediglich 2 leuchtende Felder. „ Evakuierung“ und „ Abbruch“. Offenbar musste man kein Genie sein um sich aus einem Schiff hinaus zu schießen und so leuchteten ihre Augen, als ihr bewusst wurde, dass sie es geschafft hatte und ihren Arm hob um das Bedienfeld zu aktivieren.
Doch plötzlich ertönte ein lautes Brüllen hinter ihr:
„ HALT!!! Stehen bleiben!!!“
Sofort zuckte sie zusammen, drehte sich erschrocken um und erblickte 2 dieser seltsamen Gestalten, die die Farben und Muster der Umgebung annahmen und nun ihre Waffen auf sie richteten.
Wieder fing ihr Herz an zu rasen während sie sich nicht eingestehen wollte, so kurz vor ihrem Ziel doch noch zu scheitern. Kopfschüttelnd wich sie zurück, Ihr Gesicht verzog sich und mit ihrer Hand versuchte sie unauffällig das Bedienfeld zu ertasten, während sie mit zitternder Stimme erklärte:
„Nein, bitte. Ich will nur hier weg… Ich habe euch nichts getan. Verdammt… ich habe euch doch nichts getan!“
„Ich sagte: STEHEN BLEIBEN!!!“
brüllte eine der Gestalten erneut und trat eine weiteren Schritt in den Raum hinein. Doch plötzlich wurde die Gestalt, die noch in dem Gang kauerte, zur Seite gerissen. Einige dumpfe Laute erklangen woraufhin sich die Gestalt im Raum verwundert umdrehte.
Keine Sekunde verstrich, bis eine weitere dieser Gestalten in den Raum stürmte und die andere Angriff.
„SEV!!! Verdammte…..“
Schallte die eine kurz, ehe Melody fassungslos mit ansah, wie die beiden sich ein kurzen Schlagabtausch lieferten, ehe einer nach kurzer Zeit die Oberhand gewann und seinen Kontrahenten mit der eigenen Waffe gegen die Wand drückte. Er bekam keine Luft mehr, war kurz davor in Ohnmacht zu fallen und keuchte durch den Helm:
„Sev…..du…. verdammter………“
ehe er kraftlos zusammen sackte. Melodys Atmung wurde schneller und sofort als sie sich von dem plötzlichen Schock erholt hatte, wandte sie sich augenblicklich wieder dem Bedienfeld zu und warf ihre Hand auf die Evakuierungsschaltfläche.
Doch noch ehe sie diese traf, stand die verbleibende Gestalt hinter ihr und hielt ihren Arm fest. Sofort zappelte sie los und schimpfte:
„Lass mich los!!! Nein!!!“
Für einige Sekunden strampelte und zappelte sie vergeblich um sich zu befreien, bis die Gestalt sie gänzlich packte. Doch erst als diese mit bestimmendem Ton anfing zu sprechen, gab sie den Versuch abrupt auf:
„Wenn du leben willst…. dann folge mir!“
Seine Stimme klang tief, als wäre diese durch einen Verzerrer beeinflusst, ähnlich eines Roboters. Als sie nun losgelassen wurde, drehte sie sich vorsichtig um und starrte die Gestalt an und blickte in den metallischen Helm, der die Stimme verzerrte.
Unsicher, gezeichnet durch die Erfahrungen der letzten Stunden, wich sie misstrauisch zurück, trotz der deeskalierenden Körperhaltung der Gestalt. Ihre Unsicherheit spiegelte sich in ihrem Gesicht wieder und die Gestalt, die offensichtlich ein Mann in einer Rüstung war, erklärte trocken während er auf die Rettungskapsel deutete:
„Wenn du dich da raus schießt, sitzt du in der Falle. Sie werden die Rettungskapsel einfach abschießen.“
Melody schüttelte mit dem Kopf, ihre Augen kniffen sich zusammen währen sie beteuerte:
„Ich habe doch nichts getan…..und mein Vater……“
Sie schnaufte, während sich ihre Augen mit Tränen füllten.
„Es bleibt keine Zeit. Entweder du steigst jetzt in das Ding ein, oder aber wir verschwinden von hier….“
bekräftigte der Mann in einem harschen Ton. Melody blickte umher, fuhr sich durch ihr beschmutztes Gesicht und wischte sich die Tränen aus den Augen, ehe sie nach einem kurzen zögern dezent nickte.
Augenblicklich reagierte der Mann und schlug auf das Bedienfeld der Rettungskapsel, dessen Schott sich sofort zischend aufschob und ein Countdown auf dem Bedienfeld ablief.
„Das wird sie ablenken! Und jetzt komm!!!“
erklärte er, stürmte los und sofort eilte Melody hinter her.

Innerhalb von wenigen Minuten hatten Melody und Sev zügig das halbe Schiff durchquert. Jede Ecke hatte Sev mit einem mulmigen Gefühl passiert, im Wissen das Nero hinter ihnen her war. Doch hatten sie den kleinen Hangar innerhalb der Exodus erreicht und passierten den Eingang.
Sofort durchlief Sev den Raum mit seinem Gewehr auch wenn er nicht wusste, ob er auf Nero schießen würde, wenn es dazu kommen sollte. Er hatte ihm das Kämpfen beigebracht, hatte mehrere hunderte Stunden mit ihm trainiert und obwohl er es sich nicht eingestehen wollte, so war er trotz allem zu einem Teil seines Lebens geworden. Freund, Lehrer, Bekannter, es gab kein Wort für die Art ihrer Beziehung, was das heillose Wirrwarr in seinem Kopf nur noch verstärkte.
Durchdrungen von den vielen Gedanken und mit dem Druck der Zeit um Nacken, stürmte er zum Hammer der nicht weit entfernt im Hangar stand und hatte gar nicht bemerkt, das Melody, die nicht über die Körper optimierenden Eigenschaften eines Exoskeletts verfügte, kaum noch hinter her kam, als er fast die Strecke zum Hammer überwunden hatte. Angespannt drehte er sich um, winkte ihr zu und drängte:
„Los los los!!!“
Melody humpelte ein wenig, Ihr Gesicht wurde blass und ihre Körperhaltung dem zusammenbrechen nahe, als sie sich langsam zum Hammer kämpfte, während Sev angespannt die Umgebung im Auge behielt und schroff befahl:
„Einsteigen!“
Sie kämpfte sich die Rampe des eckigen Truppen-Transportes hinauf. Dort angekommen ließ sie sich auf einer der Sitzbänke nieder. Sev folgte zügig und schlug hektisch auf den Schalter ein, der die Laderampe hinauf fuhr. Kaum setzte sich diese in Bewegung und hatte sich fast verschlossen, stürmte Nero durch einen der Gänge in den Hangar.
Sofort zielte dieser zwischen den verbleibenden Schlitz der Laderampe auf Sev, der nun in den Lauf seiner Pistole starrte. Doch fiel kein Schuss und die Laderampe verschloss sich unter einem grollen.
Sofort hetzte Sev in das Cockpit und fuhr ein Schiffssystem nach dem anderen hoch. Die verschiedenen Anzeigen blinkten auf, leuchten und piepen überall während der Antrieb sich langsam unter einem summen hoch fuhr, als plötzlich die dicken Stahltore des Hangars anfingen sich zusammen zu schieben. Hektisch hämmerte Sev auf den Konsolen im Cockpit ein.
Sie mussten es nur noch heraus schaffen. Die Tarnfähigkeit des Hammers würde sie im nu außer Gefahr bringen können. Wütend, darüber das sich der Antrieb nicht so schnell hoch fuhr, wie Sev es sich wünschte, schlug er einige Male auf die Konsole ein und brüllte:
„Mach schon! Du verdammte Blechkiste!“
Momente verstrichen, die sich wie eine Ewigkeit anfühlten, bis plötzlich das Komm in Sevs Helm los schallte und Neros kalte Stimme erklang:
„Das ist deine letzte Chance, Richter! Fahr den Antrieb herunter und steig aus!“
Sev keuchte. Für einem Moment versuchte er einen klaren Kopf zu kriegen, um zu überlegen ob er WIRKLICH das Richtige tat. Er blickte zum Hangartor, das in wenigen Sekunden verschlossen sein würde, warf eine Blick über seine Schulter, wo er Melody schlaff, dem Ende nahe auf der Sitzbank kauernd sah und flüchtete sich für eine Sekunde in seinen Verstand, wo seine Eltern ihm lächelnd zunickte und seine Schwester, die immer auf ihn aufgepasst hatte, ihn verständnisvoll angrinste. Das Gamma-Squad der 7ten Schwadron gesellte sich zu ihnen. Allesamt nickten sie ihm zu. Lange hatte er diese Bilder nicht mehr gesehen, als seien sie seit 2 Jahren aus seinem Kopf verband worden.
Sev schüttelte sich die Gedanken aus dem Kopf, blickte zum Hangartor das sich immer weiter zuschob und betätigte mit fester Stimme das Komm:
„Es ist die Vergangenheit, die unsere Zukunft bestimmt. Es gibt kein zurück!“
Ein plötzliches Piepen füllte das Cockpit aus, als Zeichen das der Antrieb bereit war und so gab Sev vollen Schub. Der Hammer beschleunigte stark, drückte ihn in den Sitz und das Blut in seinen Kopf. Die Hangartore waren fast geschlossen, ein Spalt nicht viel größer als der Hammer waren noch offen als der Transporter hindurch schoss und sich die Tore dicht hinter ihm schlossen.

„Und daaaaa sind sie!“
bemerkte Denver amüsiert mit einem Blick aufs Radar:
” Und daaaaaaa sind sie wieder weg!“
als nun die Signatur des Hammers auf dem Radar verschwand, kaum hatte dieser den Hangar verlassen.
„Du kannst dich über alles lustig machen….oder?“
bemerkte Kody etwas bedrückt, doch Denver fragte schulterzuckend:
„Was hast du denn? Ist zum ersten Mal das ich das von dieser Seite aus sehe. Hätte nicht gedacht, dass das mit der Tarnfunktion so schnell geht…“
Kody blickte ihn für einige Sekunden an, bis Denver scheinheilig korrigierte:
„ Achsooo. Du meinst den Boss. Naja, vermutlich werde ich jetzt befördert, hat also auch alles seine positiven Seiten. Wer außer mir sollte sonst die Spitze übernehmen? Häh?“
Kopfschüttelnd teilte Kody sich mit:
„Ob wir ihm damit einen Gefallen getan haben?!“
„Gefallen? Mir ging er auf den Keks! Hab ihn deshalb laufen lassen!“
antwortete Denver schulterzuckend. Kody blickte ihn an und musste nicht auf seine Mimik achten, um zu wissen das er mit einem arroganten Auftreten wieder etwas zu überspielen versuchte.
Doch es tat nichts zur Sache. Sev musste seinen Weg gehen, so wie er seinen eigenen eingeschlagen hatte. Als er das Mönchskloster verlassen hatte, gab es ebenfalls viele Bemühungen um ihn von seinem Vorhaben abzubringen. Doch hatte er sich nicht beirren lassen. Die Wahrheit liegt im Handeln. Im eigenem Handeln. Wer sich seinen Weg nicht selber sucht, ist nichts mehr als eine leere Hülle.
Doch gerade als er sich weiter äußern wollte schob sich die Tür zur Brücke auf und Nox trat gefolgt von Ray hinein. Beide sahen mehr als zornig aus, was Nox auch gleich zur Sprache brachte:
„Dieser verdammte Penner!!! Wenn ich das Schwein in die Finger kriege…… dann reiß ich ihm sein Arsch auf!!!“
Denver lachte los:
„Was denn los? Siehst ja ziemlich übel aus!“
„Der Mistkerl hat uns ausgeknockt.“
fauchte Nox und Denver musste sich viel Mühe geben nicht gleich los zu brüllen:
„Kannst’e jetzt beurteilen, ob Sev ein Phantom geschlagen hat?“
„Halt deine Fresse! Du blöder Penner!“
Doch Denvers in Schadenfreude geborenen gute Laune legte sich schnell, als Nero nun mit zügigen Schritten die Brücke betrat und sofort nachfragte:
„Was ist hier passiert? Ich hatte einen Befehl gegeben.“
Kody sprang auf und erklärte bedrückt:
„Er hat sich befreit.“
Denver nickte:
„Er ist ziemlich gut im Nahkampf. Nox kann es bestätigen!“
Augenblicklich warf Nox, Denver einen wütenden Blick zu und knurrte:
„Du beschissener……!“
Die blau leuchtenden Augen von Neros Maske schauten ausdruckslos in die Runde, ehe sein Blick zu Kody und Denver wanderte, die er für einige Sekunden anstarrte. Kody konnte sich gut vorstellen, dass er ihre Mimik musterte. Doch nach einige Momenten der Stille schritt er auf den Kapitäns Sitz zu und erklärte kalt:
„Leutnant Hien “SEV” Richter, ist ab sofort ein Feind der UEE. Bei Kontakt sind alle nötigen Mittel zu ergreifen um ihn gefangen zu nehmen oder auszuschalten.“
Kody blickte auf als sich seine Vermutung bestätigte.
Sev gingen die Einsätze zu nahe. Schon seit einiger Zeit hatte er bemerkt wie Sev langsam durchdrehte. Lange hätte er dem Druck nicht mehr stand halten können ehe er zerbrochen wäre. Auf der Flucht vor der UEE, vielleicht war es das kleinere Übel und Kody hätte ihn nicht gehen lassen, wenn er nicht davon überzeugt gewesen wäre. Er besaß die Fähigkeiten und die nötige Sturheit, um der UEE wirklich entkommen zu können. Doch Neros nächste Befehle ließen Kody schnell an seiner Entscheidung zweifeln:
„Alle Mann auf Station gehen, wir setzen einen neuen Kurs.“
Denver horchte auf und fragte verwirrt:
„Wir fliegen nicht zurück zur Calamity?“
Nero setzte sich in den Sitz und begann sofort mit einigen Arbeiten, während er ruhig erklärte:
„Wir haben einen Auftrag. Dieser ist erst beendet wenn alle Zeugen ausgeschaltet wurden. Wir nehmen die Verfolgung auf. Ich erwarte das meinen Befehlen unverzüglich Folge geleistet wird.“
Denvers und Kodys Blicke trafen sich und Kody konnte nur schwer feststellen was er gerade dachte, doch Zufriedenheit, sah anders aus.
„Hab ich mich klar ausgedrückt?“
fragte Nero. Ein allgemeines nicken folgte von einigen nicht begeisterten:
„Jaaa.“
unterlegt. Kody streifte zu seinem Terminal, setzte sich und warf einen Blick zum Fenster hinaus, während er leise flüsterte:
„Haben wir dir wirklich einen Gefallen getan Hien?.“

Tief atmete Sev durch. Kaum waren mehr als 10 Minuten vergangen, dröhnte sein Kopf von den vielen Fragen die nun durch seinen Geist schossen. Es hatte nicht lange gedauert ehe ihm die Zweifel heimsuchten, im Wissen, der Unwissenheit was nun zu tun war. Wieder einmal hatte er überstürzt gehandelt, nicht weit genug in die Zukunft gedacht. Nun war er auf der Flucht. Die Streitkräfte, oder gar Nero würden es nicht auf sich beruhen lassen.
Er hatte alles hinter sich gelassen. Alle Gewohnheiten weggeworfen. Er kannte kein anderes Leben, als das beim Militär. Hatte nie Freunde die keine Soldaten waren. Angst machte sich in ihm breit, womöglich doch falsch gehandelt zu haben und alles für das Leben eines Menschen aufgegeben zu haben, über den er doch rein gar nichts wusste. Er machte sich keine falschen Hoffnungen.
Diese Frau in Sicherheit bringen?
Zurück zur Flotte und alles erklären?
Nein, es war ein schöner aber mehr als naiver Wunsch. Es war so wie er es gesagt hatte. Es gab kein zurück. Immer hatte er sein bestes gegeben, um Abstand zu seinen Kameraden zu gewinnen, doch nun. Nun fühlte er sich seit langen wieder wirklich einsam und allein.
Bedrückt öffnete er den Verschluss des Helms, dessen Druckausgleich los-zischte, eher er sich diesen Kraftlos vom Kopf zerrte und einfach fallen ließ. Verträumt blickte er sich im Cockpit um und versuchte das Durcheinander seiner Gefühle und seiner Gedanken zu ordnen.
Wut, Angst, Trauer. Er konnte das Eine nicht von dem Anderen trennen. Einige Minuten verstrichen ehe er es wieder schaffte sich aufzurichten und mit vorsichtigen Schritten in den hinteren Teil des Schiff ging, nachdem er den Autopiloten aktiviert hatte.

Melody blickte auf, als der Mann nun ohne Helm das Hinterteil betrat. Weit entfernt von dem Monster das sie sich darunter vorgestellt hatte, stattdessen ein Mann, vermutlich nicht viel älter als sie selbst. Sein Blick wirkte zerknittert, weit entfernt und doch so voller Zorn. Mit langsamen Schritten trat er an sie heran. Melody versuchte soweit wie möglich ihre Schmerzen zu vergessen und richtete sich auf. Ein dezentes Lächelnd zog sich über ihre Lippen, als Dankeschön für Ihre Rettung. Doch der Mann reagierte nicht und setzte sich auf die gegenüberliegende Sitzbank woraufhin er sie für einige Sekunden anstarrte. Mit einigen unsicheren Blicken musterte sie ihn, ehe sie leise sagte:
„Ich…. es ist so….. Danke! Ich…“
Doch unterbrach er schroff:
„Wer bist du? Was hast du auf der Exodus gemacht?“
„Exodus? Hieß das Schiff so?“
Der Mann starrte sie mit unveränderten Gesichtsausdruck weiter an. Melody sortierte die Worte in ihrem Kopf um zu beschreiben was alles vorgefallen war, doch da sammelten sich bereits wieder einige Tränen in ihren Augen:
„Melody, Melody Woodward. Ich war doch nur bei meinem Vater. Doch dann….Sie haben ihn mitgenommen. Die Piraten.“
„Er ist eine der Geiseln?“
Melody nickte und erklärte gedämpft:
„James. James Woodward. Er wird auch von vielen Leuten der Whistleblower genannt.“

Sev horchte auf. Ein Klos blieb ihm im Hals stecken während er sich an das Gespräch zwischen den Piraten erinnerte. Ihr Vater, er war auf der Basis gewesen. Die Basis die sie angegriffen hatten. Es dürfte kaum jemandem gelungen sein, vor dessen Zerstörung zu fliehen. Schnaubend stand Sev auf, lief auf der Stelle im Kreis während sein Herz anfing zu pochen. Hatte er ihren Vater getötet?
Währen dessen erzählte Melody weiter:
„Ich muss ihn finden. Sie haben etwas mit ihm vor. Bitte, ich muss schnellstmöglich zur nächstgelegenen ADVOCACY. Irgendwo ins UEE Gebiet!“
Sev schüttelte mit dem Kopf:
„Das geht nicht!“
Melodys Augen verengten sich während sie ihn schief an sah:
„Was? Wieso nicht?“
Sev blieb stehen. Blickte wirr umher während beteuerte:
„Verdammt es geht nicht! Es wäre besser für dich nicht so viele Fragen zu stellen!“
Sev wurde klar das sie wirklich keine Ahnung hatte wer er war oder was sie gemacht hatten. Wenigstens in diesem Punkt hatte er Recht behalten können. Doch das würde sich schlagartig ändern, wenn er ihr die Wahrheit erzählen wurde. Dann würde sie wirklich zur Zeugin werden, auch wenn es wohl gar keinen Unterschied machte.
Doch Melody ließ sich damit nicht abspeisen und wurde lauter:
„Was? Es geht um meinen Vater! Ich MUSS Hilfe holen! Was soll das heißen es geht nicht?“
Sevs Herz zog sich zusammen. Ihr Vater war vermutlich nicht mehr am Leben. Es war seine Schuld. Sie würde von den Menschen gejagt werden von denen sie sich Hilfe erhoffte und vergebens überlegte Sev, wie er ihr das beibringen solle und ob überhaupt. Doch er wusste es nicht, was augenblicklich seine Wut auflodern lies und er ebenfalls lauter wurde:
„Es geht nicht! Verdammt nochmal es geht einfach nicht!!!“
Melody gab sich jedoch mit dieser Antwort nicht zufrieden brüllte:
„Setz mich ab!“
Sev fuchtelte mit der Hand in der Luft herum und brüllte zurück:
„Absetzen ja?! Welcher Gesteinsbrocken darf es denn sein? Asteroid oder Meteorit?“
Trotzig schrie Melody zurück und versuchte sich an Sev vorbei zu quetschen:
„Ist mir scheiß egal! Wenn du es nicht machst… dann lass mich durch!!!“
Sev hielt sie fest und motzte los:
„Das lässt du schön bleiben!“
Doch Melody fing an zu zappeln und mit aller Kraft gegen seinen Brustpanzer zu hämmern, während sie erneut lauter wurde:
„Lass mich los!!! Irgendjemand muss was unternehmen!!!“
„Ach ja?!! Und was? Was hast du vor wenn du in einem beschissenen UEE System gelandet bist? Häh?“
„Ich hol Hilfe! ADVOCACY, Polizei oder sogar das Militär!“
„ ch BIN vom Militär!!!…… SCHEIßE!!!“
Augenblicklich erstarrte Melody und blickte Sev mit ihren großen blauen Augen ungläubig an. Sev ließ sie los und sofort taumelte sie zurück ehe sie sich kraftlos auf der Sitzbank fallen ließ und leise keuchte:
„Aber…. Ich verstehe nicht.“
Schlampig fuhr sich Sev mit der Handfläche gegen die Stirn und erklärte etwas von seiner Position angewidert:
„UEE Marines, zu ihren Diensten……“
Melody blickte hastig umher, während man ihr deutlich ansah, dass sie alles zu verstehen versuchte:
„Und die auf dem Schiff?“
Bedrückt nickte Sev:
„Ja, auch Marines.“
„Aber…… Ich…..“
Erneut zeichnete sich auf Melodys Gesicht sämtlich Trauer ab. Einige Momente sah sie sich wirr um, ehe sie flüsternd feststellte:
„Sie waren deine Kameraden… oder? Einer hatte dich Sev genannt? Ist das dein Name? ……Ja?“
Sev nickte kurz und machte mit einem festen Tonfall deutlich klar:
„Umso weniger du weißt, desto besser ist es für dich.“
Er machte eine kurze Pause in der er tief durchatmete ehe er weiter erklärte:
„Wir haben eine verdeckte Operation durchgeführt. Du wirst als Sicherheitsrisiko angesehen. Sie werden dich jagen und zur Strecke bringen. Wenn du zur Polizei oder ADVOCACY gehst, dann werden sie dich finden. Wir müssen UEE kontrollierte Systeme meiden.“

Melodys Blick erstarrte und richtete sich ausdruckslos vor sich, während Sev weiter erläuterte:
„Darum muss ich alles wissen was auf dem Schiff vorgefallen ist. Was die Piraten von dir wollten, was sie von deinem Vater wollten…… Ich weiß nicht ob uns das überhaupt helfen kann, jedoch…….“
Die Wortes des Soldaten schienen immer leiser zu werden, während Melody sich in Gedanken verlor. Doch konnte sie nun erstmals verstehen, in welcher Welt ihr Vater gelebt hatte und welche Verbrechen er aufdeckte. Soldaten die Jagd auf Zivilisten machten. Entführungen, Erpressungen, Morde, Tod und Elend. Ihr lief eine Träne die Wange hinunter, als sie sich vorstellte was ihr Vater Tag für Tag durchmachen musste. Hätte sie es doch nur schon die ganzen Jahre gewusst. Dann wäre sie ihm nicht für eine Minute mehr von der Seite gewichen. Doch wie sollte sie ihm nun noch helfen können?
„ Verstehst du mich?“
durchdrang die Frage ihre Gedanken als der Soldat sich laut wiederholte. Melody schüttelte mit dem Kopf und grub in ihrer Erinnerung. Sie hatte das Gespräch zwischen ihrem Vater und dem Piraten belauscht und versuchte nun Mühevoll sich wieder die Wörter ins Gedächtnis zu rufen:
„Sie…. sie wollten irgendeinen Nano-Chip von ihm. Haben ihm gedroht. Er sagte dieser befindet sich im Fora-System……… Ich glaube Hyperion?! Eine Infoagent bewahrt diesen für ihn auf. Sein Name war….. Nass… Nassara? Nesaja! Genau. Sein Name war Nesaja!“
Doch augenblicklich als sie seinen Namen nannte blieb Sev regungslos stehen und stieß ein lautes:
„Was?“
aus. Er widmete ihr seine gesamte Aufmerksamkeit und fragte bestimmend:
„Was hast du gerade gesagt?“
Verunsichert wiederholte sie sich und beteuerte:
„Nesaja. Ja! Das war der Name den mein Vater nannte.“

Sev starrte Melody für einige Sekunden an, ehe er sich ruckartig von ihr abwandte und Richtung Cockpit verschwand, während er sich fragte, ob das ein Zufall sein konnte. Wie viele Nesaja’s würde es in der Galaxie wohl geben? Doch mit diesem weiteren Konflikt der sich in sein Kopf bohrte, schaffte er es kaum noch einen klaren Gedanken zu finden und so setzte er sich in den Pilotensitz und fing an Zielkoordinaten in den Hammer ein zu geben. Melody folgte wenige Augenblicke später und setzte sich vorsichtig in den Copiloten Sitz. Mit sanfter Stimme fragte sie:
„Wo fliegen wir jetzt hin?“
Sev sah sie an, doch schaffte er es nicht lange ihr in die Augen zu sehen. Er hätte sofort reinen Tisch machen sollen. Sagen das er ihren Vater auf dem Gewissen hatte, doch tat er es nicht und antwortete lediglich trocken:
„Cathcart…… Einen Gefallen einfordern.“
Einige Minuten brauchte Sev, ehe er den Kurs heraus gesucht und in den Navigationscomputer eingegeben hatte. Als sein Blick wieder zum Copiloten Sitz wanderte, war Melody in unveränderter Haltung bereits vor Erschöpfung eingeschlafen. Sev beugte sich ein Stück zu ihr hinüber und flüsterte mit kaum hörbarer Stimme:
„Es tut mir Leid. Ich hatte keine Wahl.


// End Transmission

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