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Cassandras Tears Episode 10

Im Nul-System überbrückte Grady Monk die Zeit, die er auf seinen Kontakt wartete, durch die Beobachtung des einzigen Sterns. Wissenschaftler sagten, es sei ein pulsierender Stern. Sah nicht so aus, als würde er pulsieren. Er sah wieder auf seine Uhr. Er gab dem Kerl noch zehn Minuten, dann würde er zum nächsten Käufer gehen. Grady Monk wartete nicht auf seine Kunden. In den Augenwinkeln sah er eine Bewegung außerhalb des Schiffes.

Wurde aber auch verdammte Zeit, dachte er und drehte sich um. Seine Augen weiteten sich.

Grady Monk‘s Schiff verschwand in einer pulsierenden Explosion.

* * * * *

An Bord der Gemini saß Darrow gegenüber von Penny. Er hatte nun endlich die Gelegenheit mit ihr zu sprechen.

„Sie haben wahrscheinlich eine Menge Ärger, Leutnant „, sagte er, „Ihr eher langatmiger Monolog erklärt Ihre Gründe für den illegalen Zugriff auf die Archiv Dateien, aber es ändert nichts an der Tatsache, dass Sie auf geheime Daten illegal zugegriffen haben.“

Die Tür öffnete sich. Es war Admiral Showalter. Er sah nicht erfreut aus. Penny und Darrow salutierten. Showalter trat in den Raum und sah Darrow an.

„Können Sie mir erklären, warum Sie meinen Piloten belästigen?“
„Sir, Leutnant Ayala hatte Zugriff auf …“

„… Cassandra Projekt Dateien. Ich weiß. Ich sprach mit Ihrem Vorgesetzten, mein Sohn.“ sagte Showalter und seine Stimme klang dabei ruhig und bedächtig. „Sie haben meine Frage nicht beantwortet.“

„Es begann vor drei Monaten. Wir bemerkten, dass jemand die Archivbestände der Labor Notizen bezüglich Cassandra zu knacken versuchte und verfolgten sie zu dem Enkel des ehemaligen Projektleiter Warden zurück.“ Darrow zeigte auf den Bildschirm. Warden Mahony erschien darauf, der gleiche Typ wie auf der Phoenix. „Die Anwaltschaft setzte Warden auf eine Beobachtungsliste. Vor drei Wochen verschwand er dann. Als Lt. Ayala die Projekt-Dateien „abrief“, gingen wir von einer Gefährdung der Sicherheit aus. “

„Nun, sie arbeiten nicht für diesen Typ.“ Showalter sah zu Penny. Sie schüttelte den Kopf. „Damit ist die Angelegenheit erledigt.“

* * * * *

Vier Systeme entfernt im Banu Gebiet, war die Angelegenheit noch lange nicht erledigt. Cal versuchte herauszufinden, wie er die Besatzung der Phoenix in einen Hinterhalt locken könnte, als weitere Söldner auftauchten. Bis jetzt waren es nur Sasha, Trunk und Mahony. Nun musste er mit sechs weiteren Bewaffneten fertig werden.

Cal konnte nicht hören, ob sie es verkaufen oder verwenden wollten. Unabhängig davon, dieses Ding durfte nicht raus. Jetzt brauchte er nur noch einen Plan, wie man das anstellen könnte. Ein Feuergefecht zu beginnen war eine schlechte Idee. Es würde nur einen fehlgeleiteten Treffer auf die Bombe benötigen, und der Raum, vielleicht sogar die ganze Siedlung wären nichts weiter als eine Ansammlung von klebrigen Zeugs.

Cal hatte immer noch das P52 Funkfeuer, welches mit der Position der Phoenix gekoppelt war. Seine beste Chance war also, das Ding in das Weltall zu bekommen und es dort zu verdampfen. Er war nicht gerade sehr optimistisch darüber mit einer Cutlass die Constellation anzugreifen, aber es war allemal besser, als es hier unten auszutragen. Außerdem war er mit Flügeln besser als mit den Fäusten.

Sasha sprach leise mit den Söldnern und ging dann zu Mahony, der den Rest des Cassandra Projekt Behälter in die Bombe lud.

„Bist du fertig? Wir müssen dieses Ding einladen.“
„Ja, noch ein paar Minuten,“ murmelte er, während er den Behälter sorgfältig mit dem Zündmechanismus verkabelte. Sasha wandte sich an die Söldner.
„Sobald wir draußen sind, nehmt ihr eure Positionen entlang unserer Route ein. Wenn ihr denkt, dass uns jemand folgt, also uns zu viel Aufmerksamkeit schenkt, muss ich es sofort wissen.“
Sie drehte sich zu Trunk, „Du hast sie bezahlt? “
„Ja, alles geregelt.“

Cal wich langsam zurück. Er wollte vor den Söldnern raus und kehrte zum Lüftungsschacht zurück. Als er draußen war, luden sie die abgedeckte Bombe auf den Boden eines Anti-Gravitations-Dämpfer. Sasha nickte den Söldnern zu, die in der Menge untertauchten. Cal merkte sich ihre Gesichter und duckte sich weg.

Während Mahony die Bombe durch die engen Gassen der Banu Siedlung schob, bewachten Sasha und Trunk sie. Keiner der Passanten schenkte ihnen Aufmerksamkeit. Cal hielt Schritt und beobachtete aus der Ferne, um zu vermeiden, dass die Söldner aufgescheucht wurden. Und diese Söldner waren gut, Cal konnte nicht einen einzigen sehen.

Erst als sie die Bombe in die Ladebucht der Phoenix geladen hatten, kehrte Cal zur Cutlass zurück. Er schwang sich in den Pilotensitz und ließ die Antriebe warmlaufen. Ein schneller Scan und das P52 Funkfeuer ließ die Phoenix auf seinem Radar erscheinen.

Cal ließ ihnen ein wenig Vorsprung, bevor er folgte. Sie waren auf dem Weg zurück zu dem Sprung-Punkt. Cal hatte eine Entscheidung zu treffen. Zweifellos hatten sie einen Weg gefunden um die Bombe an den Zoll-Scans vorbei zu schmuggeln, aber Cal konnte per Funk die Zollstation informieren, sie verhaften lassen und so die Bombe bekommen.

Andererseits würde er so nicht den Käufer erwischen, wenn es einen gab. Er überlegte. Das Risiko war es nicht wert. Je länger dieses Ding da draußen war, desto mehr Möglichkeiten gab es, die Cal überraschen könnten. Er hatte genug vom überrascht sein.

„UEE Zollstation Charlie, Ferron System. Hier spricht Lt. Cal Mason, UEE Navy, SysID # 5847DDC. Ich verfolge eine gefährliche Waffe, welche in Ihr System in einem Constellation-Klasse-Schiff eintritt, mögliche Bezeichnung Phoenix. Bitte separieren Sie alle Schiffe, auf die diese Beschreibung passt und halten Sie sie fest. Leiten Sie diese Nachricht an Leutnant Penelope Ayala, UEES Gemini weiter.“ Er skizzierte alles, was er gesehen hatte in eine separate Anlage und sendete die Nachricht an die Relaisstation.

Das sollte reichen. Er bezweifelte, dass die Phoenix einen Kampf anfangen würde. Während des weiteren Flugs wandelte sich dieser „Zweifel“ unglücklicherweise in „sie könnten“ und Schlussendlich in „am wahrscheinlichsten“. Sie würden sich nie mit einer Tag-des-jüngsten-Gerichts-Bombe festsetzen lassen. Nun war Cal überzeugt, dass er eine Menge Zollbeamte in Gefahr gebracht hatte. Er beschleunigte voll und bohrte sich durch den Sprung-Punkt.

Auf der anderen Seite war totales Chaos. Schiffe taumelten ohne Antrieb durch den Raum. Die Zollstation war komplett außer Gefecht gesetzt. Jemand hatte einen EMP-Impuls ausgelöst. Einen ganz Großen. Schiffe nutzten den Vorteil der ausgeschalteten Sicherheit und rasten durch den Sprung-Punkt, während die wenigen Zoll- und Polizeischiffe, welche noch einen Antrieb hatten, versuchten die Ordnung aufrechtzuerhalten. Es war die perfekte Ablenkung für die Phoenix um durch zu rutschen.

Cal fand die Phoenix auf seinem Radar und ging dem Signal nach. Als sie in Sichtweite kam, gab es nur eine Handvoll von Schiffen in ihrer Flugbahn. Cal begann seine Waffen vorzubereiten. Er musste sie hart und schnell treffen, so viel wie möglich ihrer defensiven Fähigkeiten ausschalten, wenn er eine Chance haben …

Laser flackerte an seinem Cockpit vorbei. Cal drehte instinktiv ab. Ein Marauder düste an ihm vorbei und drehte für einen weiteren Anlauf um. Auf seinem Scanner sah er, dass die Phoenix die Schilde aktivierte. Nun traf ihn die Erleuchtung.

Im Labor vorhin, als Sasha sagte: „… nehmt ihr eure Positionen entlang unserer Route ein.“ Sie hatte nicht in der Siedlung gemeint. Sie meinte im All.

„Cal, du dummer Sohn einer…“ Mehr Beschuss, diesmal von der Phoenix. Cal rollte mit dem Schiff zur Seite. Plötzlich kam eine Anfrage über Funk von der Phoenix.

„Identifizieren Sie sich.“ Es war sie.
„Rate mal,“ sagte Cal.
Der Marauder setzte sich hinter ihm und eröffneten das Feuer. Cal drehte seinen Geschützturm und erwiderten es.
„Mason?“
„Sie müssen damit aufhören.“ Eine lange Pause folgte.
„Geh nach Hause, Mason.“
„Nachdem ich gesehen habe, was die Bombe kann …“ sagte Cal. Sein System summte wegen einer Raketen Aufschaltung. Er wechselte die Richtung und startete die Gegenmaßnahmen. „Du weißt, ich kann dies nicht tun.“
„Dann ist dies deine Beerdigung.“

„Du bist nicht diese Person,“ platzte es aus Cal in der Hoffnung heraus, dass sie noch nicht den Kanal geschlossen hatte. „Du transportierst etwas, dass Millionen, möglicherweise sogar Milliarden auslöschen könnte. Ich weiß, du hast ein Hühnchen mit der UEE zu rupfen und ich verstehe das, wirklich, aber das ist zu viel und ich glaube, du weißt es. “

Der Marauder erfasste ihn mit einem IR-Marker. Eine ganze Reihe Raketen kamen aus der Raketen-Abschußvorrichtung auf ihn zu. Der Turm der Phoenix wirbelte herum und schoss ebenfalls auf ihn.

Der Söldner in dem Marauder war gut, aber nicht großartig. Es war das Problem, dass beide Schiffe zusammen gegen ihn kämpften. Cal brach die Verfolgung der Phoenix ab, drehte ab und zog die Linie von Raketen hinter sich her. Der Marauder verfolgte ihn weiter. Die Phoenix nicht, ihre Antriebe blitzten auf und sie raste davon.

Cal trat selbstmörderisch in die Bremsen, welche die Antriebe abschnitt und die Cutlass vollständig umdrehte, ohne dass sie ihr Bewegungsmoment verlor. Cal eröffnete mit seinem Laser das Feuer auf die ankommenden Raketen. Er schaffte es, sechs der acht zu treffen, bevor er sich zurückdrehen musste.

Der Marauder entfesselte sein volles Arsenal auf Cal. Er feuerte die letzten zwei Raketen, aber die Cutlass steckte die Treffer gut weg. Die Schilde hielten.

Frei von den Raketen, war Cal nun an der Reihe.
Der Marauder hielt vier Minuten aus.

Basierend auf der Lage der Phoenix waren sie in den Sprung-Punkt nach Croshaw geflogen. Er sah ihr Signal flackern und schließlich verschwinden. Sie waren durch.

Cal leitete alle verfügbare Energie zu den Antrieben. Die Cutlass sprang ihnen hinterher.

* * * * *

Darrow schickte seinen Bericht und erwartete Befehle von seinen Vorgesetzten. Penny starrte vor lauter Langeweile an die Decke. Die Tür glitt auf. Ein junger Fähnrich steckte seinen Kopf herein

„Eine Nachricht für Lt. Ayala,“ der Blick des nervöse Fähnrich erfasste Darrow und verweilte: „Es ist von Cal, Madam.“

Zehn Minuten später hörte Penny gemeinsam mit Showalter Cal‘s Botschaft an: über die Phoenix, die Bombe, einfach alles. Showalter starrte vor sich hin. Seine Augen verengten sich als er zuhörte, aber sein Gesicht war ansonsten undurchschaubar, wie immer. Darrow stand neben der Tür.

„Sie wollen zur Erde,“ sagte Showalter nach einer langen Stille.
„Und sie glauben nicht, dass sie versuchen werden sie zu verkaufen,“ schlussfolgerte Penny.

„Zwanzig zu eins, dass Kinder das beenden werden, dass von ihren verrückten Großeltern begonnen wurde.“ Showalter rief die Brücke. „Volle Leistung auf die Triebwerke. Wir ändern den Kurs. “

* * * * *

Das Croshaw System war ruhig. Es war ein normaler Tag auf fast allen Planeten. Die Menschen gingen zur Arbeit. Die Kinder zur Schule. Es gab vier aktive Sprung-Punkte im System, einer Richtung Sol-System und der Erde, der zweite ging ins Nul-System, ein System das aufgrund des veränderlichen Sterns in der Mitte niemand beanspruchte und das dritte ging ins System Davien …

Cal verließ den vierten Sprung-Punkt von Ferron kommend. Sein Radar brauchte eine Sekunde um die Phoenix wieder zu orten. Sie war auf dem Weg in Richtung Nul. Cal nahm die Verfolgung wieder auf, zwischen dem allgemeinen Verkehr im System pendelnd.

Cal erblickte eine Constellation in der Ferne. Er schaltete den Nachbrenner ein um den Abstand zu verringern. Es war die Phoenix.

Seine Systeme spielten verrückt. Eine globale Notfall Warnung wurde auf allen Kanälen angezeigt. Etwas über …
Oh nein, dachte Cal. Er blickte auf.

Black Talon kam aus dem Nul Sprung-Punkt, ihm folgten Dutzende von Vanduul Kampfschiffen. Sie griffen sofort die Zollbeamten an. Das Vanduul Flaggschiff und die restlichen Schlachtschiffe der Sippe erschienen kurz danach. Lokale Polizei und Piloten sahen sich plötzlich mit der Situation konfrontiert, das System verteidigen zu müssen.

Die Phoenix flog an den Linien der Vanduul vorbei und verschwand im Inneren des Flaggschiffs. Plötzlich fügten sich alle Stücke des Puzzles zusammen. Die Vanduul waren nicht von der Phoenix angeheuert worden um das System anzugreifen. Die Vanduul hatten die Phoenix angeheuert, um eine Waffe zu bauen. Dies war nicht Mahony‘s Rache, dies war ein organisierter Vanduul Angriff mitten in das Herz des Feindes.

Das Flaggschiff eröffnete mit seinen Waffen das Feuer. Seine Kampfschiffe gerieten mit dem armseligen menschlichen Widerstand aneinander. Cal schaltete auf den allgemeinen Kommunikationskanal, um die Piloten zu organisieren und stürzte nach rechts in das Getümmel.

Piloten von beiden Seiten tanzten umeinander, auf der Jagd nach dem alles entscheidenden Schuss. Laser brannten durch die Leere. Der Weltraum wurde mit Schutt und Trümmern übersät. Wildes Gerede füllte die Kommunikationskanäle. Es war Krieg. Das Vanduul Flaggschiff veränderte seinen Kurs in Richtung des Sol-Systems, in Richtung Erde.

Cal schoss das Vanduul Kampfschiff ab, mit dem er gerade in ein Gefecht verwickelt war, dann beurteilte er die Situation. Kurz gesagt, es verlief gar nicht gut. Die Vanduul hatten mehr Erfahrung und waren rücksichtsloser. Die Polizei und verstreute Soldaten fügten ihnen einige Schäden zu, aber die Vanduul töteten mehr und mehr Zivilisten. Cal wusste, dass allein die schiere Anzahl entscheiden und das Ganze zu ihren Ungunsten verschieben würde. Selbst wenn sie die Kampfschiffe vernichten konnten, so waren sie doch machtlos gegen die größeren Vanduul Schlachtschiffe.

Dann sah er die Rettung …

Die Gemini. Die wunderschöne Gemini kam durch den Ferron Sprung-Punkt. Cal ahnte, dass sie seine Botschaft bekommen hatten. Sieben Einheiten Kampfschiffe starteten vom Flugdeck.

„Wir dachten, du wärst tot,“ sagte Penny über Funk.
„Komm schon, Penny“, erwiderte Cal.
„Nun, wenn der Alte dich zwischen die Finger bekommt, wirst du dir wünschen, du wärst es.“
„Schön dich zu sehen, Penny.“
„Ebenfalls,“ sagte Penny. „Wollen wir?“

Sie tauchte in den Kampf ab.

Das Vanduul Flaggschiff wandte seine Waffen gegen die Gemini. Deck Kanonen tauschten massive Strahlen der Zerstörung über das Vakuum aus. Die Schilde flammten auf und hielten die Schüsse auf. Kleinere Schiffe wurden im Kreuzfeuer vernichtet.

Cal und Penny kämpften Seite an Seite, wie sie es immer taten. Er sah, wie die Phoenix aus dem Flaggschiff heraus kam. Sie schlängelte sich durch den Kampf zurück nach Ferron.

Seine Schilde flammten auf. Cal blickte auf. Black Talon und ein paar seiner Freunde schossen auf sie.

„Schau wer wieder da ist,“ sagte Cal.

„Holen wir ihn uns,“ antwortete Penny. Cal und Penny lösten sich von ihren jeweiligen Kämpfen, um Black Talon abzufangen. Sie konnten sehen wie lokale Piloten versuchten es mit Black Talon aufzunehmen, aber sie waren keine Herausforderung für das Vanduul Ass.

Cal eröffnete das Feuer auf Black Talon, der rund um seine Schüssen tanzte. Penny versuchte die Lücken zu füllen, aber Black Talon war zu flink.

Plötzlich mussten sie Explosionen und Raketen ausweichen, welche aus Dutzenden von Piratenschiffen kamen. Cal konnte kaum Black Talon im Auge behalten, als er durch den Raum wirbelte und seine Schilde mehrere Treffer aus verschiedenen Richtungen abfingen. Penny drehte ab und wandt sich ein paar Piraten zu.

* * * * *

An Bord der Phoenix sah Sasha in den leeren Raum vor sich. Ihr Gesichtsausdruck war müde. Trunk war im Geschützturm. Er beobachtete den verzweifelten Kampf des gesamten Systems mit einem ähnlichen Gesichtsausdruck. Er kletterte die Leiter hinunter und ging zu seiner Halbschwester ins Cockpit.
„Sie werden da draußen in der Luft zerissen,“ sagte er nach einer langen Pause.
„Es ist nicht unser Problem,“ sagte Sasha leise. Es klang nicht überzeugend.
„Technisch …“ begann Trunk zu sagen, aber pausierte.
„Was.“
„Ich weiß nicht. Wir haben den Job gemacht und wurden bezahlt. Also technisch gesehen ist unsere Verantwortung denen gegenüber vorbei. Wir können tun, was wir wollen. “
Sie saßen schweigend da.
„Ich mein ja nur …“ sagte Trunk.

* * * * *

Zurück in der Schlacht fielen einige der Schilde auf dem Vanduul Flaggschiff aus. Explosionen entlang der Seiten des Schiffes waren zu sehen. Die Gemini steckte ein paar ordentliche Treffer ein. Eine der Hauptwaffen hatte Munition unter Deck zur Explosion gebracht, was den Rumpf ähnlich wie Blasen rausdrückte. Die anderen Vanduul Schlachtschiffe zielten besonders auf ihre Triebwerke. Der massive UEE Träger begann zu sich verlangsamen.

Cal blickte zum Flaggschiff. Die Bombe musste noch dort sein. Nur das machte Sinn. Das ist der sicherste Ort in Anbetracht der Tatsachen und es ist das Einzigste für den Sol Sprung. Er vermutete, es wäre innerhalb weniger Minuten in der Lage zu springen.

„Penny, gib mir Deckung.“
„Was willst du machen?“
„Das willst du wahrscheinlich gar nicht wissen.“ Cal steuerte sein Schiff um Black Talon’s Feuer rum und raste zum Flaggschiff. Black Talon wollte ihm nach, aber Penny fesselte ihn in ein Feuergefecht und gab Cal damit einen Vorsprung.
Er hörte Penny über Funk fluchen. Er blickte zurück. Sie war getroffen. Eines ihrer Triebwerke war aus. Black Talon und die Vanduul Kampfschiffe kreisten sie ein, um sie fertig zu machen. Cal blickte zum Flaggschiff, welches sich dem Sprung-Punkt näherte.

Entweder, oder.

Als Cal nach den Schubumkehr-Triebwerken griff, stieß ein Schiff im Sturzflug in Richtung Penny. Laserstrahlen vernichteten die Vanduul Scythes, bevor diese zuschlagen konnten. Black Talon drehte ab, um dem Feuer auszuweichen.

Es war die Phoenix.

„Viel Glück, Mason.“ Das war alles, was über Funk kam, bevor die Phoenix ihre Triebwerke zündete und wegflog. Penny hat ihr Triebwerk wieder an und flog in Sicherheit.

Cal konzentrierte sich wieder auf das Flaggschiff und setzte sein Spieler-Gesicht auf. Er ging das Layout des Schiffes durch, welches er noch von damals kannte, als er auf ihm war. Er rief die Landebucht vor sein geistiges Auge. Tief und höhlenartig aber mit Spielraum zum steuern. Das Flaggschiff verschwand in dem Sprung-Punkt.

Laserstrahlen streiften an ihm von hinten vorbei. Black Talon war wieder an seinem Hinterteil. Cal zündete seinen Nachbrenner. Die Cutlass startete Richtung Sprung-Punk und verschwand darin, Black Talon immer noch hinter ihr.

Der Weltraum verwandelte sich in eine Schliere. Der Auto-Pilot schaltete sich ein und begann die Geschwindigkeit des Schiffes zur Sicherheit zu reduzieren. Cal deaktiviert ihn und hielt den Gashebel nach unten gedrückt. Er war dutzende Male durch den Croshaw / Sol Sprung-Punkt geflogen. Er hatte nur etwa fünf Minuten, bevor sie an der anderen Seite ankamen.

Etwas traf seinen Flügel. Das Flaggschiff kam langsam in Sicht und war flackernd wahrnehmbar. Der Cutlass Rahmen stöhnte, als er sich verdrehte. Cal hielt auf das Flaggschiff zu. Mit einem letzten Gebet zündete er die Nachbrenner und drehte das Schiff. Plötzlich wurde er in die Landebucht gezogen.

Er suchte das Flugdeck unter sich ab. Verwirrte Vanduul feuerten mit Kleinwaffen und schrien ihn an.

Drei Minuten.

Er durchflog einmal komplett das Flugdeck aber nichts –

Dort. Mechaniker rüsteten einen Vanduul Bomber mit der Bombe aus. Cal schwang die Cutlass herum. Plötzlich kam Black Talon in Sicht. Cal versuchte sich dadurch nicht ablenken zu lassen. Er konzentrierte sich auf sein Ziel. Er wusste, er würde keinen zweiten Schuss auf die Bombe bekommen.

Zwei Minuten.

Black Talon griff ihn an, Waffen blitzten auf. Cal feuerte.

* * * * *

Es war still in Sol. Die Verstärkungen hatten sich an dem Sprung-Punkt versammelt. Der Bug des Vanduul Flaggschiff durchbohrte den Sprung-Punkt. Alle UEE Marineschiffe hatten ihre Waffen bereit. Aber sie feuerten nicht.

Nur die vordere Hälfte des Vanduul Flaggschiff stürzte aus dem Sprung-Punkt, das Heck war weg. In diesem Augenblick kam Cal‘s Cutlass aus der Landebucht heraus. Sie war auch vom Cassandra Gas getroffen worden. Er betätigte sofort den Schleudersitz. Der Impuls schleuderte ihn in Richtung der Navy Schiffe. Er drehte sich, um zu sehen wie das Vanduul Flaggschiff sich in eine molekulare klebrige Masse mit Null Gravitation verwandelte. Ebenfalls die Cutlass. Es war schade. Er fing an, das Schiff zu mögen.

Jetzt, wo sich das Adrenalin wieder legte, fühlte er einen stechenden Schmerz in seinem Bein. Fühlte sich gebrochen an.

Er seufzte und winkte nach der Kavallerie, um ihn aufzulesen.

* * * * *

Cal kam unter tosendem Applaus zurück auf die Gemini. Kerney, der riesige Mechaniker, begrüßte ihn mit einer riesigen Umarmung. Penny wartete mit den Händen in den Hüften und einem Grinsen. Cal salutierte ihr. Sie nickte.

Die Piloten und die Crew klopften ihm auf den Rücken, als er über das Deck hinkte. Die Menge teilte sich und er war von Angesicht zu Angesicht mit Admiral Showalter. Cal stand stramm und salutierte.

„Sir.“
Showalter starrte ihn für einige Momente an.
„Wir haben sie beerdigt, Mason.“
„Es tut mir leid das ich das vermasselt habe, Sir.“ Cal versuchte nicht zu lächeln. Das war offenbar die vierte Beerdigung die sie für ihn gehabt hatten. „Ich werde versuchen, das nächste Mal tot zu bleiben.“
Showalter schüttelte den Kopf und ging weg.

Cal verbrachte die nächsten zwei Wochen mit seinem Bein in Gips auf der Krankenstation. Er versuchte eine Nachricht von Sasha oder der Phoenix zu bekommen. Das Schiff wurde verlassenen in der Nähe von Terra gefunden. Sie war verschwunden.

Vier Tage später fing das Jucken wieder an, das Jucken, das von zu langem nicht starten können kam …

Ende …

Das Nul System. Plünderer durchsuchten die driftenden Teile eines Transportschiffs. Die Beschriftung besagte, es gehörte zu Grady Monk. Das meiste davon war Schrott, aber Geld war Geld und die Zeiten waren hart. Das Radar begann wegen eines neuen Kontakts zu pulsieren. Die Plünderer startete einen Scan, konnten aber nicht die ID herausbekommen. Sie schauten aus dem Cockpit. Ein Vanduul Scythe raste vorbei. Die Plünderer sprangen mit einem Aufschrei auf, aber er drehte nicht um oder griff an, er raste weiter in Richtung Vanduul Gebiet.

Bevor er in der Leere des Raumes verschwand, bemerkten sie, dass einer der Flügel wie in Schwarz getaucht aussah.

Übersetzung: Vagabound
Überarbeitet von Mera Luna von www.star-citizen-news-radio.de

Original:
https://robertsspaceindustries.com/comm-link/spectrum-dispatch/12844-Cassandras-Tears-Issue-10

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