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OneEyed Monkey Episode 3 – Verzweiflung –

Kapitel 1

Nachdem er die letzten Tage damit verbracht hatte, in Cassandras Taverne seinen Kummer in Alkohol zu ertränken, hatte die Unterhaltung, welche er grade mit Piet und Benjamin Drake geführt hatte, Ihn wieder zurück in die harte Realität befördert.
In dem Moment, als Faith Hollow bei der Zerstörung des BlueSky ums Leben kam, verlor er den einzigen Halt den er in dieser dreckigen und trostlosen Welt noch gehabt hatte. Sie war für ihn mehr als nur eine Freundin gewesen, sie war der einzige Mensch, dem er jemals voll und ganz vertraut hatte.
Jetzt war sie fort und das einzigste was ihm blieb, war das Versprechen, dass er ihr kurz vor Ihrem Tod geben musste. Nun war sein alleiniges Ziel, dieses Gelöbnis zu erfüllen.
Er versprach ihr, diejenigen ausfindig zu machen und zu töten, die für Ihren Kummer verantwortlich waren. Samuel wusste, das Faith ihrer Verzweiflung nachgegeben und sie den Tod herausgefordert, wenn nicht sogar gewünscht hatte. Doch er konnte es sich nicht verzeihen, bei ihrem Treffen, die deutlichen Signale nicht erkannt zu haben. Es wäre seine verdammte Pflicht gewesen, es zu bemerken und Ihr der Trost zu sein den sie gebraucht hätte. Samuel würde dieses Schuld für den Rest seines Lebens mit sich führen.

Auf dem Weg zu seinem Schiff, durchstreifte er die Gassen dieser dreckigen Stadt. Es war Mittag und der Schneesturm, welcher seit Tagen die Menschen in ihren Wohnungen festsetzte, hatte sich gelegt. Die Straßen waren überfüllt mit dubiosen Gestalten, welche ihrem Tagesgeschäft nachgingen.
Händler priesen ihre Ware an und die Puscher saßen in den dunklen Ecken. Sie verkauften ihre todbringen Drogen an armselige Gestallten welche ihren Problemen entfliehen wollten.
Normale Bürger und der Abschaum der Galaxis gaben sich hier die Hand.
Man konnte mit einem geschultem Blick, bei jeder Person erkennen, welche Rolle sie in diesem Theaterstück zu spielen hatte.
Samuel konnte mit alldem nichts anfangen, er hatte sich in den letzten Jahren aus dieser Komödie des Lebens harausgehalten. Er agierte im Hintergrund und konzentrierte sich nur auf seinen nächsten Auftrag.

Nachdem er vor sechs Jahren, dem Orden welchem er jahrelang gedient hatte, den Rücken kehrte, versuchte er sich mit allen möglichen Aufträgen über Wasser zu halten. Oft genug hatte er Mitleid mit den Menschen, welche seine Hilfe erbaten. Sie versuchten ebenfalls nur, ihr Leben unbeschadet zu überstehen. Viele dieser Anfragen erledigte er, ohne eine Entlohnung dafür zu verlangen.
Samuel sah es als Buße für die abscheulichen Taten, welche er damals auf Geheiß des Ordens begangen hatte.
Doch auch nach all den Jahren, konnte er seine Überheblichkeit nicht zügeln und sorgete mit seinem rücksichtslosem Vorgehen, immer wieder für neues Leid. Er war ein Gefangener seiner Selbst.
Monkey erreichte sein Schiff und begab sich ins Cockpit. Für ihn war es, als würde er nach Hause kommen. Er besaß zwar eine kleine Wohnung im Zentrum der Stadt, aber er verbrachte dort nur wenig Zeit. Viel brauchte er nicht für sich und er kannte es auch nicht anders. Als Attentäter verbrachte man nie lange an einem Ort.

Er startete die Maschinen des M50 und lies das kleine Schiff vom Boden abheben. Die Triebwerke ließen den Schnee um den Startbereich schmelzen und die Dark Lady, wie er sein Schiff liebevoll nannte, gewann an Höhe. Sein Ziel war, wie schon so oft vorher, der Unterschlupf von Markus Bellani.
Er beschleunigte den Jäger und überflog die Stadt Richtung Osten.
Die größten Gebäude der Stadt, überragten den Rest, wie gewaltige Wächter aus Stahl und Glas. Man konnte in den Schluchten zwischen den Bauwerken bis auf die Unterebene der Stadt blicken.
Im zentralen Bereich gab es insgesamt fünf Ebenen und zum Stadtand hin verringerte sich diese Anzahl. Dieser pulsierende Moloch wirkte, aus der Ferne betrachtet, wie einen gigantisches funkelndes Gebirge. Der Überflug dauerte ganze 40 Minuten, die Dimensionen dieser Metropole waren überwältigend.

Bei der Ankunft an dem alten Bergwerk, befiel Samuel ein ungutes Gefühl.
Er konnte es nicht einordnen, daher ignorierte er es und gab seiner aktuellen Verfassung die Schuld. Samuel landete die Dark Lady in der Nähe der Mine und begab sich zum Eingang des Unterschlupfs.
„Hey Monkey, mal wieder zu Besuch? Und das schon das zweite mal in wenigen Tagen!“
Es war Tarek, der nun auf ihn zutrat.
„Wo ist den Legard? Euch sieht man doch eigentlich nie alleine.“ fragte Monkey den schmächtigen Kerl mit der seltsammen Kopfbedeckung.
Wie er sagte, ein Relikt aus alten Zeiten. Eine Fliegerkappe.
Monkey fand sie äußerst hässlich, was aber gut zu ihrem Besitzer passte.
„Ach, der fette Sack ist Pissen gegangen. Wird wohl gleich……“
Legard kam grade hinter einem der Container hervor, die überall im Eingangsbereich gelagert wurden.
Er unterbrach Tarek mitten im Satz.
„Halt doch den Mund, du dürres Gerippe! Wer……? Ahhh Monkey. Was macht das Buissnes?“
„Befindet sich im Umbruch“ antwortete Samuel knapp.
„Ich brauch mal wieder Bellanis Hilfe. Ist er unten?“
Die zwei ungleichen Gestalten unterstützten ihre Worte mit einem Schulterzucken.
„Natürlich! Wo soll er auch sonst sein, also geh rein wenn du magst.“

Samuel schritt den Tunnel entlang, welcher ihn immer weiter in die Tiefe führte, bis er schließlich vor der großen Eingangsschleuse stand.
Während das Sicherheitssystem auf seine Anwesenheit reagierte und ihm wiedermal dutzende todbringende Gerätschaften entgegenstreckte, erschien Bellanis blau schimmerndes Hologram vor seinen Augen.
„Ah endlich bist du da, ich hab dich schon erwartet. Komm bitte direkt in mein Büro.“
Die Schleuse fuhr rumpelnd in die Höhe und gab den Durchgang frei.
Samuel war verwundert das Markus bereits auf ihn wartete, konnte sich aber keinen Reim darauf machen und begab sich auf direktem Weg zu seinem Büro. Im westlichen Teil der riesigen Höhle bekam Markus grade eine neue Lieferung. Samuel hatte noch nie beobachten können, wie die teils monströsen Maschinen überhaupt diese Höhle erreichten.
An den Wänden gab es vier große Lastaufzüge. Jede dieser Plattformen war gut und gerne 300 Quadratmeter groß. Im Moment wurde auf ihnen eine Cutlass hinunter in den Lagerbereich gefahren.

Samuel erreichte das Büro, trat ein und Markus begrüßte ihn überschwänglich.
„Setz dich mein Freund, willst du etwas trinken?“
„Wir haben ja schließlich was zu feiern!“
„Ja gerne. Aber was gibt es denn bitte zu feiern? Du weist doch bestimmt was da oben passiert ist!“ Samuel blickte betrüb zur Decke.
„Ich muss dir auch leider mitteilen das dein kleines Haustier abhanden gekommen ist.“
In diesem Moment kletterte die kleine Spinne an Markus Bein nach oben.
„Ach was, die ist so programmiert, dass sie immer zu mir zurückfindet.“
„So jetzt trink erstmal nen Schluck, dann reden wir weiter.“
Samuel nahm das Glas entgegen, welches Markus ihm brachte und stieß mit ihm an.
Er nahm einen Schluck und Bellani begann mit einem Grinsen im Gesicht zu erzählen.

„Nunja was sollten wir schon feiern? Vielleicht deinen erfolgreichen Abschluss der Mission?“
Bevor Samuel wiedersprechen konnte sprach Markus weiter.
„Oder doch lieber den Tod dieser kleinen Schlampe?“
„Hast du sie noch alle, wie sprichst du über Faith.“
Samuel sprang vom Stuhl auf und wollte Markus für diese Aussage die Gurgel umdrehen.
Doch er fühlte sich auf einmal so schwach. Seine Beine konnten seinen Körper nicht mehr tragen.
Er sackte auf den Boden und blieb regungslos liegen. Es fühlte sich an, als würde sich sein Körper auflösen.
Erst verschwanden das Gefühl in seinen Beinen. Dann in seinen Armen. Schließlich fühlte er sich vollständig entkörpert. Nur sein Gehör und sein Sehvermögen blieben erhalten.
Bellani hatte ihn vergiftet.

Markus trat in sein Sichtfeld und hokte sich vor ihm auf den Boden.
„Weisst du Monkey, eigentlich war er ja deine Schuld.“
Bellani sprach mit trockenem Tonfall.
„Hättest du dem Orden nicht den Rücken gekehrt, würde sie sehr wahrscheinlich noch leben.“
Samuel konnte nicht glauben was er da hörte, doch es kam noch schlimmer.
„Auch ich bin Mitglied des Ordens. Ein Agent der Loge.“
„Ich wurde zu deiner Überwachung eingeteilt.“
„Wir wissen nicht, wie du es damals schafftest die Nanobots loszuwerden. Doch dafür hätte man dich eigentlich liquidiert. Ich konnte den Ältestenrat aber davon überzeugen, dass du uns auch so nützlich sein könntest.“
„Viele deiner späteren Aufträge wurden von uns eingefädelt. Wie zum Beispiel die Sache mit der Sekte.“ „Weisst du, ich hatte nie eine Schwester. Das Mädel das du damals gerettet hast, war nur irgendeine kleine Hure, die wir auf der Straße aufgelesen hatten.“
„Mit solchen Dingen haben wir dich manipuliert, um uns auch weiterhin deiner Fähigkeiten zu bedienen.“ Markus grinste ihn hämisch an.
„Eigentlich solltest du mir danken.“

Samuels Leben wurde in diesen Momenten entgültig zertrümmert und alles, was er glaubte zu sein oder glaubte getan zu haben, war nicht mehr von Belang. Sein ehemaliger Freund setzte seine zerstörerische Geschichte fort.
„Wir kannten deine Beziehung zu Faith Hollow und der eigentliche Plan der Ältesten sah vor, sie gefangen zu nehmen und sie vor deinen Augen exikutieren zu lassen.“
„Dies sollte die Strafe für deinen Verrat darstellen. Als dies misslang und sie daraufhin bei mir Unterschlupf suchte, kam mir eine viel bessere Idee.“
„Doch auch diese, musste ich nicht wie geplant ausführen, denn als du ihre Hilfe ersuchtest, bestimmte sie Ihr Schiksal selbst.“

Samuel war nicht mehr in der Lage seine Gedanken zu ordnen. Alles wirbelte in seinem Kopf durcheinander. Mit aller Kraft zwang er sich, vier Worte zu sprechen.
„Ich…. werde….dich töten“
Markus lachte ihn aus.
„Wenn du dich an dieses Versprechen noch erinnern wirst, gerne.“
„Wir werden dich auslöschen. Deine Erinnerung wird ausradiert und wir fangen wieder von vorne an.“
„Der Loge kann man nicht entkommen mein lieber Freund.“
Markus ging zur Tür und winkte zwei Wachen herrein.
„Bringt ihn ins Behandlungszimmer.“
Die zwei Männer packten Samuels Arme und schliffen ihn davon. Ihm wurde schwarz vor Augen.

Kapitel 2

Samuel schlug die Augen auf und starrte auf eine weiße Decke.
Er lag auf einem OP Tisch. Seine Arme und Beine waren fixiert, was es ihm unmöglich machte sich zu bewegen. Niemand außer ihm war hier, er war vollkommen allein.
Samuel drehte seinen Kopf und versuchte sich etwas Überblick zu verschaffen, doch es gab nichts zu sehen. Der Raum war leer und es viel ihm schwer sich zu konzentrieren, denn Markus Worte peitschten in seinem Gedanken hin und her.
War sein Freund wirklich Mitglied des Ordens, oder hatte er Wahnvorstellungen? War Faith wirklich tod, oder war es nur ein böser Traum? War dies alles hier echt, oder nur die Auswüchse seiner Fantasie?
Er erinnerte sich daran das Markus sagte, er habe ihn vergiftet.
War es das, was ihm zu schaffen machte? Sie wollen seine Erinnerungen auslöschen, hatte sein Freund gesagt. Sind sie schon dabei? Samuel konnte all diese Fragen nicht mit Sicherheit beantworten.

Ein stechender Schmerz durchzog seinen Körper und lies diesen in rythmischen Krämpfen aufbäumen.
Ein tiefes Grummeln durchflutete den Raum und die Decke fing an sich zu bewegen.
Langsam faltete sich die weiße Fläche zusammen und hinterlies eine schwarze Leere. Auch die Wände und der Boden taten es Ihr gleich.
Sein Körper begann zu kribbeln und Samuel konnte aus dem Augenwinkel beobachten, wie die Haut seiner Hände begann sich abzulösen. Sie schwebte davon und verschwand in der Leere.
Blut quoll aus seinem blankem Fleisch hervor und bildete rote Tropfen, welche in der Schwerelosigkeit tanzten und in einer leisen Melodie zersplatzten.
In den Muskel bildeten sich Risse und langsam brachen sie auseinander und zerfielen zu Staub.
Der Zerfall breitete sich über seinen ganzen Körper aus, bis dieser vollkommen verschwand und der Schmerz versiegte.

Körperlos fiel er in die Tiefe des Nichts und vernahm kaum hörbare Schritte, welche sich ihm näherten. Langsam zeichnete sich die Kontur eines Menschen vom dunklen Hintergrund ab und erhielt nach und nach mehr Details. Es dauerte eine Weile, bis Samuel, Faith Gesicht zu erkennen glaubte.
Sie starrte ihn traurig an und begann tonlos zu sprechen, während sie immer näher kam.
Samuel konnte sehen wie sich ihre Lippen bewegten, bis sich ihr Gesicht zu einem Schrei verzerrte.
„DU MUSST ES MIR VERSPRECHEN“ konnte er sie brüllen hören.
Feuer breitete sich um ihren Körper aus und ihre Haut warf grässliche Blasen, welche ihre einstige Schönheit verzerrten. Das Feuer verwandelte sich in eine zerstörerische Explosion und ihr Körper zersprang zu klitzernden Kristallen.
„FAITH“
Samuel brüllte laut auf und fand sich im nächstem Moment in einem weißem Korridor wieder.

Er hatte seinen Körper zurück und konnte in beide Richtungen, weder ein Ende noch irgendeine Tür oder ein Fenster entdecken. Nur weiße leere Wände.
Das Licht auf einer Seite des Tunnels begann zu flackern und erlosch mit einem Ton, als wenn man mit der flachen Hand auf Wasser schlägt.
Platsch!
Die entstandene Dunkelheit breitete sich in Samuels Richtung aus und kam schnell näher.
Platsch!
Er lief los, weg von der Schwärze, in Richtung des Lichts. Doch je schneller er rannte, desto schneller folgte ihm die Dunkelheit.
Platsch! Platsch!
Die Tonfolge wurde schneller und schneller und kam näher und näher.
Platsch! Platsch! Platsch!
Die Schwärze erreichte Samuel und er verlor den Boden unter den Füßen und stürzte in eine warme Flüssigkeit. Er sank tief hinab, ohne irgendetwas sehen zu können. Er zappelte wie ein Fisch im trockenem bis er dem Drang nach Luft zu schnappen nicht mehr wiederstehen konnte. Er atmete ein und seine Lungen füllten sich mit einer öligen Flüssigkeit. Panic stieg in ihm auf und wieder wechselte die Szenerie.

Er kniete vor einer Toilettenschüssel und erbrach ein braunes schmieriges Sekret. Er hockte im Zentrum eines endlosen weißen Raums und blickte in die Toilette. Im inneren der öligen Flüssigkeit bewegte sich etwas. Kleine metallisch schimmernde Frackmente sammelten sich und formten etwas größeres und komplexeres. Es sah aus wie ein Skorpion aus Metall.
Das entstandene Wesen wandte sich Samuel entgegen und sprang ihm in Gesicht, klammerte sich fest und rammte seinen Stachel in seinen Rachen. Er spürte, wie sich irgendwas bis in seine Innereien bohrte und ihm unendliche Schmerzen bereitete. Ihm wurde schwarz vor Augen und er sackte entkräftet zusammen.

Als Samuel seine Augen öffnete, blickte er wieder auf die weiße Decke, fixiert auf den OP Tisch. Diesmal fühlte es sich anders an und der weise Raum war gefüllt mit den unterschiedlichsten Gerätschaften. Samuels Herz schlug ihm bis zu Hals und er konnte eine Stimme im Hintergrund sprechen hören.
„Mr. Bellani, irgendetwas ist schief gelaufen. Wir konnten seine Erinnerung nicht umschreiben.“
„Etwas in seinem Körper hat sich gegen die Behandlung erfolgreich gewehrt.“
Samuel war noch etwas benommen, doch er konnte schnell wieder einen klaren Gedanken fassen.
Die Wirkung des Giftes hatte nachgelassen.
Er erinnerte sich daran, wie er damals versucht hatte die Nanobots der Loge loszuwerden. Wie er, bei der misslungenen Extraktion, beinahe gestorben wäre und wie er stattdessen diese kleinen Wächter umprogrammieren lies.
Dieses Mal schien es so, als hätten sie Ihm das Leben gerettet.
Zwei Wachmänner betraten den Raum und lösten die Fixierungen. Sie glaubten anscheinend das Gift wirke noch, denn sie machten keine Anstallten Ihn erneut zu fesseln. Markus kam herein und packte Samuel am Schopf, zog seinen Kopf nach oben und spuckte ihm ins Gesicht.
„Wie hast du das gemacht, du kleine Ratte? Jetzt wirst du sterben müssen alter Freund, Ich kann es nicht riskieren das du hier entkommst.

Kapitel 3

Die zwei Wachmänner hielten Samuels reglosen, nur mit einem OP Hemd bekleideten Körper zwischen Ihren Armen und Markus lies sich eine ihrer Waffen überreichen.
„Ich werde das hier und jetzt selbst erledigen, das bin ich dir schuldig Monkey.“
Markus hob die Pistole und setzte sie an Samuels Schläfe. Kaum spürte dieser den kalten Lauf auf seiner Haut, schlug er die Augen auf und reagierte blitzschnell.
In dem Moment als Markus den Abzug betätigte, zog Samuel seinen Kopf aus der Schusslinie und die Kugel durchschlug stattdessen, den Helm des Mannes auf seiner rechten Seite. Blut spritzte Samuel ins Gesicht und seine freigewordener Arm schnellte Richtung Markus. Als der zweite Schuss sich löste, hatte Samuel die drohende Gefahr bereits in Richtung der Wache zu seiner linken gelenkt.
Der arme Kerl konnte nichtmal schreien, bevor die Kugel sein Gesicht zerfetzte. Ehe die beiden leblosen Körper auf dem Boden aufschlugen, hatte Samuel die Pistole an sich gerissen und drückte sie Markus auf die Stirn.
Der entsetzte Ausdruck in dessen Augen, befriedigte Samuel zutiefst.
„Du kleiner hässlicher Gnom, ich habe dir vertraut, Ich dachte tatsächlich wir wären Freunde!“

Markus war unfähig etwas zu antworten, niemals hatte er mit einer solchen Entwicklung der Situation gerechnet.
Samuel schlug das Herz bis zum Hals und da war sie wieder, diese nicht zu bändigende alles verzehrende Wut. Er brüllte auf den kleinen Zwerg ein
„Du widerst mich an, du bist es eigentlich nichtmal wert getötet zu werden. Doch darauf nehm ich jetzt keine Rücksicht mehr“
Ein kräftiger Tritt beförderte Markus auf den Boden. Keuchend wich dieser vor Monkey zurück und stotterte vor sich hin.
„Warte, lass mich……Whaaaa!“
Monkey zerschoss beide Kniescheiben seines Peinigers und dieser schrie vor Schmerzen auf.
Jetzt wo Markus nicht mehr flüchten konnte, verriegelte Samuel die Eingangstür des Krankenbereichs.
Grade noch rechtzeitig, denn die Wachen waren durch Markus Geschrei alarmiert und kamen Ihm zu Hilfe. Die massiven Türen sollten sie ein paar Minuten aufhalten und mehr brauchte Monkey auch nicht.

Markus kroch in Richtung der toten Wachen, doch bevor er sie erreichen konnte, war Samuel bereits bei ihm. Er schoss seinem ehemaligem Freund in die Hände und wieder begann dieser, quallvoll zu schreien. Die Wachmannschaft machte sich mittlerweile an der Tür zu schaffen und versuchten sie aufzubrechen.
Samuel drehte Markus auf den Rücken und blickte ihm in die Augen.
„Ich hatte es dir versprochen alter Freund. Jetzt werde ich dieses Versprechen einlösen. Und keine Sorge, danach hole ich mir den Rest des Ordens.“
Samuel hob die Pistole und zielte auf Markus Kopf.
„Für Faith!“
Samuel drückte ab. Klick!
„Verdammt leer, naja dann so!“
Er packte die Waffe am Lauf und begann, wie ein Berserker, auf das Gesicht des wimmernden Gnoms einzuschlagen. Wieder und wieder.
„Für Faith!“
Immer und immer wieder, bis das Geräusch zerberstender Knochen, das Wimmern verklingen lies.
Blut tropfte von Samuels zitternden Händen. Er stand auf, spuckte auf das zertrümmerte Gesicht und wandte sich ab.

Die Wachen hatten das Blutbad über die Sicherheitskamera mitansehen können. Es schien sie zu schockieren, denn die Bemühungen in den Raum zu gelangen ruhten.
Samuel ging zu den toten Wachen und nahm das Sturmgewehr auf, welches einer von Ihnen umhängen hatte. Er begab sich in den hinteren Bereich der Krankenstation und suchte seine Kleidung, während die Wachmannschaft wieder begann, das Innere der Station zu erreichen.
Samuel wurde schnell fündig und kleidete sich zügig an, als eine Explosion den drohenden Angriff der Wachen einläutete.
Einen offenen Kampf konnte er nicht gewinnen, also schaute sich Monkey nach einer Fluchtmöglichkeit um. Er rannte den Gang weiter, weg von den Wachen die den Eingangsberreich stürmten.
Am Ende des Flures, folgte er einer Treppe in die obere Etage. Die Wachen durchkämmten unterdessen die Zimmer im vorderen Bereich und waren noch nicht in Sichtweite.

Im ersten Zimmer des Obergeschosses fand Samuel ein Fenster, durch welches er in den Lagerbereich des Bergwerks blicken konnte.
Vorsichtig riskierte er einen Blick hinaus und sondierte die Lage. Er konnte den Ausgang von hieraus sehen. Doch der Weg dorthin bot wenig Schutz und Wachen waren jetzt überall und suchten ihn.
Auf der gegenüberliegenden Seite der Krankenstation lag Markus Büro, was ihm aber wahrscheinlich nicht weiterhelfen würde. Auch die großen Lastaufzüge an den Seiten waren nur schwer zu erreichen.
Ihm blieb nicht viel Zeit Zeit sich zu entscheiden, doch vorallem musste er raus aus der Krankenstation.
Samuel schlug mit dem Gewehrkolben auf das Fenster ein, doch es war ihm nicht möglich es zu zerbrechen. Samuel schaute sich in dem Raum um. Überall standen elektrische Geräte und medizinischer Kram herum. An einer Schrankwand entdeckte er die Aufschrift, Achtung gefährliche Substanzen!

Monkey öffnete die Türen und überflog die Bezeichnungen auf den Gläsern. Jetzt konnte er die Stimmen seiner Verfolger hören, sie hatten die Treppe fast erreicht. Samuel fand ein Fläschen mit der Aufschrifft, Extrem Ätzend! Er warf die Flasche gegen das Fenster und sie zersprang. Die Flüssigkeit breitete sich auf dem Glas aus und grüner Dampf stieg auf. Er atmete tief ein und hielt die Luft an, bevor er zum Fenster rannte und wieder wild dagegen hämmerte. Nach einigen Schlägen mit dem Gewehr gab es nach und schepperte zu Boden. Die Wachen hatten ihn gehört und rannten nun die Treppe herauf.
Samuel sprang mit einem Satz aus dem Fenster, rollte sich ab und flüchtete hinter den nächsten Container.
Vorerst blieb er zwischen den Stahlbehältern in Deckung und arbeitete sich vorsichtig vorran. Auf diesem Wege würde er bald das Büro von Markus erreichen. Es war nicht das was Samuel sich vorstellte, aber ihm blieb erstmal keine andere Wahl.

Während er den Korridor, den die Container bildeten, entlang lief, hörte er Stimmen. Sie kamen aus einem der quer verlaufenden Gänge und kamen auf ihn zu. Samuel presste sich gegen die Containerwand und schob sich bis an deren Kante heran. Zwei Wachmänner kamen in sein Sichtfeld.
Er packte den ersten am Kopf und zog diesen mit zugehaltenem Mund zu sich. Im gleichen Atemzug, rammte er dem zweiten, den Gewehrkolben mitten ins Gesicht.
Mit einem schnellen Ruck brach er der Wache in seinen Händen das Genick. Bevor die zweite, auch nur einen Ton hervorbringen konnte, raubte ihr ein Tritt in den Magen die Luft. Ein weiterer Schlag in den Nacken und der Wachmann sackte zusammen. Samuel zog die beiden Männer aus dem direktem Sichtfeld und setzte seinen Weg fort. Wenige Minuten später erreichte er das Büro.
Alle Wachen suchten nach ihm, doch sie schienen nicht damit zu rechnen, das er hierher kommen würde. Samuel konnte ungehindert hinein gelangen.
„Verdammte Kacke, was mach ich jetzt nur?“ sagte er laut und vernahm daraufhin ein hektisches Piepsen und Quicken aus dem Hinterzimmer.
Samuel kannte das Geräusch.
„Hey meine kleine Spinne, bist du das?“
Tatsächlich kam das kleine Wunderding aus dem Zimmer auf ihn zugerannt. Samuel konnte es nicht fassen, scheinbar hatte Markus vergessen, dem Ding seine Instruktionen zu löschen und jetzt nahm es noch immer seine Befehle entgegen.
„Kleine, du bist mein Retter! Kannst du dich für mich in das Sicherheitssystem einloggen und die Abwehranlagen so umprogrammieren das sie auf alles schießen was da draußen rumläuft?“
„Außer auf mich natürlich!“
Sofort machte sich die Spinne piepsend ans Werk.
„Und sammle alle Daten, die du über den Orden oder die Loge der freien Welt finden kannst, verschlüsselt oder nicht. Dann aktivier die Selbstzerstörung, ich denke Markus wird sowas schon haben!“ „Zwanzig Minuten sollten reichen!“

Kapitel 4

Samuel hatte das Büro verlassen und bewegte sich jetzt, in Richtung des nächstgelegenen Lastaufzugs. Es schien ihm die beste Möglichkeit zu sein, dieses Bergwerk zu verlassen.
Die Spinne klammerte an seiner Schulter, während überall Schüsse, Explosionen und Schreie sterbender Menschen zu hören waren. Die Verteidigungsanlagen verrichteten ihren Dienst ausgesprochen gut.
Doch Samuel musste weiterhin vorsichtig vorgehen, denn in diesem Bereich gab es nichts was ihn vor den Wachen schützen könnte.
Er befand sich wieder zwischen den Containern, doch jetzt wusste man wo er sich ungefähr aufhalten musste. Es dauerte auch nicht lange, bis ein kleiner Trupp ihn entdeckte. Sie waren noch ein Stück entfernt, doch eröffneten sofort das Feuer und Samuel wich in den nächsten Korridor aus. Er kletterte auf einen der Container und legte sich flach auf den Bauch.
Kurz darauf stürmte die Meute in den Gang. Samuel sprang auf, eröffnete das Feuer und tötete drei von Ihnen. Der vierte erwiederte die Schüsse, doch verfehlte Samuel knapp und ging in Deckung.
Samuel rannte los. Er war dieses Katz und Maus Spiel leid, verstecken galt nicht mehr.
Zwei weitere Wachen tauchten in dem Gang vor ihm auf und er erledigte sie im Sprung auf den gegenüberliegenden Stahlbehälter.

Das Containerfeld war hier zu Ende und vor Samuel breitete sich ein Heer, aus großflächig aufgereihten Kampfpanzern und dem unterschiedlichsten Kriegsgerät aus. Leider war nichts von all dem in Betrieb. Nicht betankt und nicht geladen.
Ganz in seiner Nähe hörte Samuel Schüsse und ein Wachmann stürzte zwischen den Kampfmaschinen heraus und blieb regungslos liegen. Zwei weitere Wachen folgtem ihrem Kameraden und wurden ebenfalls im vollem Lauf, von einer der Selbstschussanlagen, niedergeschossen.
Samuel kletterte von den Container herab und verschwand hinter einem großen Orbitalflakpanzer. Langsam arbeitete er sich näher an sein Ziel und huschte dabei von Deckung zu Deckung.

Ein weiterer Trupp entdeckte ihn und wieder befand sich Samuel auf der Flucht. Die Geschosse schlugen um ihn herum in die Stahlhaut der Maschinen ein, während er Haken schlagend versuchte, zwischen den Gerätschaften, der Sicht seiner Verfolger zu entkommen.
Samuel rannte auf eine Reihe von Kampfandroiden zu, welche dicht aneinander gestellt, eine unüberwindbare Mauer bildeten.
„Kannst du die aktivieren?“ wandte sich Samuel an seinen kleinen Helfer.
Der piepste irgendwas vor sich hin.
„Die Dinger sind doch eigentlich immer Einsatzbereit.“
Die kleine Spinne sprang von Samuel ab als dieser die Androiden erreichte und machte sich ans Werk.
Die Wachen waren Ihm dicht auf den Versen und Samuel rannte weiter die Wand aus Robotern entlang. Bevor er weiter hinten eine Lücke fand, durch welche er wieder Richtung Aufzug gelangen konnte, schaute er noch einmal zurück auf seine Verfolger.

Die Augen einer kleinen Gruppe der Androiden begannen aufzuleuchten und diese setzten sich in Bewegung. Auch unbewaffnet, stellten sie eine nicht zu unterschätzende Gefahr dar.
Die Wachen eröffneten das Feuer, nachdem einer von ihnen, durch die Wucht eines Hiebes dieser Kreaturen, meterweit durch die Luft geschleudert wurde. Samuel rannte weiter und erreichte die kleine Kontrolltafel, welche augenscheinlich den Aufzug kontrollierte. Er öffnete die gigantische Luke in der Höhlendecke und mit einem metallischem Knirschen fing diese an den Durchgang freizugeben. Samuel wollte grade in Richtung Aufzugsplattform losrennen, als ihn ein Schuss im Oberarm traf und zu Boden warf.
Er rollte sich unter eine Treppe, welche auf einen Wartungssteg führte und schaute sich um.
Ein weiterer Trupp hatte ihn erwischt und die Kugel hatte Samuels Arm komplett durchschlagen.
Er blutete stark und er verfluchte seine Unachtsamkeit, doch musste sich jetzt etwas einfallen lassen, denn er hatte seine Waffe im Sturz fallen gelassen.

Die Wachen kamen sehr schnell näher und es boten sich keine Fluchtmöglichkeiten mehr. Er steckte in einer Sackgasse und sie würden sicherlich nicht mit ihm verhandeln wollen.
Als die Wachmänner ihn erreichten, begann ein grollender Lärm die Höhle zu durchfluten. Das Dröhnen in Samuels Ohren wurde lauter und seine Verfolger blickten panisch in Richtung der geöffneten Höhlendecke.
Samuel konnte nicht sehen was da oben passierte, doch wenige Augenblicke später, zerfetzte ein nicht enden wollender Strom aus Laserimpulsen, die Körper der wehrlosen Gestallten.
Samuel wollte grade einen Blick riskieren, als eine ihm wohlbekannte Stimme erklang.
„Jeeaaahhhaaa! Monkey wo steckst du? Die Kavallerie ist da!“
Eine zweite Stimme folgte.
„Alter komm schon, wir holen dich hier raus!“
Es waren Tarek und Legard, die zwei Irren, welche ihm bei jedem Besuch in diesem Loch, den letzten Nerv geraubt hatten. Samuel konnte es einfach nicht glauben.
Er kam aus seiner Deckung und traute seinen Augen nicht. Da schwebte doch tatsächlich eine voll ausgebaute, schwarze Constallation im Inneren der Höhle herum und ballerte was das Zeug hält. „Monkey, was sagst du zu unserer kleinen Überraschung?“
„Das Schiff gehörte Bellani, aber der brauch das ja nicht mehr“
Tarek lachte über den Außenlautsprecher des Schiffs.
„Alter wie geil war das denn? Dem Drecksack haste es gegeben.“
„Wir konnten Ihn ja eh nie leiden. Jetzt komm schon!“
Die Constallation öffnete die Ladebucht auf der Unterseite des Schiffes und sank Richtung Boden.
Sobald Sie sich in Reichweite befand, kletterte Samuel die Plattform hoch und blickte ins Innere des Schiffes. Legard grinste ihn von oben herab ins Gesicht.
„Willkommen Monkey!“

Die Laderampe schloss sich mit einem sanftem Zischen und Samuel befand sich im Laderaum von Markus Schiff. Legard führte Ihn ins Cockpit und quasselte was von Bestimmung, Ehre, Arbeit und einer fetten Kröte. Früher wäre Samuel ausgeflippt über das Gelaber dieses redenden Fleischbergs, aber diesmal war er dankbar es hören zu dürfen. Tarek steuerte das Schiff bereits wieder hinaus in die Außenwelt, während er sich kringelig lachte.
„Hahahah, du bist der Beste, ich kann es noch garnicht fassen. Als wir dich auf den Überwachungsmonitoren beobachten konnten, wie du diesen schwabelnden Zwerg zerlegt hast, sind wir direkt los und haben uns sein Schiff unter den Nagel gerissen.“
„Irgendwer musste dich ja da raus holen!“
Samuel klopfte beiden auf die Schultern.
„Danke Leute, Ihr zwei habt mir heute den Arsch gerettet! Das werde ich euch nie vergessen. Ich weiss nicht wie……“
Legard unterbrach ihn.
„Wir kommen mit dir und rächen Faith. Die süße Maus hatte sowas nicht verdient!“
Tarek mischte sich wieder ein.
„Uns wirst du so schnell nicht mehr los.“
Samuel nickte den beiden zu.
„Ok wie ihr meint, aber jetzt bring uns erstmal hier weg, Tarek!“

Während dieser das Schiff beschleunigte und die Constallation das Bergwerk hinter sich lies, explodierte die Anlage in einem gewaltigem Feuerball, welcher sich fast einen Kilometer weit, über die Landschaft frass und den gesamten Bereich zum Einsturz brachte. Bevor Samuel und seine Retter außer Sichtweite kamen, verzog sich der Rauch etwas und es gab nichts mehr, außer einem gigantischer Krater inmitten einer brennenden Hölle.
Samuel ging in den Schlafberreich und legte sich auf das Bett. Er war erleichtert, aber auch überaus traurig über das Geschehene. Als Samuel seine Wunde behandelte, ertönte ein Piepsen und aus dem Lagerraum gerannt, kam die kleine Robospinne auf ihn zu und setzte sich neben ihn auf das Bett.
„Hast du es also auch geschafft“
Samuel konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen!
„Bin mal gespannt was du mir für Informationen bieten kannst.“

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