Operation: False Flag Teil 1 – von SEV –

Teil – 1
Jagd

Betreff: SWORD-Trooper NX-038
Abs: Bill Moray

Bericht an Director Nolan der EDA ( Empire Defence Agency) in Bezug auf den zum kürzlich zum Leutnant beförderten SWORD-Trooper Hien „SEV“ Richter, der in Folge der Ereignisse von Muna-15, vor 2 Jahren, in den Dienst von SWORD gestellt wurde.

SWORD Trooper Richter, derzeit eingesetzt auf Cassel, hält weiterhin Kontakt zu kriminellen Organen. Ausschnitt aus einer vor 3 Monaten aufgezeichneten Kommunikation auf Banshee. Uhrzeit der Aufnahme 23.13 Uhr – Ortszeit:

Trooper: „ Haben sie die Infos?“
Marek: „ Moment, die Leitung ist nicht sicher!“
Trooper: „ Irrelevant. Ich will die Informationen, jetzt!“
Marek: „ Okay, hör zu. Das ist wie ne Hexenjagt…..Ich habe wirklich alles versucht, doch ich habe keine Spuren gefunden. Als wenn der Überfall auf Prime niemals stattgefunden hätte.“
Trooper: „ Sowas will ich nicht hören! Du bist ein Verbrecher, hast reichlich Kontakte zu Piratennetzwerken und doch erzählst du mir du findest nichts?“
Marek: „ Beruhig dich…….“
Trooper: „ Ich bin ruhig. Noch. Du beschaffst mir was ich wissen will, oder wir machen da weiter, wo wir das letzte Mal aufgehört haben.“
Marek: „ So einfach ist es nicht. Ich habe nur Informationen zu den Piraten in diesem System………es sind kleine Organisationen…..nicht in der Lage sowas durchzuziehen. Das habe ich dir aber von Anfang an gesagt!“
Trooper: „ Du schwörst also, dass die nichts damit zu tun haben?“
Marek: „ Ja.“
Trooper: „ Mit deinem Leben?“
Marek: „ Ja verdammt. Hör zu, ich schicke dir alle Daten die ich zusammen kratzen konnte und dann ist alles wieder in Ordnung.“
Trooper: „ Schick sie mir. Gesichertes Spectrum-Konto: SemperFi0007.“

Marek: „ Okay, sie sind da. Und jetzt lässt du mich verdammt nochmal in Ruhe.“
Trooper: „ Seltsam……die Daten. Du hattest gesagt, dass du nur ein Informant der Piraten bist……“
Marek: „ Ja, und?“
Trooper: „ Laut der Daten gehörst du ebenfalls zu den Banshee Piraten. Vergessen was raus zu streichen?“

Marek: „ Ach Scheiße! Drauf geschissen! Du kannst mich mal! Wenn du noch einmal in meine Nähe kommst, dann kannst du was erleben! Du hast deine Scheiß Daten und nun will ich dich nie wieder sehen!“
Trooper: „ Hey, kein Grund gleich seine Waffe raus zu holen.“
Marek: „ Was? Woher weißt du das? Wo verdammt steckst du?“

Die Leiche von Marek wurde am nächsten Tag in dessen Wohnung gefunden. Die ballistische Untersuchung ergab, dass ein großkalibriges Scharfschützengewehr eingesetzt wurde.

Es ist dringlichst zu prüfen, ob diese außerdienstlichen Aktivitäten, Einfluss auf den Dienst des Troopers nehmen und die geplante Operation gefährden.

EDA – Deputy Assistent Director – Abteilung für Innere Sicherheit der S.O.D. Streitkräfte / Unterabteilung SWORD Spezialeinheit

Bill Moray

RE: SWORD-Trooper NX-038

In Hinblick auf die kommenden geplanten Operationen weisen wir diese Befürchtungen zurück.
Die Vergangenheit des Trooper NX-038 gewährt eine besondere Loyalität für den Einsatz gegen Piratengruppierungen und ist deshalb unentbehrlich für den aktuellen Einsatz, sowie den folgenden.

Ich werde dem Einsatzleiter Colonel Matthew Logan empfehlen, die Operation durch den Trooper NX-038, Leutnant Hien „ SEV“ Richter, und dessen Delta-Einheit durchführen zu lassen.

Des weiteren befindet sich das Delta-Team bereits in einem vorbereitenden Einsatz für die kommende Operation.

Director der EDA

Richard Nolan

Goss-System
2941

Es ist unsere Vergangenheit, die über unsere Zukunft bestimmt.
Sie formt uns, lässt unsere Seele reifen in der unsere Gedanken gedeihen. Gedanken die unser Handeln bestimmen und damit über uns selbst. Sie entscheiden für uns, bestimmen über Moral, richtig und falsch, gut und böse.
Sie begleiten, lenken und richten über uns während die Zeit ihr Erschaffer und Zerstörer ist.
Jede einzige Sekunde gleicht einem Meißel der uns bricht, um uns danach wieder neu zu erschaffen.
Der Meißel: Leben.
Keiner kann ihm entgehen oder gar seine Wirkung leugnen.
Wir werden geformt, ob wir es wollen oder nicht und folgen dem Weg, der durch unsere Gedanken gezeichnet ist.
Auf eine Aktion folgt eine Reaktion.
Die fundamentalste Eigenschaft des gesamten Kosmos. Unsere Gene bestimmen unser Handeln, unser Handeln bestimmt unser Denken.
Wir haben eine Wahl, doch ist die Entscheidung die wir fällen durch unsere Gene, unsere Vergangenheit, unsere Erfahrung und die Gedanken die diese Formen vorbestimmt. Unser Einfluss auf andere, der Einfluss Fremder auf uns, sie alle sind eine Kette, die bis zum Anbeginn der Zeit zurück reicht. Der Dominoeffet des Universums. Der Flügelschlag eines Schmetterlings, kann 100 Meter weiter Bäume ausreißen.
Wir haben keine Wahl, das Schicksal ist allgegenwärtig. Unser Weg ist vorbestimmt, nicht von einem höheren Wesen, nicht von einem Gott. Nein, von uns selbst, von unseren Gedanken die in uns wohnen.
Es gibt einen Weg, den niemand sieht und doch folgt er ihm unaufhörlich bis zu seiner Bestimmung, seinem Schicksal. Herauf beschwört, aus den eigenen Gedanken, bestimmt durch unsere Vergangenheit.

Es ist die Vergangenheit, die über unsere Zukunft bestimmt.

Lange hatte Sev über die Bedeutung dieses Satzes nachgedacht, der ihn nach so langer Zeit noch verfolgte. Doch mit jedem Tag, jedem schrecklichen Bild das seinen Verstand ausfüllte, wurde ihm die Bedeutung bewusst. Er hatte seine Vergangenheit akzeptiert, er hatte sie angenommen. Die grollenden Gefühle in seinem Bauch bezeugten es. Jahre mussten verstreichen, damit Sev endlich klar geworden war, wer er wirklich war. Es gab keine Verdrängung mehr, keine Mauer die ihn vor den Erinnerungen an das Massaker, das seiner Familie widerfahren war, schütze. Stattdessen durchdrang sie ihn, bis in jede Faser seines Körpers.
Er hatte ein Ziel, eine Bestimmung, ein Schicksal.
Geformt von seiner Vergangenheit. Die Ereignisse auf Muna, sie waren kein Zufall gewesen. Es war der vorgesehene Weg, um Sev sein Schicksal aufzuweisen.
Bestrafung, Rache, Vergeltung.
Der Tod der Menschen, die alles ausgelöscht hatten was er jemals geliebt hatte, war der einzige Weg zu Rechtschaffenheit. Nein, sie würden keinen Richter erfahren, keine Jury, würden nicht Rechtsanspruch beantragen können. Piraten. Sie lebten wie Tiere, hielten sich nicht an soziale Regeln, Grundrechte oder Gesetze. Mordend zogen sie durch die Galaxie, auf der Suche nach Reichtum und Macht und scherten sich einen Dreck um das Leid anderer.
Nein, es würde kein Erbarmen geben. Sie hatte Ihre Wahl getroffen wie Tiere zu leben, und wie solche würde er sie jagen. Nicht nur die Mörder seiner Familie, nein, jeder einzelne Pirat. Es gab kein warum, keine Ausflüchte. Es gab nur die Kugeln in seinem Lauf und das Messer in seiner Hand. Er würde Richter und Henker sein um dem Abgrund der Gesellschaft, mit der einzigen Sprache die sie verstanden, beizubringen was Gerechtigkeit ist.
Und jeder Einsatz, der ihn in den vergangenen 2 Jahren in die finsteren Kreise dieser Verbrecher und Mörder gebracht hatte, bekräftigten seine Gefühle.
Erneut bestätigte sich der ganze Hass, als Sev durch das Zielvisier seines Sturmgewehrs sah, das er auf einem Baumstamm zwischen dem Dickicht des Dschungels angelegt hatte. Ein kleine Gebäudegruppe, mitten in dem Urwald von Cassel, zierte die Mitte seines Fadenkreuzes. Sie wirkten wie stählerne mit Moos überzogene Klötzer, mit mehreren Fenstern und Eingängen versehen. Ein großes Hauptgebäude, mit mehreren Stockwerken war der Mittelpunkt der Häusergruppe. Es war ein Color-Labor. Vermutlich wurden hier jedes Jahr mehrere hundert Tonnen der starken Droge produziert, die tausende von Menschen in der gesamten Galaxie umbrachten. Den Piraten war es egal. Sie interessierte nur Ihr Profit, doch heute würden sie den Preis für ihre Grausamkeit erfahren.
Kein Erbarmen. Keine Ausflüchte. Keine Wiedergutmachung.
Ein Funkspruch hallte plötzlich durch den Kampfhelm von Sev:
„Command, hier Eagle-Eye! Unbekanntes Schiff hat soeben Planetenatmosphäre durchdrungen und nimmt Kurs auf das Zielgebiet. Kann das unser Mann sein? Kommen!“
„Verstanden Eagle-Eye, starten Aufklärungseinheit zur Identifizierung! Stand By!“
Antwortete Sally, die Kommunikationsoffizierin des Oberkommandos, das sich auf einem Träger der Bengal-Klasse nahe Cassels Umlaufbahn befand.
Sev atmete durch. Bereits seit 6 Stunden wartete die SWORD Delta Einheit gut getarnt im tiefsten Dschungel auf die Ankunft der Zielperson mit dem Codenamen „Dingo“. Nicht einen Muskel hatte er gerührt, während er auf seiner Position lag und sämtliche Feindbewegungen im Auge behalten hatte. Dank Ihrer Sneak MK-78 Kampfanzüge, die die Farben und Muster der Umgebung kopierten, waren sie nahezu unsichtbar mit ihrer Umgebung verschmolzen. Wie unsichtbare Schatten, die geduldig darauf warteten loszuschlagen.
Es war nur eines der vielen Features, die die SWORD Kampfanzüge auszeichneten. Sie waren auf dem neusten Stand der Technik und das Beste was die UEE zu bieten hatte. Sie war für alle erdenklichen Aufgaben entwickelt worden und war somit leicht genug um Infeltrationsaufgaben leise auszuführen, doch hielten die dünnen Panzerplatten die fast den gesamten Körper abdeckten und um ein vielfaches leichter waren, wie die der Marines, noch größere Projektile und sogar Energietreffer aus.
Ein darunter liegendes Exoskelett unterstütze den Soldaten bei sämtlichen Bewegungen und ließ ihn schneller und stärker werden als seine Kameraden aus den regulären Streitkräften.
Dazu kamen dutzende Sensoren, die die Umgebung des Troopers pausenlos überwachten und so automatisch taktische Einschätzungen lieferten oder sogar Feinde ausmachten die außerhalb der Sicht des Soldaten waren.
Doch auch wenn der MK-78 auf höchsten technischen Niveau viele Aufgaben erleichterte, vertraute Sev doch lieber seinen Instinkt. Oft schaltete er sämtliche Zielhilfen aus, die Windrichtung, Entfernung und Geschwindigkeit des Ziels ermittelten und so eine 75 prozentige Trefferwahrscheinlichkeit ermöglichte und zielte komplett selbst.
Er hatte kein gutes Gefühl dabei, sich nur auf Elektronik und Computer zu verlassen und fühlte sich in den ersten Tagen bei SWORD wie ein Mensch in einem Roboter. Eine willenlose Waffe. Es weckte Erinnerungen die wie eine Schauer seinen Rücken überlief. Ob es daran lag das er viele Fähigkeiten des Kampfanzugs erst einsetzte wenn es wirklich nötig war, oder an seinem mangelnden technischen Talent, wusste er nicht.
Doch auch ohne die technische Überlegenheit waren die Soldaten bei SWORD, die effektivsten die die UEE zu bieten hatte. Die Ausbildung die Sev durchlaufen hatte, hatte ihn bis an seine Grenzen gebracht und darüber hinaus. 3 Monate hatte sich sie die Kampfausbildung wie eine nicht enden wollende Periode aus Qualen, Erniedrigung, Hunger und Schlafentzug hingezogen. Jeder Tag glich einer nicht enden wollendem Ewigkeit, während er nur gehofft hatte, dass es nicht schlimmer werden würde. Doch die Gedanken an die 7te Schwadron hatten ihn alles überstehen lassen und wenn Sev kurz davor gewesen war zusammen zu brechen, hatte er sich vorgestellt, dass sie neben ihm stehen würden und ihm halfen sich aufzurichten. Nur das hatte ihm gerade noch so viel Kraft gegeben, weiter zu machen und Sev konnte sich ein Lächeln nicht verkneifen, als ihm nach der Kampfausbildung bewusst wurde, dass er nur ihretwegen durch gehalten hatte. Selbst jetzt noch unterstützen sie ihn, obwohl sie doch alle Tod waren.
Doch der Angriff auf Muna-15 war bereits fast 2 Jahre her und die Zeit hatte so manche seelische Wunde heilen lassen. Auch wenn Hien die tiefen Narben in seiner Seele spüren konnte die diese hinterlassen hatten.
Doch jetzt war er bei SWORD und nach anfänglicher Euphorie, eine der härtesten Ausbildung überstanden zu haben dauerte es nicht lange, ehe der schimmernde Lack dieser legendären Spezial Einheit, begann zu bröseln.
Seit über einem Jahr war er fast pausenlos in Einsätzen in der gesamten Milchstraße. Geiselbefreiungen, Aufklärung in Gebieten der Xi’an, Kampfeinsätze gegen Vanduul, verdeckte Operationen, offene Angriffe. Das Pensum war hoch und mit jedem Einsatz wurde das Gefühl stärker, dass ihre Bemühungen einem Tropfen Wasser auf einem heißen Stein glich. Und doch hatte er und die Delta-Einheit oft schwere Entscheidungen treffen müssen. Die SWORD Spezial Einheit war kein glänzender Retter, wie es oft in Unterhaltungsmedien dargestellt wurde. Sie machten den Dreck weg und hatten nicht nur ein Mal zu tief hinein gegriffen.
Viele schwierige Entscheidungen und schreckliche Bilder verfolgten die Trooper und es gab nicht nur einen in den SWORD Reihen der geistig zusammenbrach. So auch der ehemalige Squadleader von Delta, dessen Platz Hien eingenommen hatte und ihm wurde klar, warum die Ausbildung so viel abverlangt hatte. Körperlich, aber vor allem auch geistig. Es war die magere Vorbereitung auf das was kommen würde und kaum einer der bei Verstand war, hatte es in die Spezial Einheit geschafft. Die Ausbildung war das Sieb, was die normalen und geistig gesunden Menschen von den Soldaten trennte, die einen Knacks weg hatten, groß genug um dieser Hürde zu trotzen.
Und so gab es in den Reihen von SWORD kaum jemanden, der nicht unter einem Trauma litt. Das spiegelte sich auf den Umgang wider. Er war nicht so freundschaftlich wie in den regulären Streitkräften. Es waren mehr Zweckgemeinschaften als alles andere, doch Sev begrüßte es und wusste nicht, ob es an den Leuten lag oder daran, dass er nicht erneut den Fehler begehen wollte eine zu tiefe Beziehung zu einem Kameraden aufzubauen. Und so hatte er in der gesamten Delta-Einheit, lediglich Kody, den er als so etwas wie einen Freund wahrnahm, der nun über das Komm schallte:
„Geduld ist die Tugend der Sieger meine Freunde. 6 Stunden….was ist das schon in angesichts der Zeit des Universums?!“
Kody stammte von mehreren Jahrhunderten alten Japanern ab, deren Ursprung tief in der Geschichte der Menschheit und der Erde verankert waren. Oft wurde ihnen eine große philosophische Rolle zugesprochen, und Kody machte keinen Hehl daraus, diese Rolle auszuleben. Er las zwischen den Zeilen, vorformulierte seine Gedanken in ausschweifenden Sätzen über das hier und jetzt und scheute sich nicht davor, diese Gedanken mit anderen zu teilen.
Im Gegensatz zu den Marines, bei denen man die Möglichkeit hatte den Helm zu öffnen, waren die SWORD Kampfanzüge hermetisch von der Umwelt abgeschottet und so lief die Kommunikation hier ausschließlich über die im Helm integrierte Komms ab, so dass kein Außenstehender, auch wenn er sich weniger als einen Meter entfernt aufhalten würde mitbekam, dass sich gerade 2 Trooper unterhielten, es sei denn, sie wollten es und so antwortete Hien mit ruhiger Stimme:
„Was lange währt wird endlich gut, mh?“
Ein kratzige Stimme mischte sich ein:
„Drauf geschissen! Du laberst schon wieder wie so ein beschissener Erleuchteter. Ich habe mir schon zwei Mal in die scheiß Hose gepisst. Wenn der Kack-Typ nicht langsam auftaucht, dann steht mir die Suppe bald bis zum Hals!“
Es war Nox, ein eher rauer Zeitgenosse und trotz seines Alters von über 30 Jahren, war er nicht der Ranghöchste. Er nahm kein Blatt vor den Mund und Sev war sich sicher, dass es an seinem recht beschränktem Wortschatz lag, dass er bei Beförderungen des Öfteren übergangen wurde. Kody ließ sich von seinen Flüchen jedoch selten aus der Ruhe bringen und antwortete entspannt:
„DU könntest mal wieder Urlaub vertragen mein Freund. Der Olympus Mons. Oder die beeindruckenden Strände von Terra.“
„Strand hört sich gut an.“
mischte sich Sev ein:
„100 Klicks von hier ist ein Touristengebiet.“
Goss II oder auch Cassel genannt war ein mit Regenwald und tropischen Wäldern überwucherter Planet im Goss-System. Beheimatet in dem östlichen UEE Gebiet, nicht weit von Terra entfernt. Goss war ein Doppelsternensystem und Cassels Umlaufbahn verlief um beide Sonnen, so dass stetig ein exotisches Klima herrschte, das dafür gesorgt hatte, dass der Planet zu einem Urlaubsgebiet geworden war. Doch bot der Urwald mit Millionen von verschiedenen Pflanzen und Tierarten, in aller Farben und Formen, auch Schutz für Schmuggler, Kriminalität und Verstecke für Piratengruppen, abgelegen von den errichteten Touristengebieten. Wenn man sich verstecken wollte, hatte man auf Cassel zwischen dem Dickicht des Dschungels eine hohe Chance auf Erfolg. Doch die Piraten, hinter denen SWORD heute her war, hatten nicht so viel Glück gehabt und so antwortete Kody:
„ Ich kann verstehen warum sich die Piraten hier verstecken. Dielen, Rauben, Töten und nach Feierabend verbringst du den restlichen Tag in Cassels Strandbars, Freizeitcentern oder im Abenteuerland.“
Doch plötzlich schallte das Oberkommando erneut durch das Komm:
„Aufklärung bestätigt die Identität der Zielperson! Ankunft von Dingo in wenigen Minuten! “
Sev’s Griff um sein Sturmgewehr wurde fester während er befahl:
„WIR Leuten heute den Feierabend ein. Bereit machen Delta!“
Nox kratzige Stimme ertönte, die augenblicklich konzentrierter wirkte:
„Verstanden. Bereit zum Zugriff!“
Sevs Atmung wurde flach, seine Gedanken blendete er aus und konzentrierte sich nur auf die bevorstehende Aufgabe. Er hatte alle Deltas eingewiesen. In fast 2 Jahren hatte er viel Erfahrung sammeln können, die ihm half Selbstvertrauen aufzubauen. Die Zweifel und Anspannung die er noch beim ersten Mal verspürt hatte, als er ein Squad befehligt hatte, waren wie ausgelöscht. Vielleicht lag es an den harten Einsätzen. An den schrecklichen Bildern die sie gesehen und ihn womöglich abgestumpft hatten. Doch es war egal. Zusammen mit seinem Talent für Kampftaktiken und seinem neu gefunden Selbstvertrauen war es klar gewesen, wer nach dem Abgang des ehemaligen Delta-Führers übernahm.
„ Zielobjekt in Sicht! Aurora Klasse!“ meldete Ray kurz und knapp. Und wenn er das Raumschiff nicht als erstes erspäht hätte, hätte er vermutlich überhaupt nichts gesagt. Er war der Stumme, sagte nur etwas wenn es wirklich nötig war und jedes Mal wenn Sev ihn ansah, fragte er sich warum. Er sagte nie etwas, außer er musste und alle Bemühungen ihm näher zu kommen schienen von vorn hinein zum Scheitern verurteilt. Ein Soldat. Ein Roboter im menschli8cher Gestalt. Jedes Mal wenn Sev sich fragte, was einen Menschen zu so einem Verhalten treiben könne, durchfuhr ihn ein Schauer der seine eigene Vergangenheit widerspiegelte. Er wollte sich nicht vorstellen was Menschen geschah, denen es noch schlechter erging als ihm selbst. Mit einem ruhigen Ton betätigte Sev das Komm:
„Denver, Hier Delta. Bist du in Position?“
Lauthals bestätigte Denver:
„Na klar! Denver in Position!“
Hiens Herzschlag schien immer langsamer zu werden, während die Aurora langsam zum Landeanflug ansetzte, nicht weit über den Köpfen der Delta-Einheit und den Baumkronen hinweg.
Das Oberkommando schallte durch das Komm:
„Delta! Hier Command! Brauchen SITRAP!“
Nach 6 Stunden rührte Sev erstmals wieder einen Muskel, als er langsam nach vorne robbte, Richtung des schändlichen Color-Labors, zwischen dem Dickicht hindurch. Es bedarf keiner Worte. Die Delta-Einheit, in kurzer Entfernung verteilt, folgte und bewegte sich langsam, Richtung des Ziels, während Sev berichtete:
„Delta beginnt Einsatz! Dingo in Sicht!!!“
Nachdem die Aurora gelandet war und ein gesättigter Mann, der eher nach einem Geschäftsmann aussah, ausgestiegen war, und in Begleitung von einigen Piraten das Hauptgebäude betrat.
Er robbte sich weiter vor, Meter für Meter. Die dutzenden Kommunikationsaustausche füllten seinen Helm aus. Doch blendete er sie alle aus. Es gab nur ein Ziel und so robbte er weiter vor, während sein Kampfanzug immer wieder die Farben der Umgebung annahm. Als er nun nur einige Dutzend Meter vor dem Hauptgebäude die erste Patrouille erreichte befahl Sev unverzüglich:
„Ausschalten!“
Einer der Piraten lief unbeirrt vor Sev vorbei, als ein dumpfes Pfeifen ertönten und ein darauf folgendes Klatschen ertönte. Eine kleine Wolke aus Blut entzischte aus seinem Kopf eher der Pirat kraftlos zusammen sackte. Ein Leben weniger in diesem Universum. Ein Leben weniger das anderen Menschen das Leben schwer machte. Eine einfache Gleichung. Nicht mehr, nicht weniger.
Kaum durchdrang dieser Gedanken Sev war dieser bereits nach oben gesprungen und hatte den leblosen Körper abgefangen, um ja keinen Laut zu verursachen. In einer Bewegung zog er den leblosen Körper, ausgeschaltet von einem Schall gedämpften Scharfschützengewehr, in einen Busch und setzte seinen Weg unbeirrt fort. Die restliche Patrouille, keine 5m entfernt, hatte keinen Laut vernommen und so setzten sie Ihren Weg fort, während die restliche Delta Einheit in den Büschen auf sie wartete.
Mit jedem Meter den die Patrouille machte, verschwand ein Pirat mehr, lautlos im Dickicht des Dschungels und wurde von dem grünen Pflanzenteppich verschluckt, bis Nox schließlich meldete:
„Patrouille ausgeschaltet!“
Sev robbte weiter voran und nach kurzer Zeit hatte er fast das Hauptgebäude erreicht.
„Sammeln!“
befahl er ins Komm und konnte nur anhand der Positionsmarkierungen auf seinem HUD seine Kameraden ausmachen, die sich ihm langsam näherten. Sev ließ einen hastigen Blick über die Gebäudegruppe schweifen und kontaktierte Sally:
„Hier Delta, brauchen die Position der Zielperson!“
„Verstanden, kommt sofort!“
Keine Sekunde verstrich, bis Dingo, in Form einer gelben Raute innerhalb der Hauptgebäude auf dem Visier angezeigt wurde. Sie würden das Gebäude stürmen. Routine.
Sev versicherte sich, dass Delta versammelt war und gab unverzüglich den Befehl:
„Eindringen Delta!“
Jeder Schritt, jede Bewegung lief wie ein Uhrwerk ab. Die Ausbildung hatte Früchte getragen und so waren die Vorgehensweisen tief in das Gehirn der Soldaten eingebrannt. Sev überlegte nicht als er Deckung gab, während Kody und Nox aufsprangen und hastig die Entfernung zum Hauptgebäude überbrückten. Linke Flanke, rechte Flanke. Sicher. Es war zu einem Reflex geworden, der Sev nun antrieb, als Kody meldete:
„Sicher!“
Er sprang auf, eilte ebenfalls zum Hauptgebäude und erreichte die Wand neben einem metallischen Eingang, während Nox und Kody beide Flanken sicherten. Er zog sein Messer und seine Pistole, für den Nahkampf und atmete durch. Die gelbe Raute inmitten des Gebäudes war nicht weit entfernt. Mit einem Blick auf das elektronische Schloss befahl Sev:
„Öffnen und säubern!“
Mit schnellen Schritten trat Kody an das elektronische Türschloss heran und knackte es innerhalb von wenigen Augenblicken. Zischend schob sich die Tür auf und Sev stürmte gefolgt von Kody hinein. Nox folgte wenige Augenblicke später. Ein langer, dunkler Flur erstreckte sich vor ihnen. Auf jeder Seite mehrere Türen zu Nebenzimmern. Sev schaltete das HUD auf Thermalscan um, um durch die Wände hindurch Lebewesen zu orten, während er sich dicht an die Wand gedrängt nach vorne schob.
„Stopp!“
befahl er, als er eine Wärmsignatur erblickte, die sich in einem Nebenzimmer Richtung Tür bewegte, vor der sich das Delta.Team befand. Die Tür öffnete sich, ein Pirat trat heraus und noch ehe er einen Ton von sich gegen konnte, packte ihn Sev und stach das Messer in seinen Hals. Es gab keinen Überlebenskampf, keine panisches Zucken. Augenblick hauchte der Mann sein letztes Leben aus und wurde von Sev leise zu Boden gelassen.
Kein Erbarmen.
Sev blickte wieder auf und setzte seinen Weg durch den Flur fort. Sie näherten sich der gelben Raute, die nur noch einige Dutzend Meter entfernt war, als plötzlich Sally in einem aufgeregten Ton im Komm erklang:
„Eagle-Eye hat soeben eine Energiesignatur im Gebäude geortet. Vermutlich ein Fahrzeug. Dingo darf sich nicht absetzen!“
Sevs Herz pochte einmal auf und hektisch antwortete er:
„Verstanden Command! Wir stürmen!“
Er rannte los, gefolgt von Kody und Nox, während er beiläufig seine Waffen weg steckte und wieder sein Sturmgewehr vom Rücken zerrte.
„Ray! Feuer nach eigenem Ermessen! Räucher sie aus!“
„Verstanden!“
Schnell erreichten sie das Flurende das in großen Tür endete. Die gelbe Raute befand sich direkt dahinter und so brüllte Sev:
„Aufbrechen, Granate und Säubern!“
Unverzüglich backte Nox eine Ladung an die Tür und Kody zog eine Granate heraus. Es dauerte keine Sekunde ehe die 3 ihre Positionen eingenommen hatten und die Ladung unter einem lauten Knallen die Tür aufsprengte. Ein weiterer Knall ertönte und räumte den Eingangsbereich frei, nachdem Kody die Granate in den Raum hinein geworfen hatte und sofort danach stürmte Sev hinein. Es war eine Garage, in der ein gepanzerter Jeep laufend darauf wartete das sich das Tor aufschob. Einige tote Piraten lagen vor dem verschmorten Überresten der Tür. Die Überlebenden standen völlig überrumpelt verteilt in der mit Kisten übersäten Garage. Sofort konnte Sev 2 mit gezielten Schüssen ausschalten. Kody folgte, ebenso wie Nox die feuernd in die Garage hinein stürmten. Wenige Sekunden durchdrungen von lauten knallen und aufblitzenden Mündungsfeuern verstrichen, ehe alle Piraten, die verteilt in dem Raum gestanden hatten, zu Boden gegangen waren. Doch brummte der Motor des Jeeps auf und raste durch das noch nicht ganz geöffnete Tor. Sofort zielte Sev, feuerte einige Salven auf das Fahrzeug ab, doch verschwand es aus seiner Sicht. Die gelbe Raute, die immer kleiner wurde bezeugte, dass die Zielperson sich in dem Jeep befand und so brüllte er:
„Dingo flüchtet! Denver hol uns ab! RV-Punkt auf dem Dach!“
„Verstanden Sev! Bin unterwegs!“
Hastig drehte sich Sev um, stürmte wieder in den Flur hinein und zur darin befindenden Treppe, die auf das Dach führte. Laute Rufe außerhalb des Gebäudes bezeugten, dass sie die Piraten nun aufgeschreckt hatten.
„Satelliten ausgerichtet! Dingo flüchtet auf einem Trampelpfad Nord-Östlich!“
schallte Sally durch das Komm, als Delta das Dach erreichte. Lärm drang aus den unteren Etagen herauf. Die Zeit drängte. Kein Versagen war der einzige Gedanke, der es schaffte aus Sev Geist herauf zu dringen.
Doch erblickte er eine olive Hornet zwischen den Baumwipfeln, die geradewegs auf sie zu raste. Es dauerte nicht lange, bis auch die Piraten, die nun aus den Gebäuden aufgetaucht waren, diese erblickte und anfingen auf diese zu feuern. Denver, der Pilot war laut über das Komm zu hören:
„Haltet sie von mir fern!“
„Nox! Sicher den Aufgang! Kody! Angriff!!!“
brüllte Sev und rannte mit Kody zur Kante des Dachs. Dort angekommen feuerte er hinunter. Mehrere Gegner tummelten sich zwischen den Gebäuden und erwiderten sofort das Feuer. Die Hornet setzte den Anflug fort und feuerte auf die dutzenden Piraten. Die dicken blauen Laser prasselten auf die Gegner ein. Zerrissen Gebäude und sprengten Löcher in den Boden, während die Piraten sich mit allen Mitteln verteidigten.
„Es wird beschissen eng!!!“
brüllte Nox und ein lautes Knattern ertönte am Dachzugang. Die Piraten waren in Begriff sie einzukreisen, es ertönte das laute Brummen der Hornet, die unter Beschuss zur Landung auf dem Dach ansetzte. Doch es bedarf mehr als Handfeuerwaffen, um die Schilde und die Panzerung einer Hornet zu durchdringen.
Kaum hatte die Hornet das Dach erreicht, eilte Sev zu dieser. Es war eine umgebaute Version, speziell für die Anforderungen die an SWORD gestellt wurde.
Sie verfügte über eine besonders geringe Radar-Signatur. Die Ansaugstutzen, links und rechts neben dem Cockpit, der Triebwerke waren sichtlich verkleinert und unter die Tragflächen montiert worden. Stattdessen zierten Sitzbänke die beiden Flanken des Cockpits, auf denen die SWORD-Trooper schnell transportiert werden konnten. Auf der Oberfläche von Planeten, sowie im Weltall. Doch waren diese Umrüstungen auf Kosten der Kampfeigenschaften durchgeführt worden. Die Bewaffnung war für die Unterstützung der Bodentruppen ausgelegt worden. Raketen bestanden hauptsächlich aus Luft-Boden Raketen und so war diese spezielle Hornet nicht mehr für einen direkten Kampf im Weltraum geeignet.
Doch war sie schon des Öfteren der Retter in der Not gewesen und so trug sie den liebevollen Spitznamen: Hornie.
Sev sprang auf die Sitzfläche der Hornet und verankerte seine Rüstung per Haken mit dieser, gefolgt von Kody und nachdem eine laute Explosion das Dach zum beben brachte, nachdem Nox den Aufgang mit einer Sprengladung umstrukturiert hatte, sprang auch dieser auf die Sitzbank und Sev schlug ungeduldig gegen die Cockpitscheibe, hinter der Denver gerade die Instrumente überprüfte:
„Los!!!“
„Ja Ja!“
kommentierte dieser und brachte die Hornie wieder in die Luft, während einige vereinzelte Schüsse laut scheppernd in das Schiff, knapp neben Nox, einschlugen.
„Beschissene Penner!!!“
Brüllte er und feuerte wild nach unten, während die Hornet beschleunigte und knapp über die dutzende Meter hohen Baumkronen hinweg jagte.
„Command, hier Delta!“
betätigte Sev das Komm:
„Nehmen Verfolgung zu Dingo auf! Zielperson ist nicht mehr im Zielgebiet! Räuchert sie aus!“
„Verstanden Delta! Thunder hat Angriffsbefehl erhalten!“
„Ray! Zurück ziehen! Sofort! Es wird gleich heiß da unten!“
„Verstanden Sev!“
Mir rasender Geschwindigkeit raste die Hornet über den grünen Baumkronen hinweg. Immer wieder wich Denver riesigen Bäumen aus, die aus dem grünen Teppich hinaus rankten. Kein Minute verstrich, in denen sie einem Trampelpfad Nord-Östlich folgten und nun den grauen, gepanzerten Jeep durch den Dschungel hetzen sahen.
Ein lautes grollen ertönte und als Sev für einen Moment den Blick von dem Jeep abwandte, konnte er am Horizont gerade noch einen Feuerball aufblitzen sehen, während einige Hornets über das einstige Drogenlabor hinweg flogen.
Ein Drogenlabor weniger in diesem Universum. Ein Bande Piraten weniger und Sev versuchte sich jedes einzelne Schicksal vorzustellen, das durch die heutige Aktion, einen Schrecken entgehen würde. Stück für Stück, zu einem besseren Universum. Das grollen in seinem Bauch schien für einem Moment ein wenig leiser zu werden, doch befreite er sich sofort wieder von allen Gedanken als er bemerkte, dass er nicht völlig bei der Sache war und betätigte das Komm:
„Hier Delta! Haben Dingo in Sicht!“
„Verstanden! Zielgebiet ist dem Erdboden gleich!“
„Wir haben es gehört! Ray, Statusbericht!“
„Hier Ray, Status Grün.“
Die Hornet hatte schnell den Jeep eingeholt und raste über diesen hinweg, als plötzlich eine graue Panzerplatte auf dem Dach aufgeschoben wurde und der Lauf eines dicken Gewehrs hinaus ragte, hinter dem ein Pirat Platz genommen hatte. Panisch brüllte Kody ins Komm:
„Impulsgewehr!!! Ausweichen!!!“
Das Gewehr ratterte unter einem dumpfen Knattern los. Ruckartig scherte die Hornet seitwärts aus während dicke blaue Geschosse durch die Luft rasten.
„Feuer erwidern!!!“
brüllte Sev und Delta erwiderte das Feuer. Doch die Ausweichmanöver der Hornet erschwerten ein genaues Zielen ungemein. Selbst die Zielautomatik der Anzüge versagte bei solch schnellen Manövern, zu den Denver das Schiff brachte um den Geschossen, die die Schilde und Panzerung der Hornet durchschlagen würden, auszuweichen.
Sev wurde auf dem Sitz hin und her geschleudert, dennoch unterbrach er nicht für eine Sekunde das Feuer. Funken zischten an der gepanzerten Oberfläche des Jeeps ab. Löcher wurden hinein geschlagen. Doch gelang es ihnen nicht das Fahrzeug zu stoppen. Als plötzlich unter lautem Knallen einige Löcher in die Tragfläche der Hornet gerissen wurden. Denver brüllte:
„Sind getroffen! Seht endlich zu das ihr ihn ausschaltet!!!“
Qualm stieg aus der Tragfläche auf, doch waren die Beschädigungen nur marginal.
„Setz dich vor ihn!!!“
brüllte Sev zurück. Die Hornet beschleunigte stark und raste den Trampelpfad entlang, ehe sie nach einigen Hundert Metern langsamer wurde. Denver wurde unruhiger:
„Ich hoffe du weißt was du machst!“
Doch brachte er das Schiff in eine seitliche Lage, direkt über den Trampelpfad, woraufhin nur noch die Steuerdüsen für den nötigen Antrieb sorgen und so die Hornet stark abbremste. Der Jeep raste unaufhörlich auf sie zu, während weitere blaue Geschosse rings herum um sie vorbei zischten.
Sev atmete tief durch, nahm sein Gewehr in Anschlag und schaltete alle Zielhilfen. Sie waren nun ein einfaches Ziel. Kody und Nox wussten es und so feuerten sie unbeirrt weiter und versuchten alles um das gegnerische Feuer zu unterdrücken, während Sev seinen Schuss vorbereitete.
Der Jeep kam immer näher, mit rasender Geschwindigkeit.
„Verdammt beeil dich!!!“
brüllte Denver, doch hörte Sev ihn nicht mehr. Alles blendete er aus als er sein Fadenkreuz auf den Fahrer ausrichtete.
Ein Geschoss des Impulsgewehrs schlug unter lauten Scheppern in die Hornet ein. Doch Sev bemerkte es nicht mehr, als er langsam einatmete und die Luft anhielt.
Der Jeep hatte sich auf wenige Dutzend Meter genähert, raste holprig über den bewaldeten Pfad. Hoch, runter, links und rechts. Die Zeit verlangsamte sich. Nox brüllte Sev an, doch wahr nahm er ihn nur noch als weit entferntes Echo, als er nun seinen Zeigefinger krümmte und den Abzug betätigte.
Das Leuchtspurgeschoss pfiff durch die Luft und krachte durch die Windschutzscheibe des Jeep, die sich augenblicklich Blutrot färbte.
Der Jeep scherte scharf aus, krachte gegen einem Baum, der das Fahrzeug wieder zurück auf die Trampelpfad warf wo es unkontrolliert, laut scheppernd einige Male überschlug, direkt unter der Hornet entlang, ehe es nach einigen Dutzenden Metern zerbeult liegen blieb.
Sev konnte das Delta-Team durchatmen hören und fand es für einen Moment zu schade, das sie sein grinsendes Gesicht nicht sehen konnten. Kopfschüttelnd saß Denver in dem Cockpit und erklärte:
„Nah hoffentlich hat die Zielperson überlebt!“
Doch Sev ließ sich diesen Schuss nicht nehmen und würdigte seine Aussage lediglich mit einem Handzeichen, das ihm signalisierte, er solle über den Jeep fliegen, ehe er das Komm betätigte:
„Command hier Delta! Haben das Fahrzeug gestoppt! Gehen runter!“
Kaum hatte Sev den Satz ausgesprochen, schwebten sie bereits über dem rauchenden Jeep.
„Nox, geb uns Deckung! Kody, abseilen!“
Kody nickte und sprang von der Sitzbank, ebenso wie Sev es tat. Die Verankerungen der Hornet, waren das Ende einer Seilrolle, die in dem Schiff eingearbeitet worden war, so das dem Trooper jederzeit ein schnelle Möglichkeit gegeben war, sich auf dem Boden zu lassen und so sauste Sev, mit seinem Sturmgewehr im Anschlag, Richtung Boden, als ein Mann, mühevoll aus einem der zerbeulten Fensters des Jeep hinaus robbte. Er war verletzt und stellte keine Gefahr dar. Sev identifizierte das Ziel, es war nicht Dingo und so zielte er und drückte ab, noch ehe er den Boden erreichte.
Keine Ausflüchte. Kein Erbarmen. Wifis Worte waren verhallt. Er hatte niemanden mehr, der ihm einen anderen Weg hätte aufzeigen können und so lebte er seinen Hass mit jeder Faser seines Körpers aus. Bei SWORD gab es keine glänzendes Retter, die nach Moralvorstellungen handelten. Es gab keine Kriegsgefangenen. Die einzigen Feinde die sie kannten, waren tote Feinde. Keine Ausflüchte, kein Erbarmen.
Sev erreichte zusammen mit Kody den Wurzel durchzogenen Waldboden. Sofort schritt er langsam auf den verformten und mit Löchern übersäten Jeep zu und erreichte die verbeulte Hintertür, die auf dem Kopf stand. Die gelbe Raute zeichnete sich direkt dahinter in seinem HUD ab.
Sev nickte Kody zu, der sich an der Seite des Jeeps positioniert um die Tür zu öffnen. Unter einem lauten Knarren schlug er die Tür auf und sofort gab Sev 2 Schüsse ab, als er 2 Personen ausmachen konnte, die bewaffnet in dem Jeep kauerten. Ein Kopfschuss. Ein Pirat viel leblos zu Boden. Ein Treffer in die Schulter. Dingo außer Gefecht.
Unverzüglich stürmte Kody in den Jeep hinein und knebelte Dingo. Sev kontaktierte das Oberkommando:
„Hier Delta! Dingo ist verpackt und zur Abholung bereit!“
„Verstanden Delta! Gute Arbeit! Evakuierung in wenigen Minuten!“
„Danke Sally! Stell schon mal das Bier kalt!“
Ihr Aufgabe war erfüllt. Es war ein sauberer Job gewesen. Diese Mal hatten sie sich nicht die Hände schmutzig machen müssen und Sev fragte sich, wann es wieder soweit sein würde.

Währenddessen

Terra – Prime – Capital District

Die Sonne lachte vom dem mit weißen Wolken bestückten Himmel und schenkte belebende Wärme. Die Sonnenstrahlen fielen auf die modernen Konstrukte der Stadt die sie hell erleuchteten und selbst die eintönigen Metallkonstrukte, die sich bis in die Wolken erstreckten, freundlich aussehen ließen. Die vielen Fenster spiegelten das Licht glänzend wieder. Und so sehr Melody, jedes Mal aufs neue beeindruckt war, von den Majestätischen Kolossen, gehalten in klaren, modernen Linien, durchzogen mit hunderten von Fenstern, die gegen den Himmel aufbegehrten, fühlte sie keine Seele bei diesem Anblick, als sie aus dem Fenster des Hover-Taxis sah, das zwischen den Häusern hinweg flog. Sie waren kalt, emotionslose Stahlklotze die den Profit wieder spiegelten, der auf Kosten der Ungerechtigkeit und des Kapitalismus ausgetragen wurde. Das Capital District war den Reichen und Erfolgreichen vorbehalten. Es reichte nicht einmal den Citizen-Status inne zu haben.
Kein Civillian hätte sich hier jemals eine Wohnung nehmen können und Melody fragte sich, warum. Wo doch alle Menschen gleich waren. Doch auch wenn sie die Möglichkeit gehabt hatte, hätte sie sich im Kern der Stadt nicht wohl gefühlt. Sie hätte die Natur vermisst. Die Bäume, den Geruch der Wiesen und das Rauschen der Blätter. Die Mühevoll angerichteten Parks der Innenstadt, spiegelten nicht ansatzweise die Schönheit der Natur wieder.
Und so widmete sie sich wieder ihrem Buch.
Es war teuer gewesen, denn in der modernen Zeit, in der alles über Mobigläser und Holo-Pads abrufbar war, waren Bücher zu einem Relikt geworden. Für originale Bücher aus dem 20ten Jahrhundert bezahlten Sammler mehrere Millionen Credits. Melody, als Ärztin, die mit 23 Jahren gerade Ihre Ausbildung beendet hatte, hätte sich ein Original niemals leisten können. Doch gab es vereinzelte Buchmacher, die gegen der Zeit, immer noch welche nach alten Methoden als Sonderaufträge herstellten. Sie waren rar gesät im ganzen Universum und teuer. Über 400 Credits hatte sie für ihr Exemplar „Blüte der Musik“ ausgegeben, das über einen Spectrum-Download nicht mal einen Credit gekostet hätte. Doch hatte sich jeder Penny gelohnt. Sie liebte es wie sich das Buch anfühlte, wenn sie die feine Maserung beim Umblättern berührte und vorsichtig mit Ihren Fingern über die Raue Oberfläche strich. Es hatte einen Geruch und war nicht so steril und seelenlos, wie ein Holopad.

Langsam setzte das Luft-Taxi zur Landung an einem großen Tower an. Jede Etage verfügte über eine eigene Dock-Station, an der Luft-Autos andocken konnten und das voll automatisierte Taxi flog einen Bereich im mittleren Teil des Gebäudes an, ehe es unter einem leichten vibrieren andockte und die Seitentür sich öffnete.
Melody stand auf und verstaute vorsichtig das Buch in ihrer Tasche, während das vollautomatisierte Taxi sie verabschiedete:
„Sie haben ihr Ziel erreicht. Pentimus Tower. Der Betrag von 53 Credits wird beim Verlassen von Ihrem Mobiglas abgezogen.“
Sie zog ihr Mobiglas hinaus und erhöhte den Betrag auf ein 55 Credits, als Trinkgeld für das Fahrzeug. Es war ein naiver Gedanke, da das Fahrzeug über keinen Fahrer verfügte. Doch sobald etwas mit ihr Sprach oder mit ihr interagierte, hatte sie dieses etwas automatisch gerne. Auch wenn es nur ein Klumpen aus Stahl und Blech war gefiel ihr der Gedanke daran, dass das Fahrzeug so vielleicht einmal mehr gereinigt wurde, dafür das es sie soweit befördert hatte.
„Vielen Dank! Wir wünschen ihnen noch einen angenehmen und schönen Aufenthalt. Danke das sie mit Capital-Taxi geflogen sind!“
erklärte das Taxi in einer computergenerierten Stimme und dockte wieder ab, nachdem es die Tür wieder verschlossen hatte.
Breit lächelte Melody, winkte dem Fahrzeug einmal zu und sagte fröhlich:
„Danke! Wiedersehen!“
Sie drehte sich um und schritt lockeren Ganges den hell erleuchteten weißen Flur entlang. Mit jedem Schritt lächelte sie mehr und mehr und ihr Gang wurde fast schon zu einem fröhlichen Hüpfen. Sie war voller Vorfreude, endlich Ihren Vater wieder zu sehen und ein ungeduldiges Gefühl machte sich in ihr breit, wo doch nur noch wenige Schritte, sie von ihrem Überraschungsbesuch trennten.
Sie erreichte das Apartment, blieb auf der Stelle zappelnd vor der Tür stehen und zupfte Ihre Kleidung zurecht, die in die Kategorie locker und schlicht fiel. Weiße Kleidung, durchzogen mit beigen Akzenten. Ein bauchfreies Top, eine lockere Hose und ein hellbrauner Kapuzenmantel, der nur am Hinterteil fast bis auf den Boden ragte und der nur einen locker aufgebauschten, weißen Ärmel auf der rechten Seite besaß. Es war nicht der neuste Schrei, auch nicht der letzte, doch hatte Melody ihren Geschmack, schlicht und gemütlich und lief nicht der neusten Mode hinterher.
Ein letztes Mal durchstreifte sie ihre Blonden, schulterlangen Haare und drückte breit grinsend die Klingel.
Einige Sekunden verstrichen, ehe dir Tür geöffnet wurde. Kaum war diese mehr als einen Spalt geöffnet viel Melody ihrem Vater im die Arme, der hinter der Tür stand. Sie lachte, umarmte ihn innig und legte ihren Kopf an den Mann, der ein ganzes Stück größer war als sie selbst.
„Hey, Kleine! Nicht so stürmisch!“
lachte ihr Vater und umarmte sie:
„Was machst du hier? Ich hab dir doch gesagt das du nicht herkommen sollst!“
Melody löste sich von ihm und wich ein kleines Stück zurück. Sie sah in das hagere Gesicht Ihres Vater, das nicht ganz so erfreut war, wie sie es sich vorgestellt hätte und fragte bedrückt:
„Freust du dich nicht mich zu sehen?“
Einen Moment blickte James sie ausdruckslos an, ehe er sich lockerte und verständnisvoll sagte:
„Natürlich.“
Er runzelte mit der Stirn, während sein Blick fester wurde:
„Aber ich habe dir doch schon über Komm gesagt, dass es kein guter Zeitpunkt ist.“
Melody grinste breit, boxte ihrem alten Herren einmal auf die Schulter und lachte:
„Du hast dich besorgt angehört. Genau DESAHLB bin ich hier!“
Mit einem fröhlichen, unbefangenem Gesicht schritt sie an ihm vorbei und erzählte laut:
„Lass uns was machen. Dich auf andere Gedanken bringen. Dein Job ist nicht alles, weißt du?!“
Sie schritt durch die Wohnung. Ein Penthouse der gehobenen Klasse. Es war sehr traditionell eingerichtet mit einigen Holzmöbeln und klaren neutralen Tönen. Das große Wohnzimmer das sich hinter der Eingangstür erstreckte wurde hell von dem großen Fenstern erleuchtet, durch die man einen unglaublichen Ausblick auf die Stadt hatte. Melody ging leichten Schrittes auf eine weiße Couch zu, während ihr Vater die Tür schloss und ihr danach folgte und nüchtern erklärte:
„Du verstehst es einfach nicht.“
Melody setzte sich und blickte zu ihrem Vater. Er war besorgt. Sie hatte es bereits über das Komm wahr genommen, doch sah sie jetzt erst wie angespannt er wirklich war. Sein Arbeit als Journalist für „ Terra Gazette“ hatte ihn so werden lassen. Bereits seit Jahren deckte er kriminelle Aktivität auf und trat für Transparenz und Gerechtigkeit ein. Er war ein berühmter Journalist geworden, der noch nach alten Methoden arbeitete und wurde des Öfteren auch „Der Wisthleblower“ genannt. Er besuchte selber jedes Geschehen über das er berichtete, anstatt wie es in der modernen Zeit üblich war, die Arbeit von Jounalistendrohnen erledigen zu lassen, über die man aus tausenden Kilometern entfernt Videoaufnahmen machen und Interview aufzeichnen konnte. Es war ein schnelles Geschäft, doch blieben einige Fassetten der Wahrheit dabei im verborgenen und so drängte James auf die alte Form der Informationsgewinnung, auch wenn er dabei tief in den Untergrund vordringen musste. Manche Leute sagten, er sei dadurch paranoid geworden, doch Melody wusste, dass er einfach nur vorsichtig war. Ein bisschen zu vorsichtig und es machte sie traurig, dass er oft so angespannt war. Doch genau deshalb war sie hier und lächelte breit als sie beteuerte:
„Ich weiß, ich weiß. Böse Jungs hier, Böse Jungs da………Mensch Paps. Hör auf dir so viele Sorgen zu machen.“
Dezent lächelte James als er sich gegenüber seiner Tochter auf einem Sessel niederließ und kopfschüttelnd erklärte:
„Ach Mely, du glaubst immer noch an das Gute in jedem Menschen oder?“
Lachend nickte sie:
„Aber ja. Wenn wir den Glauben an das Gute verlieren, was bleibt dann noch?“
Sie blinzelte einmal und schenkte ihrem Vater ein aufrichtiges Lächeln, der lediglich die Stirn verzog und erwiderte:
„Bist du deswegen immer noch in den Slums tätig?“
Melody presste ihre Augen zu einem kleinen Spalt zusammen:
„Das sind nicht die Slums. Das ist eine Civillian-District, aber es ist kein Slum!“
„Trotzdem treiben sich dort kriminelle Gestalten rum, Du hast eine gute Ausbildung. Du könntest jederzeit hier einen Job bekommen. Dann wärst du auch in meiner Nähe.“
Melody lachte:
„Paps, ich bin Ärztin geworden um Menschen zu helfen, die diese Hilfe wirklich brauchen. Nicht um aufgetakelten Weibern das Fett abzusaugen. Du vertraust niemanden oder?“
James runzelte mit der Stirn und antwortete mit einem ruhigen Ton:
„Ich vertrau dir. Du bist mein ein und alles.“
Melody lächelte:
„Dann vertrau mir, wenn ich dir jetzt sage, wir unternehmen was und bringen dich auf andere Gedanken.“
James lehnte sich zurück und erklärte mit einem enttäuschten Gesichtsausdruck:
„Das geht nicht Liebes. Ich muss heute Abend auf ein Gala. Ich muss mit wichtigen Leuten sprechen.“
Melody sah ihn mahnend an und antwortete mit gespielter Beleidigkeit:
„Und du fragst nicht ob ich mitkomme?“
Laut lachte ihr Vater und erwiderte:
„Was? Du? Zusammen mit aufgetakelten Weibern und Anzugträgern?“
„Und dir!“
vervollständigte Melody und ein schönes Gefühl machte sich in ihr breit, als sie sah das ihr Vater wieder lachte. Verdutzt stand dieser auf und schritt zu einem Schrank, während er beiläufig sagte:
„a, schön. Sag mir aber nicht, ich hätte dich nicht gewarnt.“
Er öffnete die Tür des Schranks und zog nach einigen Momenten ein Buch hervor.
„Hier, das möchte ich dir schenken!“
sagte James während er wieder auf seine Tochter zu ging und ihr das Buch reichte. Melodys Augen wurden größer und überrascht fragte sie:
„Echt? Ist das dein ernst? Was ist das?“
Er streifte über den braunen Umschlag des Buches und erklärte lächelnd, während er sich neben sie setzte:
„Das ist eine Ausgabe von „ Der Letzte Weg“. Es war das Lieblingsbuch deiner Mutter, bevor sie starb. Es bedeutet mir viel und nun möchte ich, dass du es bekommst. Ich kenne doch deine Schwäche für Bücher und Kunst. Ich weiß, dass es bei dir in guten Händen sein wird.“
Melody blickte ihrem Vater tief in die Augen und erwiderte leise:
„Nein, das kann ich nicht annehmen.“
James lächelte und legte sein Hand sanft auf Melodys Schulter:
„Wenn du mich glücklich machen willst, dann nimm es an. Ich vertraue dir und möchte das du es bekommst.“
Melodys Herz schlug höher und lächelnd nahm sie das Buch. Sie hatte nie ihre Mutter kennen gelernt und so war sie überglücklich etwas in den Händen zu halten, das auch ihre Mutter berührt gelesen hatte und ein Teil von ihr war. Ihr Vater hatte immer erzählt, dass sie ihre Schwäche für Kunst, Musik und Bücher von ihrer Mutter hatte und war voller Freude etwas von der Frau in den Händen zu halten, von der sie doch offenbar so viel geerbt hatte. Lachend blickte sie auf und fiel ihrem Vater um den Hals:
„ Dannnkkeeee! DU bist der Beste!“
Doch James antwortete nicht und klopfte ihr nur auf die Schulter. Als sie sich wieder von ihm löste war sein Blick etwas verträumt, als wären seine Gedanken weit entfernt und so fragte Melody kichernd:
„Was ist?“
James schüttelte mit dem Kopf:
„Gar nichts. Du bist dir sicher mit der Gala?“
„Aber natürlich, das wird lustig!“


// End Transmission

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